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IBM will APPC-Unterstützung gewährleistet wissen:

Konflikt um OS/2-LAN-Produkte schwelt weiter

08.01.1988

REDMOND/BOSTON (CWN) - Um die gehegten Zweifel hinsichtlich der Unterschiede zwischen Microsofts OS/2-LAN-Manager und IBMs OS/2-LAN-Server auszuräumen, hat Microsoft jetzt ein offizielles Statement abgegeben. Demzufolge sollen für den Server konzipierte Anwendungen gleichermaßen auf dem LAN-Manager laufen. Dennoch herrscht aufgrund der IBM-Position zu diesem Punkt weiterhin Unklarheit.

Abweichungen zwischen den beiden Produkten ergeben sich laut Microsoft hauptsächlich durch die Requestor-Funktion, die es einer OS/2-Workstation erlaubt, Files von einem Server abzufragen. IBM habe sich diesbezüglich entschlossen, Microsofts Requestor in die erweiterte Fassung von OS/2 zu integrieren. Microsoft hingegen sieht den Requestor als Teil des OS/2-Managers vor. Der LAN-Manager wird sowohl mit IBMs OS/2 Extended Edition als auch mit OS/2 von Microsoft arbeiten.

Für die Interprozeß-Kommunikation sind Netbios und die sogenannten "Named Pipes" für den LAN-Manager verfügbar. IBM hätte bekundet, daß der Server auf Netbios basieren wird. Die "Named Pipes" dagegen würden einen Teil von IBMs erweiterter OS/2-Fassung ausmachen und sollen für Netzwerk-Applikationen auf dem LAN-Server verfügbar sein.

Die Schnittstelle für das LAN Manager Application Program wird den Entwicklern einen zusätzlichen Support gewähren, um Hilfsprogramme zu unterstützen, wie beispielsweise Print-Spooler. Diese umfassen - so Microsoft - unterlegte Programm-Schnittstellen, die von IBM nicht dokumentiert oder unterstützt werden.

In seiner Stellungnahme versuchte sich Microsoft auch von Novell abzugrenzen. So erklärte das Unternehmen, es verfechte im Gegensatz zu seinem Konkurrenten einen offenen Server-Ansatz. Novell wiederum erklärte dazu, daß es sich bei Netware zwar um ein eigenes, aber nicht geschlossenes System handele. So wolle man jedes im OS/2 oder in der erweiterten Version definierte Programm-Interface unterstützen. Es würden keine neuen APIs (API: Application Program Interface) benötigt, so daß jede Applikation, die mit dem LAN-Manager oder dem LAN-Server arbeite, auch unter Netware laufen könne.

IBM-Verantwortliche hingegen widersprachen der Auffassung, daß auf OS/2 basierende Netzwerk-Software von Microsoft und 3Com auch auf IBMs eigenem LAN-Server-Programm mit der erweiterten OS/2-Fassung laufen werde. IBM empfehle den Software-Entwicklern dagegen, die Schnittstelle Advanced Program-to-Program Communication (APPC) zu unterstützen, damit sich Kompatibilität in Hinblick auf IBMs "Verteiltes Informations-System" gewährleisten lasse. Dadurch können allerdings für Benutzer, die ihre LANs mit IBM-Hosts via LU 6.2 verbinden wollen, gleichzeitig aber LAN-Manager benutzen möchten, Schwierigkeiten auftauchen. Der LAN-Manager bietet nämlich die Grundlage für eine einfachere und weniger speicherintensive Netzwerk-Umgebung als APPC.

Klagen werden im Falle der angestrebten APPC-Unterstützung auch von seiten der Entwickler erwartet, die keine doppelte Arbeit leisten wollen, indem sie einmal Anwendungen für den LAN-Manager und einmal für APPC-Umgebungen schreiben.

3Com selber stellte nun - wahrscheinlich als Reaktion auf die "IBM-Vorgabe" - einen Support für den OS/2-Server durch das Network-Operating-System 3 + Open und Unterstützung für das APPC-Interface in Aussicht.