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13.07.2001 - 

Politik signalisiert breite Unterstützung

Kongressmesse Linux-Tag stagniert

STUTTGART (ls) - Der Linux-Tag fand in diesem Jahr keine so gute Resonanz wie im Vorjahr. Höhepunkt der Veranstaltung war ein klares Bekenntnis der anwesenden Politiker zu Open-Source-Software.

Noch vor wenigen Wochen hatten die Veranstalter, der Linux-Tag e.V. aus Kaiserslautern und die Messe Stuttgart, mit deutlich mehr Besuchern als im Vorjahr gerechnet. Doch der Ansturm blieb aus, mit 15000 Besuchern schrumpfte die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr um 2000. Die Veranstalter sprechen allerdings von einer gestiegenen Besucherzahl auf dem einleitenden Business-Kongress. Großen Andrang der studentisch geprägten Hacker-Szene erlebten vor allem der Vortrag von Open-Source-Evangelist Eric Raymond und das freie Vortragsprogramm.

Dabei bot die Eröffnungsveranstaltung durchaus Höhepunkte. Mit Margareta Wolf aus dem Bundeswirtschaftsministerium und Brigitte Zypries vom Bundesinnenministerium waren gleich zwei Staatssekretärinnen erschienen, um demonstrativ der Unterstützung seitens der Politik für Linux Ausdruck zu geben. Nicht die vermeintlichen Preisvorteile des quelloffenen Betriebssystems motivieren die Behörden, sondern die höhere Sicherheit transparenter Systeme und die Unzufriedenheit mit der monopolartigen Beherrschung des Softwaremarkts durch Microsoft. Wolf: "Open Source hat eine wichtige Funktion bei der Herstellung von mehr Wettbewerb auf dem Softwaremarkt."

Freilich sollte man nicht erwarten, so Zypries, "dass die Verantwortlichen in den Behörden mit fliegenden Fahnen zur Linux-Community hinzustoßen". Vielmehr, so führte sie anhand mehrerer Bespiele aus, werde man "die vorhandenen Open-Source-Inseln in der Bundesverwaltung ausbauen und freie Software in weiteren Behörden in Pilotprojekten erproben - auch im Client-Bereich".

"Wir wollen keine Monokulturen in der öffentlichen Verwaltung, auch nicht bei Betriebssystemen", erklärte Zypries mit Verweis auf die schädlichen Folgen von Monokulturen in der Ökologie. "Unsere IT-Strategie ist daher eine Strategie der Vielfalt und der Interoperabilität." Sie forderte die in Stuttgart versammelte Linux-Gemeinde auf, dabei zu helfen, "auf Basis der schon gemachten Erfahrungen den Open-Source-Anteil zu steigern". Die Behörden seien auf diesem Weg manchmal durch fehlende Anwendungen behindert, vor allem aber bräuchten sie mehr mit anderen Systemumgebungen interoperable Produkte. Denn die öffentliche Verwaltung könne in Zeiten des allgemeinen Sparzwangs nicht so einfach vorhandene Systeme ersetzen.