Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.05.1996 - 

VDI und VDE beklagen Nachwuchsmangel

Konjunktur erschwert weiterhin den Start für junge Ingenieure

Der Arbeitsmarkt für Ingenieure wird stärker als der Markt für andere akademische Berufe durch Konjunktureinflüsse bestimmt. So erhöht sich die Zahl der arbeitslosen Ingenieure bei zyklisch auftretenden Konjunkturschwankungen relativ rasch. Dies zeigen erste Ergebnisse der vom Verband Deutscher Ingenieure (VDI) in Auftrag gegebenen Studie "Ingenieurbedarf", die vom Wissenschaftlichen Zentrum für Berufs- und Hochschulforschung, Kassel, erstellt wird.

Der Stellenmarkt hat sich der Analyse zufolge zwar wieder etwas besser entwickelt. Allerdings sind von der Steigerung um 20 Prozent überwiegend berufserfahrene Ingenieure betroffen, die sofort produktiv eingesetzt werden können. Bezeichnend ist die geringe Suche nach Produktionsfachleuten (drei Prozent). Die Ansprüche der Arbeitgeber an Berufseinsteiger sind enorm gestiegen: Gefordert sind neben Fachwissen eine kurze Ausbildungszeit, Fremdsprachen, Praxissemester sowie Betriebswirtschafts- beziehungsweise Marketing-Kenntnisse.

Die dramatische Situation mit rund 40000 beschäftigungslosen Ingenieuren (sechs Prozent) hat erhebliche Auswirkungen auf die Studienanfängerzahlen: Wenn auch seit 1987 beispielsweise die Zahl der neuen Studenten im Fach Elektrotechnik von 2000 auf mehr als 4000 gestiegen ist, so gibt es doch einen Rückgang in einigen Ingenieurberufen von zum Teil 50 Prozent. Da viele Kultus- und Wissenschaftsministerien wegen fehlender Mittel geneigt sind, Kürzungen bei Ingenieurfachbereichen vorzunehmen, könnte dies die nachlassende Studienneigung weiter dämpfen und schon in einigen Jahren einen Ingenieurmangel verursachen.

Der Generalsekretär des Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDE), Friedrich Althoff, appellierte bereits an naturwissenschaftlich interessierte Schüler, sich für ein Studium der Elektrotechnik zu entscheiden. Zur Zeit liege die Zahl der Studienanfänger unter denen der Studienabsolventen und der Pensionierungen. Akuten Mangel gebe es bereits bei Ingenieuren der Mikroelektronik und der Telekommunikation.