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24.01.1975 - 

Bewährungsprobe bei 6000 Gläubigern:

Konkursabwicklung per EDV

MÜNCHEN - Auch die Rezession bringt ihre spezifischen DV-Einsatzmöglichkeiten: um mit der steigenden Zahl von Konkursen fertig zu werden, bedient sich das Münchener Amtsgericht seit einem Jahr der elektronischen Datenverarbeitung. "Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden", berichtet Rechtspfleger Hefferle vom Konkursgericht. Die Bayern sind die ersten in der Bundesrepublik, die die Bearbeitung der Konkurse so vereinfacht haben. Wenn den Gläubigern der Eröffnungsbeschluß mitgeteilt wird, bekommen sie gleich den EDV-gerechten Vordruck für die Forderungsanmeldung samt einem Merkblatt zugesandt. Diesen Vordruck schickt der Gläubiger ausgefüllt zweifach an das Gericht. Die eine Ausfertigung bekommt der Konkursverwalter; die andere wird vom Sachbearbeiter beim Gericht durchgesehen und dann an das Landesamt für Datenverarbeitung gegeben, das Ablochen und Ausdrucken übernimmt. Das Konkursgericht bekommt die Konkurstabelle, das alphabetische Namensverzeichnis der Gläubiger, eine Auflistung der

Plausibilitätsfehler (Fehler des Sachbearbeiters oder der Locherin) und eventuelle Monierungsschreiben zurück. Mit den programmierten Monierungsschreiben wird der Gläubiger beispielsweise aufgefordert, einen fehlenden Zinsfuß oder die Währung noch anzugeben oder die Vollmacht nachzureichen.

Eingesetzt wird das Verfahren bei Konkursen mit wenigstens hundert Gläubigern - das ist etwa die Hälfte der rund 150 Konkurse, die pro Jahr in München eröffnet werden. Die Zahl der Konkursanträge ist zehnmal so hoch - die meisten werden allerdings mangels Masse abgelehnt oder wieder zurückgenommen. Bei Konkursen mit geringer Gläubigerzahl, wäre der DV-Einsatz unrentabel - seine Bewährungsprobe bestand das Verfahren im vergangenen Jahr bei einem Konkurs mit 6000 Gläubigern. "Allein an den 6000 Konkurstabellen hätten ein bis zwei Schreibkräfte zwei oder drei Wochen zu schreiben gehabt", meint Hefferle. "Der DV-Einsatz ermöglicht es, auch große Konkurse innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist zu bearbeiten." Die EDV bewältigt ein "Stoßgeschäft", das bei manuellem Verfahren zusätzliches Personal erfordern würde. Die Konkursrichter sind überhaupt die ersten, die sich der EDV bedienen. Zwar hat im Grundbuchwesen eine Kommission beim Münchener Amtsgericht schon vor der Konkursabteilung begonnen, auf Datenverarbeitung umzudenken. Sie ist allerdings bislang noch nicht zu greifbaren Ergebnissen gekommen, die es erlauben würden, das Grundbuch durch einen Grund-Speicher? (der Name muß auch erst noch gefunden werden) zu ersetzen.