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26.04.1985 - 

Weiterarbeit auch bei Ausfall einzelner Komponenten:

Konzept der kooperierenden Superminis

HANNOVER (mer) - Ihre neuen ausfallsicheren Systeme stellte die Norsk Data Dietz GmbH aus Bad Homburg letzt erstmals der Öffentlichkeit vor.

Zusätzlich zu den eingebauten Hardware-Einrichtungen zur Fehlerortung und -korrektur entwickelte der norwegische Supermini-Hersteller mit dem Fault Tolerance Extension (FTX) ein Software-Paket, das es dem System ermöglicht, auch bei Ausfall einzelner Hard- und Software-Komponenten weiterzuarbeiten.

Die FTX-Systeme sind kompatibel zu den ND-100- und ND-500-Systemfamilien. Über eine Verdoppelung der kritischen Komponenten des Systems und volle Nutzung aller Komponenten ermöglichen die fehlertoleranten Systeme eine hohe Verfügbarkeit, ohne die Gesamtleistung der Systeme zu vermindern.

Norsk Datas Lösung fehlertoleranter Systeme basiert auf dem Konzept der kooperierenden Superminicomputer. Eine Konfiguration besteht aus mindestens zwei ND-100- oder ND-500-Systemen, die durch Hochgeschwindigkeitsleistungen miteinander verbunden sind und Massenspeicher und Peripheriegeräte gemeinsam nutzen können. Die Maschinen sind lose miteinander gekoppelt. Sie haben jeweils ihre eigene Speichereinheit und eigene Kopien des Betriebssystems. Besonders wichtige Daten sind auf spiegelbildlichen (parallelen) Platten doppelt gespeichert. Diese können automatisch von einer auf die andere Maschine geschaltet werden.

Die Arbeitslast läßt sich auf beide Maschinen verteilen. So kann etwa das Datenbankprogramm auf dem einen und das Anwendungsprogram auf dem anderen Rechner laufen. Im Falle eines Fehlers zum Beispiel auf dem Datenbank-Computer kann eine zuvor eingegebene Version des Datenbankprogramms im Applikations-Computer die weitere Arbeit übernehmen.

Die FTX-Systeme wurden hauptsächlich für Transaktions-, Datenbank- und Büroinformations-Verarbeitungsmaschinen entwickelt. Interessant sind fehlertolerante Computersysteme bei Anwendungen, bei denen Computerausfälle besonders problematisch sind wie-zum Beispiel im Bankwesen, im Einzelhandel (point of sale), in der Medizin oder in der Fertigungssteurung.

Die ND-FTX-Systeme werden in mehreren Schritten freigegeben. Der erste umfaßt alle Hardware-Komponenten einschließlich spiegelbildlicher Platten. Mit Hilfe des "Bus-Switches" lassen sich alle oder einige der Terminals, Drucker oder Kommunikationsleitungen im Falle eines Fehlers von einem auf das andere System schalten. Diese sogenannte System-Rekonfiguration erfolgt allerdings in dieser Version nicht automatisch und muß vom Bediener ausgelöst werden. Das nächste Release soll nach Angaben von Norsk Data ein automatisches System-Rekonfigurationsmodul zusätzlich enthalten.

Die erste Version des FTX-Systems wird ab April 1985 ausgeliefert, die zweite ab viertem Quartal 1985.