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19.02.1999 - 

Kontakte und Tips statt Kapital

Kontakte und Tips statt Kapital Gründerinitiative Forum Kiedrich zieht eine positive Zwischenbilanz

Von Beate Kneuse KIEDRICH - Praktische Hilfestellung ist für Unternehmensgründer mindestens genauso wichtig wie Startkapital. Dies hat Klaus Plönzke, Gründer und Vorstandschef des IT-Dienstleisters CSC Ploenzke AG, schon 1997 zum Anlaß genommen, die Initiative "Forum Kiedrich" aus der Taufe zu heben.

Die Gründerinitiative bringt Angehörige "alter" Unternehmergenerationen mit Neugründern zusammen, wobei die erfahrenen Firmenchefs den Newcomern Wissen und vor allem Kontakte vermitteln sollen. Rund 100, zum Teil namhafte altgediente Gründer, Manager und Wirtschaftswissenschaftler stehen mittlerweile auf der Mentorenliste des Forums Kiedrich. Neben Klaus Plönzke engagieren sich unter anderem der frühere Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber, Ex-HP-Manager Klaus- Dieter Laidig, Hans-Jörg Bullinger vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart sowie August- Wilhelm Scheer vom Institut für Wirtschaftsinformatik in Saarbrücken und Chef der Softwareschmiede IDS Prof. Scheer GmbH.

Längst sei, so Klaus Plönzke vor der Presse, für die Newcomer nicht mehr die Finanzierung der größte Hemmschuh in Sachen Selbständigkeit, sondern der mangelnde Glauben an die eigenen Erfolgschancen. "Deshalb wollen wir Mut machen", betonte der CSC- Ploenzke-Chef - bekanntermaßen selbst ein gutes Beispiel für unternehmerische Initiative. Nach 15 Jahren in Diensten von IBM gründete er 1969 sein damaliges DV-Studio "Ploenzke", wandelte es 1992 in eine AG um und holte vor knapp vier Jahren den US- Dienstleister Computer Sciences Corp. (CSC) als Hauptanteilseigner an Bord, um die Zukunft seines Unternehmens auch nach seinem "operativen Ausstieg" zu sichern. Plönzke wird, wie vor kurzem bekannt wurde, zum 1. April 1999 seinen Chefsessel im Vorstand mit einem Stuhl im Aufsichtsrat der US-Mutter CSC tauschen.

Bewerber müssen sich qualifizieren

Doch zurück zum Forum Kiedrich: Zweimal jährlich dient der Gründermarkt, wie eingangs geschildert, als Kontaktplattform. Über Anzeigen in regionalen und überregionalen Tageszeitungen werden im Vorfeld potentielle Unternehmensgründer aufgefordert, ihre Geschäftsideen einzusenden. Längst nicht alle Bewerber schaffen es dann aber bis zur Teilnahme an der in der CSC- Ploenzke-Zentrale in Kiedrich stattfindenden "Endrunde". Um sich zu qualifizieren, müssen die Newcomer ein stimmiges Konzept vorlegen, mindestens drei Arbeitsplätze schaffen oder in anderer Form Verantwortung für Menschen übernehmen - fach- liche Erfahrung inklusive.

Die insgesamt 126 Kurzpräsentationen auf den ersten drei Gründermärkten führten nach Auskunft der Initiatoren bisher zu 89 Unternehmensgründungen. In diesem Jahr dürften die Zahlen weiter steigen. Allein beim vierten Gründermarkt Ende Januar stellten sich 44 neue Unternehmer in spe vor. Der Großteil der Geschäftsideen kam mit 63 Prozent bislang aus der Beratungs- und Dienstleistungsecke, gefolgt von der High-Tech-Branche mit 15 Prozent. Eine wachsende Zahl an Gründungswilligen haben die Initiatoren des Forums Kiedrich zuletzt rund um das Thema Internet registriert, ein neuer Trend zeichne sich zudem im medizinischen Bereich ab, hieß es.

Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.