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25.01.1980 - 

Minicomputer im Rechenzentrum und Software-Haus:

Kompromiß zwischen Batch und Dialog

Von Systemen der mittleren Datentechnik ging die ZDO, Zentrum für Datenverarbeitung und Organisation GmbH, Mainz-Kastel, auf Minirechner über. Die 1968 gegründete Gesellschaft umfaßt drei Bereiche: Organisations- und DV-Beratung, Software-Entwicklung sowie ein Service-Rechenzentrum, das Anfang 1979 von der Omnia-Verlagsservice-Gruppe übernommen wurde.

Mitte der siebziger Jahre engagierte sich die ZDO dem Trend folgend verstärkt bei Systemen aus dem mittleren DV-Bereich wie IBM./3 und /32, Nixdorf 8870/X. Aus diesen Erfahrungen heraus und weil das Rechenzentrum mit einer veralteten Batchanlage Honeywell Bull 200 ausgestattet war, beschäftigte sich die ZDO eingehender mit dem Markt der kommerziell einsetzbaren Minicomputer.

Ein hoher Datendurchsatz bei geringen Hardwarekosten spielt für ein Service-Rechenzentrum eine wichtige Rolle. Doch auch andere Kriterien waren in Betracht zu ziehen: Da die ZDO nicht als OEM-Kunde mit Abnahmegarantie bestimmter Stückzahlen auftreten konnte und wollte. kamen nur solche Minicomputer-Hersteller in Frage, die eine gute Unterstützung auch bei Einzelkunden bieten.

Dieser Anforderungskatalog kam der Hewlett Packard, Böblingen, entgegen. Auch sie suchte Partner, die mit konkreten Beratungs- und Einführungskonzepten bei der Vermarktung von kommerziellen Minicomputer-Systemen unterstützend tätig werden konnten. Den Ausschlag gab, daß nach Meinung des ZDO-Managements insbesondere die HP 3000 technologisch für kommerzielle Anwendungen geeignet ist. Sie bietet "vernünftige Kompromisse" zwischen Batch- und Dialogeigenschaften: ein leistungsfähiges Time-Sharing- und ein gutes Batchverhalten, "denn eine Fülle kaufmännischer Anwendungen läuft nach wie vor im Stapelbetrieb, man sollte sie nicht auf Dialog quälen", so ZDO-Geschäftsführer Jürgen Fritz. Wichtig für den Anwender sind auch die flexiblen Ausbaumöglichkeiten: Bei der HP 3000-III bis zwei MB realem Hauptspeicher, bis 960 MB Plattenspeicher sowie 32 Terminals.

Doch wichtiger noch ist für den Selbstprogrammierer das Leistungsspektrum des Systems: das Datenbanksystem Image mit der einfachen Abfragesprache Query, die Programmiersprachen Cobol, RPG II, Fortran, Basic, APL und die Systemsprache SPL, die Dienstprogramme, Emulatoren (2780/3780) für DFÜ-Anwendungen, Job-Management, Spooling, Textverarbeitung, Abrechnungssystem sowie ein mehrstufiges Sicherheitssystem, das neben den Umstellungshilfen für das ZDO-Rechenzentrum die größte Rolle spielte.

Im Januar 1979 begann das ZDO-Rechenzentrum, die Programme der HB 200 auf die neue HP 3000-III zu übernehmen. Damit konnte gleichzeitig ein vorhandenes Datensammelsystem ersatzlos abgelöst werden. Die gesamte Umstellung mußte sehr schnell vonstatten gehen, um die zahlreichen Service-Kunden lückenlos bedienen zu können. Sie wurde in wenigen Monaten abgeschlossen.

Insgesamt bietet das ZDO-Rechenzentrum mit Unterstützung der HP 3000-III (512 KB Hauptspeicher, drei Magnetplatten ä 120 MB, ein Magnetband 1600 bpi, 1000 Zeilen/min-Drucker, fünf Bildschirmgeräte, ein Lochstreifenleser zum Preis von rund 14 000 Mark/Monat einschließlich Wartung in Leasing) drei Schwerpunktbereiche:

- Verlagsservice (Zeitschriftenvertrieb und -abonnentenverwaltung, Buchauslieferung sowie alle damit verbundenen kaufmännischen Arbeiten),

- Vereins- und Verbandsservice (Mitgliederverwaltung, Geschäftsführung, kaufmännische Verwaltung),

- Großhandelsservice (Statistiken/Auswertungen vertrieblicher Art und sonstige Management-Informationen - im Dialog aktuell über beim Kunden installierte DÜ-Terminals).