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29.09.1995

Konzentration auf die Netzwerkkompetenz Novell ueberlaesst Unix den Profis HP und SCO

CW-Bericht, Hermann Gfaller

MUENCHEN - Nach knapp drei wenig erfolgreichen Jahren als Unix- Eigner wirft Novell das Handtuch. Der Netzspezialist tritt das Betriebssystem inklusive Kundenvertraegen an den PC-Unix- Marktfuehrer SCO ab. Gescheitert ist auch die Entwicklung des Netware-Unix "Super-NOS", das nun ebenfalls von SCO, allerdings mit Hilfe von Hewlett-Packard, auf 64-Bit-Basis entwickelt wird.

Novell begruendet den Rueckzug aus dem Unix-Geschaeft mit einer neuen Firmenstrategie. Danach wolle man sich auf die Kernkompetenzen im Netzwerkbereich konzentrieren. "Wir verstehen uns kuenftig als Technologielieferant", erklaert Novell-Sprecher Kai Leonhardt die neue Linie. Gleichzeitig gibt er seiner Hoffnung Ausdruck, dass diese Selbstbeschraenkung es ermoegliche, nun auch dem bisherigen Erzfeind Microsoft Netzdienste zu verkaufen (siehe auch Thema der Woche auf Seite 7).

Nach der als endgueltig bezeichneten Vereinbarung uebernimmt SCO saemtliche Rechte an dem Unix-Betriebssystem "Unixware", zu denen auch die Vertraege mit OEMs, Vertriebspartnern und Kunden zaehlen. Im Gegenzug erhaelt Novell 6,1 Millionen SCO-Aktien. Das entspricht einem Unternehmensanteil von 17 Prozent oder einem Wert (bei Vertragsschluss) von knapp 58 Millionen Dollar. Inzwischen haben jedoch bei beiden Firmen die Aktienkurse nachgegeben, so dass der Preis zu Wochenbeginn nur noch 49,5 Millionen Dollar betrug. Darueber hinaus bekommt Novell bis ins Jahr 2002 einen auf insgesamt 84 Millionen Dollar begrenzten Anteil an SCOs Unix- Einnahmen.

Ausserdem behalten die Netzwerkspezialisten die Lizenzeinnahmen fuer Unix V.4, das allerdings nicht mehr weiterentwickelt wird.

Wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die Zukunft von Unixware, bei der der Workstation-Spezialist Hewlett-Packard eine zentrale Rolle spielt. Als Endergebnis soll dabei ein gemeinsames Unix-Betriebssystem mit ausgefeilten Netzeigenschaften, objektorientierten Komponenten und vor allem 64-Bit-Faehigkeit herauskommen.

Warten auf Super-NOS

Dabei handelt es sich um das von Novell seit Jahren versprochene Netzwerk-Unix "Gemini", das bislang von Novell unter der Codebezeichnung Super-NOS entwickelt wurde. Mit Novell hat dieses Betriebssystem nur noch insofern etwas zu tun, als sich die Netzwerker vorbehalten, nach der Fertigstellung den Sourcecode von Gemini zu erwerben.

Damit die Kunden in der Wartezeit bis 1998 nicht auf das Konkurrenzprodukt Windows NT von Microsoft zurueckgreifen muessen, wollen sowohl SCO als auch HP Zwischenversionen herausbringen. "Auf diese Weise", so die Hersteller, "wird ein sanfter Migrationspfad gebahnt." Darueber hinaus "garantieren" HP und SCO, dass alle bisherigen Anwendungen fuer HP-UX, SCO-Unix, Open Server und Unixware auf Gemini laufen. In ersten Reaktionen aeusserten Unix-User die Hoffnung, dass ihr Betriebssystem nun in engagiertere Haende kommt. Novell-Kunden, die auf Super-NOS gewartet haben, fuehlen sich dagegen vom Hersteller getaeuscht.