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25.02.1994

Konkurrenten reichen sich die Hand IBM produziert fuer Unisys CMOS- Prozessoren fuer die Mainframes

MUENCHEN (CW) - Zwei Konkurrenten um die Gunst von Mainframe-Kunden reichen sich die Haende: Die Unisys Corp. vergab einen Produktionsauftrag an die IBM Corp. Das Abkommen sieht vor, dass Big Blue Prozessoren fertigt, die von Unisys entworfen wurden und Eingang in deren Grossrechner finden.

Die Kooperation reflektiert auch das Streben der Grossrechnernanbieter, von der bei Mainframe-Systemen bislang genutzten ECL-Prozessortechnologie (Emitter Coupled Logic) abzukommen. Diese wird gemeinhin als zu kostspielig angesehen. Ausserdem bietet sie nicht die weitreichenden Ausbauoptionen, die der CMOS-Technologie (Complementary Metal Oxide Semiconductor) zu eigen sind. Gerade der Trend zu moderat- oder gar massiv- parallelen Rechnern setzt aber ein hohes Mass an Skalierbarkeit voraus.

IBM rueckte als einer der ersten Mainframe-Anbieter mit Plaenen heraus, ihre proprietaeren und in ECL-Bauweise ausgelegten TCM- Prozessor-Systeme (Thermal Conduction Module) auslaufen zu lassen und zukuenftig durch CMOS-Elemente zu ersetzen. Die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) gab vor einem Jahr bekannt, dass man die Entwicklungsanstrengungen ab sofort auf die billigere CMOS- Technologie konzentrieren werde.

SNI bezieht ihre BS2000-Grossrechner von Fujitsu. Mit dem Modell C70 praesentierte man auch schon den ersten Unternehmensrechner, der mit der neuen Prozessorgattung ausgestattet ist. Hitachi und NEC denken ebenfalls in Richtung CMOS.

Mit Unisys beschreitet ein weiteres Schwergewicht der Grossrechnerszene den CMOS-Weg. Das jahrelang in heftiges Schlingern geratene, mittlerweile aber wieder in ruhigeren Wassern fahrende Unternehmen begann die Transition von ECL auf CMOS bereits 1993: Seit dieser Zeit liefert Unisys das auf dieser Prozessortechnologie aufsetzende Modell 500 der 2200- Grosssystemfamilie aus.

Die Vereinbarung zwischen den beiden Firmen sieht vor, dass Unisys das Design sowohl fuer die Chiplogik als auch fuer die physikalische Ausarbeitung entwirft. Die Big-Blue-Division IBM Microelectronics produziert die Prozessoren dann nach diesen Vorgaben in ihrer Fabrikationsstaette in Burlington, Vermont. Hierbei nutzt sie das 0,5-Submikron-Verfahren, was momentan hoechstem technologischen Standard entspricht.