Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

16.01.1976 - 

Bayerische Beamten Versicherung AG, München

Konkurrenz verbilligt COM-Service

MÜNCHEN - "Zur Zeit unterbietet ein COM-Servicebetrieb den anderen, jeder will das Rennen machen. Da werden sicher einige auf der Strecke bleiben. Das mußten wir einfach ausnutzen", berichtet Hans Gürster, Leiter der Betriebsorganisation der Bayerischen Beamten Versicherung, München, über seine persönlichen Erfahrungen mit der COM-Dienstleistungsbranche. Diese Worte erhellen schlaglichtartig die Marktsituation.

Der Versicherungs-Organisator stand vor der Aufgabe, anläßlich der Zentralisierung bei 45 BBV-Zweigstellen eine Mikrofilm-Organisation einzuführen. Mit herkömmlichen Karteikarten war - so Gürster - die Auskunftsbereitschaft der Geschäftsstellen nicht mehr aufrechtzuerhalten. Weiteres gewichtiges Argument, das für die Umstellung auf das COM-Verfahren sprach: "Die Papierberge sind uns über den Kopf gewachsen."

Zweimal im Monat wurde von der EDV-Anlage ein mannshoher Stapel Listen (vorwiegend Buchungsnachweise) ausgespuckt. Bei der Rechen- und Druckzeit sah es - wie Gürster erläutert - noch dramatischer aus. Ganz abgesehen davon, daß der Output gebunden werden mußte, entstand erst das "richtige Chaos", wenn aufgrund von Konten-Unstimmigkeiten Rückläufer von den Kreditinstituten kamen und geklärt werden mußte, wie sich die Differenzen zusammensetzten: "Da wurde oft stundenlang rumgeschmökert", stöhnt der Orgmann noch im nachhinein.

Er hat bei einem Münchner Unternehmen, das eine eigene COM-Anlage hat, eine Besichtigung gemacht und sich - auf diese Feststellung legt er Wert - ganz genau vorrechnen lassen, wie hoch die Selbstkosten eines Fiche sind.

Der Betrag von 6,50 Mark, der ihm genannt wurde, machte ihm die Entscheidung fürs "Außer-Haus-Gehen" leicht. Denn er hatte unter rund zehn Angeboten von bayerischen COM-Büros wesentlich niedrigere Angebote. Was er schließlich ausgehandelt hat, will Gürster - wer würde das nicht verstehen - nicht nennen.

Vom langfristigen Nutzen der Verfilmung ist er überzeugt: "Der Mikrofiche ist von der Bearbeitung her einfach ideal."

So will er Zug um Zug möglichst viel auf COM verlagern.

Übliche Einwände gegen COM-Service wie "Termindruck, "Wegezeiten", "Geheimhaltungsprobleme" läßt der Mikrofilm-Autodidakt nicht gelten. Vor allem Terminschwierigkeiten sieht er nicht: "Wir müssen die Fiches nicht innerhalb von 24 Stunden geliefert bekommen." Und sogar das würden die meisten COM-Servicebetriebe heutzutage garantieren.

Zudem hat die BBV zu ihrem COM-Partner in München nur geringe Anfahrtswege.

Gürsters Fazit: "In eineinhalb Jahren, wenn das Volumen bei uns entsprechend gestiegen ist, werden wir natürlich erneut eine Wirtschaftlichkeitsrechnung anstellen. Vorerst rentiert sich eine eigene COM-Anlage für uns nicht."