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01.03.2002 - 

Messe-Rundgang: Gemischte Speichernetze

Komplexe Storage-Technik verknüpft heterogene Welten

MÜNCHEN (kk) - Speichernetze auf Basis des Fibre Channel (FC) waren bislang Großunternehmen vorbehalten. Die immer noch fehlenden Standards für die neue Technik machen entsprechende Projekte zu diffizilen Vorhaben, besonders wenn man heterogene Welten verbinden will. Auf der CeBIT sind in diesem Jahr einige komplexe Installationen zu sehen, allerdings nicht bei den ganz Großen der Branche.

"Wer ein Speichernetz aufbauen kann, spielt bereits in der Bundesliga. Wem es gelingt, heterogene SANs (Storage Area Networks) erfolgreich zu implementieren, befindet sich in der Champions League", meinte jüngst ein Fachmann. Die Komplexität eines heterogenen Speichernetzes macht es bislang - und wohl auf absehbare Zeit - notwendig, die geplante Konfiguration nachzustellen und durch Tests zu belegen, dass insbesondere die Applikationen weiterhin ungebremst laufen. Vor allem die Einbindung von Network Attached Storage (NAS), das die Daten - anders als ein SAN - File-basiert speichert, führt immer wieder zu Komplikationen. Mittlerweile gibt es auch dafür Lösungen, beispielsweise von MTI .

In jedem Fall sind Anwender bei Planung, Auswahl und Implementierung eines FC-SAN meist auf kompetente Beratung angewiesen. Denn verbindliche Standards fehlen noch immer, trotz Initiativen mancher Hersteller und dem Bemühen der Storage Networking Industry Association (Snia). Im Herbst vergangenen Jahres sah es zwar so aus, als ob sich zumindest die drei großen Hersteller von Speicher-Arrays, EMC, IBM und Hitachi , auf eine Kooperation zubewegen würden. Man wolle die Programmierschnittstellen (APIs) austauschen und so den Zugang zu den Controllern der jeweiligen Speichersilos ermöglichen, erklärten damals vollmundig die Marketingabteilungen der beteiligten Hersteller.

Hinter der Initiative lag allerdings weniger das Bemühen um Offenheit als wirtschaftliche Interessen der beiden Hardware-produzenten EMC und Hitachi Data Systems (HDS): Beide hatten das Softwaregeschäft entdeckt. Ziemlich zeitgleich präsentierten sie ihre Management-Suiten "Hi-Command" (HDS) und "Auto-IS-Architecture" (EMC). Mit beiden soll es einmal möglich sein, heterogene Speicherinstallationen zentral zu verwalten. Dazu wäre es hilfreich, die APIs der Konkurrenz einfach einbinden zu können.

Doch hielten sich die Hersteller offenbar bedeckt, wenn es ans Offenlegen des eigenen Know-hows ging. Schwierig seien die Verhandlungen mit EMC, beklagte etwa IBM. Hitachi verspürte sowieso kaum eine Notwendigkeit, der Konkurrenz die eigenen APIs zu präsentieren, und hat kürzlich die Notbremse gezogen: "Die Integration der Hardware von IBM und EMC würde dem Anwender nur geringen Nutzen stiften", begründete Kevin Sampson, Marketingdirektor für Software bei HDS das Aus am Verhandlungstisch.

So bleibt der Anwender also im Prinzip an seinen Lieferanten gebunden, wenn er die Speicherkapazität im SAN erweitern will. Als Alternative dazu ließe sich per Management-Software - Beispiel Veritas - für Offenheit sorgen. Das erfordert aber in der Regel neue Investitionen.

Den großen (Hardware-)Herstellern scheint das Thema Interoperabilität nicht auf den Nägeln zu brennen: Kaum einer der Allround-Anbieter zeigt auf der CeBIT ein heterogenes Speichernetz. Zu gut laufen wohl die Geschäfte mit der hauseigenen Hard- und Software. Außerdem macht mit "iSCSI" - das bedeutet, Daten aus SCSI-Speichern werden mittels IP transferiert - ein neues Schlagwort die Runde, und die Marketingmaschine läuft auf vollen Touren: "LAN-Know-how besitzt jedes Unternehmen" lautet ein Argument, "im Vergleich zum Fibre Channel geringere Kosten" ein anderes.

Dabei spielt es offenbar keine Rolle, dass die iSCSI-Spezifikationen und das Protokoll frühestens Mitte dieses Jahres veröffentlicht werden sollen und die zu erwartenden Kosten einer iSCSI-Implementierung mit einer FC-Lösung durchaus vergleichbar sind. Mittlerweile starten die FC-Lieferanten in den USA Initiativen für preiswerte SANs: Fujitsu Softek bietet eine 1-TB-Komplettlösung für unter 100000 Dollar an. Switch-Hersteller Q-Logic hat bislang 36 Lieferanten in seiner "Affordable SAN Initiative" gesammelt, die komplette FC-SANs unter 50000 Dollar anbieten will.

Immerhin kann man heterogene SANs auf der CeBIT in Augenschein nehmen, wenn auch nicht unbedingt auf den Messeständen der etablierten Allround-Anbieter: Für Fujitsu-Siemens und Sun Microsystems sind gemischte Speichernetze in diesem Jahr kein Thema. IBM (Halle1, Stand 5D2) hat zwar ein SAN aufgebaut, es verknüpft allerdings nur eigene Produkte. Daneben zeigt Big Blue eine iSCSI-Installation: Daten aus Linux- und Windows-Servern werden über ein Gigabit-Ethernet-Netz an einen Storage Router von Cisco geleitet, der die Informationen in ein FC-Netz einspeist.

Compaq (Halle 1, Stand 4h2) baut in der "Infrastuktur"-Ecke seiner Ausstellungsfläche ein "Open SAN" auf, das, wie vorab gemeldet, auch Server von Hewlett-Packard und Sun enthält. In jedem Fall soll die Interoperabilität von "Network View" demonstriert werden. Diese Software verwaltet FC-Switches von Brocade oder McData sowie die Speichersilos von Compaq und EMC. Für die Datenspeicherung über große Entfernungen setzt Compaq auf Fibre Channel over IP (FC-IP).

SANs verbinden MesseständeHewlett-Packards (Halle 1, Stand 7i2) heterogene Infrastruktur bezieht sich auf die gezeigten Techniken (Band- und Plattenspeicher, optische Speicher sowie Network Attached Storage) sowie die Betriebssysteme: Die Server im SAN laufen unter OS/390, Linux, Solaris, AIX, HP-UX, NT und Windows 2000. Als Bindeglied von der Softwareseite kommen Module von Openview (SAM, Operation, Node-Manager) zum Einsatz, die Netz, Speichersysteme und System-Management kontrollieren.

Der Speicherspezialist EMC verzichtet darauf, die hauseigenen "Symmetrix"-Speicher in einem SAN zu demonstrieren. Allerdings dürfte Comparex (Halle 1, Stand 6f12) als EMC-Partner in seinem "Core Competence Center" in Edingen bei Mannheim eine Symmetrix-Einheit stehen haben. Der Systemintegrator präsentiert auf der Messe die Remote-Management-Software "Application Centric Storage Management" (ACSM), mit deren Hilfe sich der Weg der Daten von der Anwendung bis zum Ort des Speichers verfolgen lassen soll. Comparex will das online demonstrieren und mit einem Browser über das Internet auf die Server und Speicher des Competence Centers zugreifen.

Amdahl It Services , auch ein ehemaliger Mainframe-Anbieter, zeigt in Halle 1, Stand 7f5, ein heterogenes SAN. Zum Einsatz kommen der NT-Server "ES 7000" von Unisys , der mit 32 Intel-Prozessoren bestückt ist, sowie zwei Solaris-Maschinen, wobei eine als NAS-Filer arbeitet. Die daran angeschlossenen "T3"-Arrays von Sun sollen sich aber auch von den NT-Maschinen nutzen lassen. Im Netz hängt zudem Fujitsus neues Speichersystem "GR Storage System 740", ausgestattet mit zwei FC-Anschlüssen und zwei Escon-Kanälen. Die Speicherkapazität des Silos liegt knapp unter einem Terabyte. Für Backup hat Amdahl die Bandbibliothek "1140" von Storagetek eingebunden, als Schaltstation fungiert der FC-Switch "Brocade 2800". Amdahls Lösung für Virtualisierung besteht aus einem "Storage Domain Server" (SDS). Der NT-Rechner mit Hostbus-Adaptern von Q-Logic und Emulex enthält die Virtualisierungsprogramme von Fujitsu Softek.

EMC-Konkurrent Hitachi Data Systems (Halle 1, Stand 4i2) baut auf der Messe einen Teil des Testzentrums der Müncher Niederlassung nach: Im FC-Netz hängen die Hitachi-Speicher "Lightning 9960" und "9910" sowie "Thunder 9200", zwei NAS-Filer, vier Brocade-Switches, vier Schaltzentralen "McData 3032", zwei Inrange-Directors "FC9000" und Adics Bandbibliothek "Scalar 100 LTO". Als Server nutzen diese Infrastruktur vier PC-Cluster unter den Betriebssystemen Windows 2000, NT, Novell, Linux, dazu zwei "Primepower"-Server von Fujitsu-Siemens, die unter Solaris arbeiten und zwei "E 4500" von Sun Microsystems.

NAS-Spetzialist Network Appliance demonstriert unter dem Motto "Global Data Fabric" in Halle 1, Stand 6i2, ein Kombinetz, das WAN, LAN und SAN zu einem Verbund zusammen bringt. Das Szenario umfasst ein Rechenzentrum, symbolisiert durch geclusterte Filer "Netapp F880c" sowie "F840" und "F810". Dort soll mySAP.com, die auf Basis von IBMs "DB2 EEE" über das neue File-System "DAFS" und Infiniband optimiert werden. An diesen Verbund ist über ein LAN eine "Außenstelle" (Workgroup-Filer F87) gekoppelt. Die Daten dieses Servers können zum RZ gespiegelt und dann auf einer Bandbibliothek am Adic-Stand archiviert werden. Die Adic-Library ist dort in ein FC-SAN eingebunden. Eine zweite Aussenstelle wird duch Netapps neuesten Workgroup-Cache repräsentiert. Er ist über ein Funk-LAN mit dem Rechenzentrum verbunden. Außerdem besteht eine LAN-Verbindung zum Stand von Fujitsu-Siemens.

MTI Technology in Halle 1, Stand 8L2, zeigt ein ähnliches SAN, wie es schon auf der letztjährigen Systems zu sehen war: NT- und Solaris-Server sowie NAS-Appliance "N1200" greifen auf die Storagetek-Bandbibliothek "L700" und dem hauseigenen "Vivant V60" zu.

Eines der größten offenen Speichernetze dürfte die TIM AG , ebenfalls in Halle 1, Stand 6L2, zeigen. Die umfangreiche Installation mit Anbindungen an die Messestände von Hewlett-Packard, Veritas und Adic, umfasst beispielsweise Bandbibliotheken von Adic, Storagetek und HP, die mit DLT-, SDLT-, AIT- und LTO-Laufwerken bestückt sind. NAS-Server von Network Appliance und Maxtor sind ebenso eingebunden wie Server unter Solaris, Windows 2000 sowie ein Netware-Cluster. Primärspeicher von LSI Logic, HP und Hitachi Data Systems sind über Knotenstationen von Inrange und Q-Logic kombiniert. Mit diversen Softwareprogrammen etwa von Falconstor, CA, Legato und Veritas will TIM das demonstrieren, was heute technisch im heterogenen SAN machbar ist: Hochverfügbarkeit, Virtualisierung, Block- und File-Level-Zugriff, Serverless Backup sowie Speicherprozeduren wie Mirroring, Snap Shot oder Disaster Recovery, abgerundet durch Management-Funktionen.