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09.05.2003 - 

Neues Fuhrpark-Management bei der Deutschen Post World Net

Konsolidieren und enorme Summen sparen

MÜNCHEN (CW) - Kostentransparenz im Flotten-Management hilft Unternehmen, enorme Summen zu sparen. Zu diesem Zweck hat die Deutsche Post AG ihre Fuhrpark-IT konsolidiert. Das neue System gewährt - bis auf den Euro genau - Einblick in die aktuellen Sachkosten jedes einzelnen Fahrzeugs. Neben hohen Einsparungen im IT-Betrieb wurde damit die Basis für eine kostenoptimale Steuerung des Fuhrparks geschaffen. Von Nicole Winkler*

Jeder Autofahrer weiß: Zum Autofahren gehören auch Autokauf und -reparatur, Steuern sowie der Autoverkauf. Für die Deutsche Post World Net, den größten Fahrzeughalter in Deutschland, erledigt das die Serviceniederlassung Fuhrpark-Management in Nürnberg, die 60000 Fahrzeuge zu verwalten hat. Die Steuerung erfolgt über die IT-Anwendung "Fuhrpark-Management", die die Deutsche Post IT Solutions für den Konzern entwickelt hat und betreut - neuerdings auf Basis eines umfassenden Oracle-Data-Warehouse. Es speichert alle Daten zentral und stellt sie für Auswertungen jeder Art zur Verfügung.

Aus reinen Fakten wie Anschaffungspreis, Laufleistungen, Instandhaltungskosten (dazu zählen Reparaturen, Ölwechsel, Abgas- und Hauptuntersuchung) sowie Tankkosten, Abschreibungen, Versicherungen oder Steuerbescheide entstehen aussagekräftige Berichte. Sie zeigen unter anderem, welche Fahrzeugtypen besonders viel Kraftstoff verbrauchen, ob die Abbuchungen des Finanzamts korrekt sind und wo sich ein hoher Anschaffungspreis über den Lebenszyklus des Autos hinweg durch niedrige Wartungskosten amortisiert. "Wir sind heute in der Lage, Kostentransparenz über nahezu alle Bereiche herzustellen - aktuell und mit hoher Leistung", beschreibt Volker Gerecke, der als fachlicher Projektleiter die Einführung des konsolidierten Data Warehouse geleitet hat, den Nutzen des Systems.

Von 139 Servern auf einen Server

Noch vor wenigen Monaten verteilten sich Datensammlung und Datenhaltung der Fuhrpark-Management-Anwendung auf 139 Server. Alle Anwendungen aus den Brief- und Frachtzentren, dem Instandhaltungs-Management sowie der zentralen Bestandsverwaltung mussten täglich mehrmals repliziert werden, um die jeweils aktuellen Daten für das operative Geschäft zur Verfügung zu haben.

"Der administrative Aufwand für die vielen Server war enorm hoch, und es kam immer wieder zu Verzögerungen", erläutert Gerecke die Beweggründe für die Konsolidierung der Server-Landschaft. Diese Situation war für die Serviceniederlassung nicht länger tragbar. Zu den Aufgaben der Abteilung "Einkauf Fahrzeuge" gehört die ständige Suche nach neuen betriebsgerechten und wirtschaftlichen Fahrzeugmodellen. Bei Fahrzeugen, die bereits länger im Gebrauch sind, ermitteln die Fuhrpark-Manager, wie lange die Wägen kostengünstig eingesetzt werden können. Des Weiteren umfasst das Fuhrpark- auch das Instandhaltungs-Management, das sich um die Rechnungsbearbeitung kümmert, Reparaturfreigaben erteilt und Anmietung, Zulassung sowie Abmeldung der Fahrzeuge regelt. Gesucht wurde ein System, mit dem sich alle Daten zentral und hochverfügbar halten lassen. Es sollte leicht zu administrieren sein und die neueste Technologie bieten. Ausgangspunkt für die Entscheidung zugunsten von Oracle waren die jahrelangen guten Erfahrungen seitens der IT-Verantwortlichen mit diesem Anbieter. "Wir nutzen Oracle-Datenbanken seit über fünf Jahren und haben im März 2001 auf die Version 7.34 umgestellt," erklärt Thomas Meier, Geschäftsführer der Deutsche Post IT Solutions.

Als Systemhaus der Deutschen Post World Net ist IT Solutions für die Entwicklung und Implementierung sämtlicher Anwendungen verantwortlich, die der Konzern einsetzt. Dabei handelt es sich primär um Individuallösungen. Der eigentliche Betrieb wird über T-Systems abgewickelt.

Im Frühjahr dieses Jahres fiel die Entscheidung, gleich auf Oracle 9i, Version 2, zu migrieren und die Datenbankoption "Real Application Clusters" (RAC) zu nutzen. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, um die 139 bestehenden Datenbanken zu konsolidieren und auf zwei Solaris-Sparc-basierende "Primepower"-Server von Fujitsu-Siemens Computers (FSC) zu implementieren. Die beiden Server sind durch das Cluster-Framework "Primecluster" von FSC miteinander verbunden und gewährleisten mit Oracle 9i RAC die Hochverfügbarkeit der Datenbank.

Für FSC hat sich die Deutsche Post insbesondere wegen der positiven Erfahrung in mehreren Cluster-Projekten entschieden. Die Hardwarewahl fiel auf Primepower, weil die Unix-Systeme die in Standard-Benchmarks nachgewiesene Performance unter Beweis stellen konnten. Zudem überzeugten Berechnungen hinsichtlich der Total Cost of Ownership (TCO).

Praktischer Zusatznutzen

Real Application Clusters lässt sich leicht administrieren und erhöht die Wirtschaftlichkeit deutlich. Als günstig hat sich auch die permanente Nutzung aller Ressourcen erwiesen: Unter Oracle 9i RAC gibt es kein Standby. Eine Reihe neuer Features in der Version 2 bieten praktischen Zusatznutzen - so etwa die Synchronisation zwischen simultan laufenden Instanzen. Durch das Synchronisationsprotokoll "Cache Fusion" ist das System bei einer Übertragungsrate von 1 Gbit pro Sekunde richtig schnell. Ferner erfolgt das Zuordnen von Speicherbereichen für Sortierungen und umfangreiche Verknüpfungen automatisch. Hilfreich ist hier der dynamische Buffer-Cache, der im laufenden Betrieb erweitert werden kann.

Das Fuhrpark-Management ist als klassische Client-Server-Anwendung konzipiert und arbeitet mit zwei Servern. Jedes System kann die Funktion des anderen in einem Sekundenbruchteil übernehmen, was eine hohe Ausfallsicherheit gewährleistet. Während das eine Anwenderabfragen wie Kilometerstand und Reparaturkosten bearbeitet, bedient das andere die Datenverwaltung. Hier geht es vor allem um Massendaten wie die Gesamtkosten aller Fahrzeuge der Deutschen Post oder wiederkehrende Unfalldaten.

Freischaltung in Minuten

Über 400 User greifen heute auf die Fuhrparkanwendung zu. Die Rollenvergabe erfolgt nach LDAP-Standard (LDAP = Lightweight Directory Access Protocol). Dabei erhält jeder Anwender nur die Daten, die er für seine individuelle Arbeit benötigt. So ist es möglich, sensible Informationen - etwa zu Firmenwagen - zu schützen. Ein weiterer Vorteil: Während es früher Wochen dauerte, bevor ein neuer Anwender freigeschaltet war, erledigt der Administrator dies heute in wenigen Minuten.

Die Publikation der Auswertungen im Intranet der Deutschen Post erfolgt über einen zusätzlichen separaten Server. Für diese Standardberichterstattung nutzt die Deutsche Post IT Solutions Software der Firma Cognos, die reibungslos mit der Oracle-Technik zusammenarbeitet. Die Empfänger der Berichte benötigen lediglich den Microsoft-Browser Internet Explorer und eine Freischaltung, um auf die Daten zugreifen zu können. So kann jeder beliebige Arbeitsplatz-PC über das Intranet Zugriff erhalten.

Die Nutzer der gelben Flotte fordern Mobilität. Grundgedanke ist, hochwertige Leistungen möglichst kostengünstig einzukaufen. Mit dem neuen System erfolgt heute der Einkauf zentral. Dabei stehen jetzt umfassende Informationen für Vertragsverhandlungen mit den einzelnen Herstellern zur Verfügung. "In diesem Bereich lässt sich viel Geld sparen", erklärt Meier. Aber nicht nur hier. Insgesamt erreichen die Deutsche Post World Net und ihr Systemhaus jährliche Einsparungen in mindestens sechsstelliger Höhe.

Kostensparender Doppeleffekt

Dies resultiert aus einem Doppeleffekt: Während im IT-Bereich die Konsolidierung auf zwei Server-Systeme die Hardware-, Betriebs- und Administrationskosten deutlich senkt, hilft auch die hohe Bestands- und Kostentransparenz im Fuhrpark-Management, enorme Summen zu sparen. Ein Weg, den der Konzern weitergehen will. So plant der IT-Solutions-Chef, das Fuhrpark-Management Web-fähig zu machen. Der Zugriff soll dann über ein Portal erfolgen, so dass alle Anwendungen das gleiche Look and Feel erhalten. Dadurch wird es möglich sein, den Nutzern den Zugang weiter zu erleichtern und noch mehr administrative Tätigkeiten zu automatisieren. (kf)

*Nicole Winkler ist freie Journalistin in München.

Steckbrief

Ziel: Kostentransparenz und -reduzierung sowie Optimierung des IT-Betriebs durch Server-Konsolidierung auf Basis eines umfassenden Data Warehouse.

Unternehmen: Größter deutscher Fahrzeughalter.

Ergebnis: Jährliche Einsparungen in sechsstelliger Höhe.

Stand heute: Im Produktivbetrieb.

Basis: "Fuhrpark-Management"-Applikation (Deutsche Post IT-Solutions), Oracle 9i, Version 2; Oracle 9i Real Application Clusters (RAC); zwei Sparc-basierende Primepower-Server von Fujitsu-Siemens Computers (FSC).

Realisierung: Deutsche Post IT Solutions, Oracle, FSC.

Nächster Schritt: Weitere Automatisierung administrativer Tätigkeiten durch künftige Web-Fähigkeit der Fuhrpark-Management-Applikation.