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08.12.1978 - 

Modehaus arbeitet mit Warenwirtschaftssystem:

Konsequent reagieren, bevor Verluste eintreten

KARLSRUHE (pi) - Das Modehaus Gottschalk in Karlsruhe arbeitet mit einem geschlossen Warenwirtschaftssystem, das die Erfassung der Wareneingangsdaten mit dem System NCR 3295 vornimmt und auf Kassette aufzeichnet. Das System NCR 2135 mit OCR-Handleser an der Kassenstelle erfaßt die Verkaufsdaten und zeichnet sie ebenfalls auf Magnetband auf. Wareneingangs- und -verkaufsdaten werden in einem NCR-Rechenzentrum zur kurzfristigen Erfolgsrechnung (KER) ausgewertet.

Das Sortiment dieses Modehauses umfaßt 30 Hauptläger mit zirka 200 Untergruppen der Sparten DOB und HAKA. Lagerbestand insgesamt etwa 12 000 Teile. Vor der Installation des neuen Systems, aber bereits mit KER Auswertung, war das Sortiment in 90 Warengruppen unterteilt. Jetzt sind es 200.

"Die labile Konjunkturlage, der scharfe Wettbewerb und die hohe Kostenbelastung in vielen Betriebsbereichen fordern geradezu eine exakte Wirtschaftlichkeitsberechnung", meint Richard Gottschalk, Inhaber des Karlsruher Modehauses. Zwei Möglichkeiten gäbe es, einen genauen Betriebsüberblick zu erhalten: Entweder man beschäftige teure, hochqualifizierte Fachkräfte, die sehr schwer zu bekommen sind, oder man übergebe die Auswertung der Betriebszahlen der EDV.

Erfolg - kein Zufall

Personalaufstockung kommt nicht in Frage: "Zu kostenintensiv." Bleibt also nur der andere Weg: Konsequente Ausnutzung gegebener EDV-Möglichkeiten. Bereits seit 1965 - bei einem Drittel des heutigen Umsatzes - bediente sich Gottschalk einer vom NCR-Rechenzentrum erstellten monatlichen KER. Konsequenter Ausbau dieser EDV-Auswertung brachte jetzt die Integration eines abgeschlossenen Kontroll- und Informationskreislaufes. Die Datenerfassung erfolgt im Hintergrund für den Wareneingang mit dem System NCR 3295. An der Kassenstelle steht das elektronische Datenkassensystem NCR 2135 mit OCR-Handleser und Kassettenaufzeichnungsstation. Die Kosten insgesamt: rund 76 000 Mark.

Eine solche Investition scheint für ein mittelgroßes Unternehmen sehr hoch zu sein. Aber die Entscheidung, mit EDV zu arbeiten, ist das Ergebnis einer ganz nüchternen Kalkulation. "Mir blieb einfach keine andere Wahl'', meint Gottschalk, der allein zuständig ist für die gesamte Betriebsführung. Er hat nicht die Zeit, sich alle Unterlagen selbst zu erarbeiten. Also kam nur eine EDV-Auswertung in Frage, die ständig exakte Daten anbietet über:

- Lagerbewegung

- Lagerbestand und -kontrolle

- Käufertrends

- Lieferanten

- detaillierten Umsatz (Waren-, Preis- oder Größen-Gruppen, Netto-Umsatz, Bruttogewinn etc.)

Die EDV-Auswertung bringt dem Unternehmer jetzt die gewünschten Zahlen. Richard Gottschalk sieht viele Möglichkeiten, aus den exakten statistischen Material Schlüsse zu ziehen, die das Verkaufsgeschehen positiv beeinflussen.

Lagerkosten sinken

Käufertrends lassen schnell erkennen welche Modelle und welcher Hersteller von den Kunden besonders bevorzugt wird. Günstigere Einkaufskonditionen können erreicht werden. Gottschalk will ein Kundenwahlsystem aufbauen bei deutlicher Kennzeichnung von Herstellermarken und Größen (Personalkostenersparnis). Ein Anhaltspunkt ist die Verkaufsstatistik. Das Lager kann auf den tatsächlichen Bedarf hin ausgerichtet werden. Ist ein Posten weniger stark gefragt - die Umsatzstatistik macht dies sofort deutlich -, können entsprechende verkaufsfördernde Maßnahmen ergriffen werden.

Das Wareneingangssystem erfaßt sämtliche Rechnungsdaten. Das System bedruckt Warenetiketten in OCR-A-Schrift, die nachher an der Kassenstelle vom OCR-Handleser gelesen und an das Datenkassensystem weitergegeben beziehungsweise auf Kassette gespeichert werden zur weiteren Verarbeitung zusammen mit den ebenfalls auf Kassette aufgezeichneten Wareneingangs- und anderen Bewegungsdaten

Aussagestarkes Etikett

Das Etikett enthält folgende Daten:

- Warengruppe

- Größe

- Lieferanten-Nummer

- Wareneingangsdatum

- verschlüsselter Einkaufspreis

- Verkaufspreis

Aufgrund der 30 Speicherwerke der Datenkasse ist es möglich, täglich den Umsatz der Hauptläger zu ermitteln. Täglich kann festgestellt werden, wieviel Kleider, Blusen, Röcke etc. insgesamt verkauft wurden. Dadurch ist es leicht, gewisse Trends zu erkennen und schnelle Entscheidungen zu treffen. Um nun die monatliche Kostenbelastung der EDV in Grenzen zu halten, kann man die Zahlungsauswertung vom Rechenzentrum nach Bedarf abrufen, etwa einen Monat nur KER und Warenguppenstatistik. Vor den Einkaufsterminen Lieferanten- und Preisgruppenstatistik. Auf Wunsch können detaillierte Aussagen gemacht werden über die Umsätze innerhalb der Warengruppen.

"Die individuelle Auswertung bringt enorme Vorteile ", sagt Gottschalk. Vergleiche sind auch mit Buchhaltungszahlen gegeben. " Ich kann reagieren, bevor überhaupt ein Verlust eingetreten ist."