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15.10.1993

Konkurrenz fuer BTs Outsourcing-Tochter Syncordia Vertrag mit IBM soll Eunetcom einen fulminanten Start sichern

MUENCHEN/PARIS (gh) - Der im Markt globaler Netzdienste bisher stets als zweiter Sieger belaechelten deutschen Telekom koennte nun erstmals ein bedeutender Coup gelingen. Die vor kurzem zusammen mit France Telecom etablierte Outsourcing-Tochter Eunetcom verhandelt mit IBM ueber die Bereitstellung eines Hochgeschwindigkeits-Netzes, das 40 europaeische Standorte des DV- Giganten verbinden soll.

Es war schon etwas ueberraschend, was vergangene Woche in Form einer kurzen Eunetcom-Pressemitteilung publik wurde: Big Blue will den Betrieb wesentlicher Teile seines europaeischen Netzes an einen weiteren externen Dienstleister uebergeben. Darueber jedenfalls laufen schon seit einigen Wochen Verhandlungen zwischen den verantwortlichen IBM-Netzplanern und dem Eunetcom-Management. Ziel ist, wie eine France-Telecom-Sprecherin gegenueber der COMPUTERWOCHE erklaerte, auf der Basis eines jetzt unterzeichneten Letter of intent "bis zum Jahresende ein entsprechendes Abkommen unter Dach und Fach zu bringen". Bei dem Projekt gehe es um die Vernetzung von rund 40 IBM-Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden, Oesterreich und Spanien.

IBM ist auch Kunde von BTs Syncordia

Kommt der Deal zustande, bedeutet dies unter Umstaenden einiges an Zuendstoff in Sachen Netzwerk-Outsourcing. Immerhin sind die Armonker - neben klassischen Carriern wie AT&T, BT, MCI und Sprint selbst wichtiger Anbieter von landesuebergreifenden Netzdiensten - bis dato mehr oder weniger der einzige Vorzeigekunde von BTs Outsourcing-Tochter Syncordia, die seit gut einem Jahr auf dem Markt agiert. Die Briten zeichnen dabei fuer die Vernetzung von zehn IBM-Dependancen in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden und Italien in Form sogenannter Managed Links verantwortlich.

Ueber die Hoehe des zur Diskussion stehenden Auftragsvolumens wurden keinerlei Angaben gemacht; darueber hinaus gibt es keine Informationen ueber technische Details beziehungsweise die Art der Dienstleistungen, die Eunetcom bereitstellen koennte. Aus IBM- Kreisen wurde lediglich bekannt, dass man sowohl ueber Applikationen fuer den eigenen Bedarf als auch ueber die Bereitstellung einer physikalischen Infrastruktur fuer Dienstleistungen Dritten gegenueber spreche. Fest steht indes nach Ansicht von Beobachtern, dass es sich um ein High-end-Netzwerk mit 2-Mbit/s-Datenstrecken und hoeherer Bandbreite inklusive Netz-Management handeln duerfte - also genau das Service-Portfolio, das BT mit Syncordia bisher weitgehend konkurrenzlos anbieten konnte. "Ein Vertrag zwischen Eunetcom und IBM nimmt uns nichts weg", gibt sich BT-Deutschland- Sprecher Rolf Bastian gelassen und folgt damit der offiziellen Sprachregelung seines Broetchengebers. Vielmehr handele es sich hier um Applikationen, die geringere Bandbreiten erfordern und damit das Syncordia-Angebot auch in den Laendern, wo es zu Ueberschneidungen kommt, nicht tangieren.

Zudem ist nach Auffassung vieler Insider die weitere Zukunft von Eunetcom ungewiss - auch wenn der IBM-Auftrag an Land gezogen werden kann. Immerhin benoetigten die Staebe von Telekom und France Telecom mehr als 18 Monate, um sich im September endlich auf die Berufung der wichtigsten Manager und die Standorte ihrer gemeinsamen Outsourcing-Filiale zu einigen; dass die beiden Carrier, trotz oder gerade wegen politischer Vorgaben, nicht gut miteinander koennen, ist daher spaetestens seit diesem Zeitpunkt in der Branche ein offenes Geheimnis.