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02.07.1976

Konstante Funktionalität

Der Begriff stammt aus dem Honeybull'schen Neuhochdeutsch. Die HB-Sprachschöpfer hatten sich schon bei der Vorstellung der Serie 60 hervorgetan: Damals hörte man "Innovatives Hochsprachenkonzept" oder "Multidimensionale Verarbeitungsmöglichkeiten".

Konstante Funktionalität soll nun Rechneranwendungen kennzeichnen, für die billige Minis hervorragend geeignet sind, teure Allzweckrechner aber nicht nötig sind - eben Applikationen mit stets gleichbleibenden Aufgaben. Honeywell-Bull-Vertriebschef Dr. Gert Bindels erklärte kürzlich auf einer Pressekonferenz, daß zwar zwischen Minis und Universalrechnern von der Technik her heute kaum noch Unterschiede bestehen, sich jedoch die erheblichen Unterschiede in den Preisen von den Einsatzmöglichkeiten her durchaus rechtfertigen ließen. Denn - so Bindels - wenngleich jede Anwendung grundsätzlich mit Minis oder aber mit kommerziellen Rechnern gelöst werden könne, seien billige Minis eben für Aufgaben mit konstanter Funktionalität prädestiniert (auch wo also keine "lebenden" Applikationen realisiert werden). Ferner würden zu Allzweckrechnern hochstilisierte Minis zwangsläufig in etwa auch deren Preise annehmen.

Billige Einzweck-Applikationen

Sicherlich richtig ist, daß ein Mini immer dort vorteilhaft zum Einsatz kommt, wo ein Computer wie ein Baustein in eine schlüsselfertige Applikation eingepaßt wird, deren Funktionen über die Installationsdauer weitgehend konstant bleiben. Typische Beispiele sind neben der klassischen Prozeß-/Laborautomation und der Industrieregelung intelligente Terminalsysteme, POS-Systeme, Datensammelsysteme, Netzwerkrechner, Vorschaltrechner, Drucksatelliten und so weiter. Nach dem Konzept der "Distributed Intelligence" lassen sich die Einsatzgebiete fast beliebig erweitern.

Sicherlich richtig ist ebenfalls, daß kommerzielle Allzweckrechner dadurch erheblich teurer als die nachte Mini-Hardware sind, weit vor Absatzkonzeption für Universalrechner eine umfassende "Presales- and Postales-Absatzorganisation" (HB-Lingo), ein umfassendes Angebot von System- und Anwendungssoftware, Finanzierungsalternativen zum Kauf und Service-Leistungen wie Ausbildung, Beratung und Wartung gehören.

Stimmt aber die These, daß - so Bindels - Universalrechner stets dann vorteilhaft zum Einsatz kommen, wenn lebende kommerzielle Anwendungen realisiert werden, wie beispielsweise die Einsatzgebiete Buchhaltung, Personalwesen von Datenbanken. Dem HB-Vertriebschef ist zuzustimmen, wenn er meint, der Streit, ob billige Minis oder, teure kommerzielle Computer wirtschaftlicher sind, sei irrelevant, da das Einsatzgebiet den Typ des benötigen Computers bestimmt.

Regelkreis-Modell für die Industrie-Firma

Nur, bei genauer Betrachtung stellt sich heraus, daß mehr und mehr der "lebenden Anwendungen" letztlich auch nur "Einzweck-Applikationen" sind. Etwa File-Management, etwa Finanzbuchhaltung, vielleicht sogar die kommerzielle Datenverarbeitung in einer mittleren Unternehmung, die mit Standard-Software gelöst werden könnte.

Die Wissenschaftler vom BIFOA in Köln zumindest behaupten, daß es ein Regelkreis-Modell für den optimal organisierten Betriebsablauf einer typischen Industriefirma gibt. MDT-Software-Generatoren Ó la MAS, Varial, Triasis, Firm und andere basieren auf dem gleichen Konzept. Konstante Funktionalität gibt es nicht nur in den technischen Bereichen. Dedizierte Systeme haben vor allem deshalb Zukunft, weil sie, erheblich billiger sein können, - wie man jetzt auch aus Großrechner-Kreisen offiziell vernimmt.