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30.03.2001 - 

Mehr Fachleute unter den Besuchern

Konjunktureinbruch verschont CeBIT

HANNOVER (CW) - Von einer Konjunkturabschwächung ist auf der CeBIT nichts zu spüren gewesen - im Gegenteil: E-Business erfreut sich regen Interesses. Nur die Telecom-Firmen müssen sparen.

Europa trotzt den schlechten Vorgaben aus den USA. Eine hohe Besucherqualität und großes Interesse an konkreten Lösungen lassen die Aussteller auf gute Geschäfte hoffen. "Die Qualität der Kontakte hat gegenüber dem vergangenen Jahr weiter zugenommen", registriert Michael Schikatis, Program Manager bei dem System-Management-Anbieter Computer Associates (CA), Darmstadt. Diese Beobachtung machen die meisten der von der COMPUTERWOCHE befragten Unternehmen auf der IT-Leitmesse in Hannover. Als Grund hat der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) eine genauere Messeplanung sowohl bei Ausstellern als auch Besuchern ausgemacht. So hätten viele Unternehmen bereits im Vorfeld Termine vereinbart, wodurch die Zahl der Fachbesucher deutlich gestiegen sei.

Der höhere Profi-Anteil zeigt sich auch bei Vorträgen und Präsentationen. So waren die auf Business-Anwender ausgerichteten Podiumsdiskussionen der COMPUTERWOCHE im E-Business-Forum regelmäßig ausgezeichnet besucht. Auch Intershop und SAP erkennen ein großes Interesse an Business-Themen. Rudi Moecklinghoff, Leiter Marketing Deutschland bei SAP, verzeichnet besonders starke Besucherzahlen bei Präsentationen, die sich mit konkreten Realisierungen von IT-Vorhaben beschäftigten. E-Business, Customer-Relationship-Management (CRM) und Supply-Chain-Management (SCM) gehen die IT-Entscheider nun an. "Die Unternehmen legen wieder mehr Wert auf Projekte, die einen konkreten Nutzen aufweisen, daher registrieren wir ein reges Interesse an unseren neuen Angeboten zum Beispiel im Bereich CRM", vermerkt auch Stefan Huth, Director Marketing Deutschland bei der Ixos Software AG.

Das gilt nicht nur für große Unternehmen. "Auch mittelständische Firmen beschäftigen sich mit neuen Anwendungsbereichen wie CRM und E-Business als Ergänzung zu den klassischen ERP-Komponenten", beobachtet Dietmar Thomes, Mitglied des Vorstands beim auf den Mittelstand konzentrierten ERP-Anbieter AP Automation + Productivity AG, Karlsruhe. Selbst wenn Kunden aus dieser Zielgruppe die entsprechenden Module noch nicht einsetzen, so ist es den Anwendern wichtig, entsprechende Komponenten von ihrem Softwarehersteller erhalten zu können.

Kaum neue E-Business-ProdukteDer hohen Aufmerksamkeit auf Besucherseite stehen allerdings kaum Neuigkeiten gegenüber. Bei den Produktankündigungen bildete E-Business wohl das Schlusslicht. Einzig Intershop tat sich mit vertikalen E-Business-Lösungen für die Branchen Automobil, Hightech, Handel und Konsumgüter sowie branchenneutralen Anwendungen für spezielle Einsatzgebiete wie Business-to-Consumer hervor.

Ganz anders dagegen das Bild bei der Mobilkommunikation. Hier überschlugen sich die Anbieter mit der Vorstellung neuer Geräte und Services. So bieten Siemens und Nokia jetzt endlich Handys an, die GPRS unterstützen. Diesen Datenübertragungsstandard hat auch Symbion in die Version 6.1 seines PDA-Betriebssystems eingebaut. Die Verbreitung von SMS im Festnetz hat sich dagegen die Telekom auf die Fahnen geschrieben. Allerdings sind für deren Übertragung spezielle Telefone nötig. Und Viag Interkom arbeitet mit der Hypo-Vereinsbank zusammen, um einen Standard für das Bezahlen mit dem Handy zu entwickeln.

Doch hohe Kosten trüben die schöne neue Mobilfunkwelt mit noch mehr Spielen auf dem Handy und Musikübertragung. Deshalb wollen die Hersteller die teuren Endgeräte nun nicht mehr subventionieren.

Dass diese Anbieter mit spitzem Bleistift rechnen müssen, merkt auch der Server-Hersteller Sun Microsystems. Obwohl Martin Häring, Marketing-Leiter Global Sales Operations, hierzulande keinen generellen Rückgang bei der Investitionsfreudigkeit bemerkt, sieht das bei den Telekommunikationsfirmen anders aus: "In dem Bereich spürt man den Druck, dem die Hersteller dieser Tage ausgesetzt sind." Einige Anbieter seien bei kurzfristigen Investitionen vorsichtiger geworden. Das ist nach Ansicht von Bitkom-Präsident Volker Jung auch eine Folge der hohen Kosten durch die Versteigerung der UMTS-Lizenzen.

UMTS-Netze erst 2003Die Infrastruktur hierfür aufzubauen wird nicht nur teuer werden, sondern auch viel Zeit in Anspruch nehmen. So rechnet Nokia mit den ersten großen Mobilfunknetzen der dritten Generation (3G) erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres. Richtig durchstarten soll der Markt dann 2003.

UMTS hat allerdings nach Ansicht der Bitkom bereits den Umsatz im Telekommunikationsmarkt im vergangenen Jahr getrieben, der hierzulande um 20 Prozent auf 51 Milliarden Mark stieg. Der Markt für mobile Telefondienste ist 2000 um 30 Prozent gewachsen.

Solche Steigerungsraten lassen auch die Jobsituation nicht unberührt. So rechnet die Gartner Group damit, dass kenntnisreiche IT-Mitarbeiter weltweit knapp bleiben werden, obwohl die IT-Manager anfangen müssen zu sparen. Nach Beobachtungen der Messe AG nutzen die ausstellenden Unternehmen die CeBIT mehr denn je auch zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter.

Personal zieht es zu Jobs & KarriereDas zeigte sich unter anderem auf der COMPUTERWOCHE-Veranstaltung Jobs und Karriere. Die etwa siebzig teilnehmenden Unternehmen waren mit dem Interessentenbesuch ausgesprochen zufrieden. Teilweise wurde das Recruiting-Personal von den eigenen Ständen abgezogen, um den Andrang im Karrierezentrum zu verkraften.

Hoffnung machte der unter dem Arbeitskräftemangel leidenden Branche im Rahmen der Veranstaltung auch Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung. So seien die Studentenzahlen in den technischen Studiengängen im letzten Semester um ein Drittel gestiegen. Allerdings möchte die Ministerin die Wirtschaft nicht aus der Verantwortung entlassen. "Ich will nicht allein die Kosten für die IT-Ausbildung übernehmen", stellt sie klar. Wenn es für die Firmen in Europa weiterhin so rosig aussieht, wie sich das auf der CeBIT angekündigt hat, sollten sie für die Herausbildung qualifizierter Neulinge Geld übrig haben.

Martin Ottomeier, mottomeier@computerwoche.de

Vorträge onlineDie Präsentationen und Podiumsdiskussionen, die die COMPUTERWOCHE im Rahmen des E-Business-Forums sowie von Jobs & Karriere veranstaltet hat, können als Video im Internet abgerufen werden. Es gab interessante Diskussionen zu den Themen M-Commerce, Sicherheit, E-Business-Strategien, Elektronischer Einkauf, Content-Management, E-Commerce-Anbindung, E-Commerce-Anforderungen und Karriereplanung.

http://cebit.computerwoche.de