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05.07.1991 - 

Unix-Anbieter stoppt seinen 1-2-3-Konkurrenten

Kompromiß: Lotus und SCO beenden ihren Copyright-Streit

FRANKFURT/M. (CW) - Der 1-2-3-Hersteller Lotus Development und die Santa Cruz Operation Inc. (SCO) haben ihren seit Juli 1990 in den USA anhängigen Copyright-Streit außergerichtlich beigelegt. Jetzt geht es gegen Borland.

Die zwischen den beiden Kontrahenten geschlossene Vereinbarung sieht vor, daß SCO zum 15. August 1991 Produktion, Distribution und Lizenzierung von "SCO Professional" einstellt, seinem Lotus 1-2-3 nachempfundenen Kalkulationsprogramm für den PC-Unix-Markt. Zugleich wird SCO seinen Professional-Kunden empfehlen, auf 1-2-3 für Unix System V umzusteigen. Lotus kündigte ein Upgrade-Programm an, das die Umstellung erleichtern soll.

SCO-Mitbegründer und Executive Vice-President Doug Michels freut sich, "daß wir den mit einem unserer wichtigsten Geschäftspartner durch einen tragfähigen Kompromiß Z beilegen konnten". SCO kann den Verlust verschmerzen: Im vergangenen Jahr trug das Kalkulationsprogramm mit nicht einmal zwei Prozent zu den 107 Millionen Dollar Umsatz des kalifornischen Unix-Spezialisten bei.

Ein teurer Spaß indes wird es für die Kunden: 395 Dollar berechnet Lotus für den Wechsel zu 1-2-3 (deutsche Preise sind noch nicht bekannt). Wer bei "Professional" bleiben will, bekommt vorerst weiterhin Support von SCO.

Mit "SCO Professional" hat Lotus bereits das dritte Konkurrenzprodukt aus dem Markt "geschossen": Vor einem Jahr hatte das Unternehmen die Programme "Twin" (Mosaic Software) und "VP-Planner" (Paperback Software) verbieten lassen, weil ihre Benutzeroberflächen zu sehr der von 1-2-3 ähnelten.

Nach dem jüngsten Sieg soll es nun verstärkt gegen Borland gehen. Das mit Compilern und Utilities (Turbo-Pascal, Sidekick) großgewordene kalifornische Unternehmen hat mit "Quattro Pro" bereits einen Anteil von - mengenmäßig - 24 Prozent am Spreadsheet-Markt erobert (Marktführer 1-2-3 hält 58 Prozent). Offizieller Stein des Anstoßes: Das Borland-Programm kann wahlweise auch über 1-2-3-ähnliche Menüs bedient werden. Mitte Oktober will der zuständige Richter entscheiden, ob die Klage zugelassen wird.