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14.06.2002 - 

Verkauf von Silverstream - Gerüchte um HP und Webgain

Konsolidierung im Java-Lager

MÜNCHEN (as) - Unruhe im Markt für Java-Software: HP-Manager denken mittlerweile laut über den Verkauf des Middleware-Business nach. Tool-Hersteller Webgain will sich Berichten zufolge ins Beratungsgeschäft zurückziehen, und Silverstream, Anbieter von Applikations-Servern, schlüpft unter die Fittiche des Netzwerkers Novell.

Seit April kursieren Gerüchte, dass HP die Weiterentwicklung seiner unter dem Namen "Netaction" versammelten Java- und Web-Services-Middleware zugunsten von Partnerprodukten ganz oder teilweise aufgeben könnte. Dieser Tage räumte nun Peter Blackmore, Executive Vice President der Enterprise Systems Group, auf einem Treffen mit Finanzanalysten ein, dass die Middleware dem Unternehmen "schwere Verluste" verursache und man daher einige Produkte "in den Ruhestand" schicken werde. Konzernchefin Carleton Fiorina wollte sich auf die Frage eines Analysten nicht konkret über das Schicksal von Netaction äußern und erklärte lediglich, dass man sich derzeit in puncto Middleware-Strategie "in einigen Partnerdiskussionen" befinde.

HPs Produktpalette im Bereich Middleware umfasst unter anderem einen J2EE-Application-Server (J2EE = Java 2 Enterprise Edition), einen Transaktions-Server, einen Messaging-Server und verschiedene XML-Tools. Diese Lösungen stammen im Wesentlichen aus der Übernahme von Bluestone Software vor zwei Jahren, für das HP damals rund 500 Millionen Dollar gezahlt hatte. Hinzu kommt beispielsweise HPs Softwareplattform "E-Speak" sowie das Modellierungswerkzeug "Process Manager".

Als möglicher Käufer der HP-Middleware wird Datenbankriese Oracle gehandelt, der damit vor allem Marktanteile für sein im Vergleich zu den Marktführern IBM und Bea Systems noch wenig erfolgreiches Geschäft mit Java-Applikations-Servern hinzugewinnen könnte. Bei Oracle mochte man sich hierzu nicht äußern, wenn auch ein Manager gegenüber der COMPUTERWOCHE sagte, dass er technisch keinen Bedarf an HP-Middleware als Teil des Applikations-Servers "Oracle 9i" sehe.

Ebenfalls als Käufer wird Oracle bei einer zweiten, offenbar kurz bevorstehenden Akquisition gehandelt. Berichten des Brancheninformationsdienstes "Computerwire" zufolge will sich der auf Java-Werkzeuge spezialisierte Anbieter und Bea-Partner Webgain vom Tool "Toplink" trennen. Dieses kommt in vielen Applikations-Servern zum Einsatz und dient dem Mapping von Java-Objekten auf relationale Datenbanken und Datenquellen. Darüber hinaus will Webgain aus wirtschaftlichen Überlegungen die Entwicklung der vor allem in den USA verbreiteten Java-Programmierumgebungen "Visual Cafe" und "Webgain Studio" einstellen. Stattdessen wolle der Hersteller die Produkte der Open-Source-Community überlassen und künftig vor allem mit Support sowie Lizenz- und Urheberrechten verdienen.

In einer dritten, diesmal offiziellen Mitteilung meldet Novell den Kauf des Java-Pioniers Silverstream für neun Dollar pro Aktie oder insgesamt 212 Millionen Dollar in bar. Abgesehen haben es die Netzwerker aus Provo vor allem auf die Produktsuite "Extend" von Silverstream. Diese ist eine visuelle Entwicklungsumgebung für serviceorientierte Geschäftsanwendungen, deren technische Grundlagen Java, XML und Web-Services bilden. Sie soll Novells Produktstrategie in Richtung Web-Services vervollständigen (siehe CW 21/02, Seite 8) und so den Aufbau einer "Advanced Integration Architecture" aus dem Netz-Betriebssystem Netware und Extend erlauben. Diese soll die Entwicklung und das Management von plattformübergreifenden, serviceorientierten Anwendungen ermöglichen. Laut Novell-Chef Jack Messman will man indes weder mit Anbietern von Java-Applikations-Servern konkurrieren noch die Kunden auf Netware zwingen. Trotzdem hofft Novell, dass sich der Zukauf im Jahr 2004 erstmals positiv in seiner Bilanz niederschlägt.