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19.10.1990 - 

Produktivität und Kosten im Auge behalten

Konzeptionelle Planung macht CIM-Installation erfolgreich

CIM, das Synonym für rechnerintegrierte Produktion, wird häufig als Schlagwort benutzt, obwohl die genaue Bedeutung nicht bekannt ist. Im folgenden Beitrag erläutert Peter Kettner den Begriff und beschreibt, wie sich ein CIM-Projekt angehen läßt und welche Voraussetzungen zu schaffen sind.

Mit Computer Integrated Manufacturing (CIM) werden automatisch Begriffe wie CAD, BDE, PPS in Verbindung gebracht. Diese Komponenten sind überwiegend im einzelnen erprobt. CIM beinhaltet aber neben dem isolierten Einsatz dieser Systeme ihr durchgängiges, integriertes Zusammenwirken.

Auf allen Ebenen läßt sich Zeit sparen

Das M steht für die Produktion mit den Bereichen Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, Fertigung und Montage. Hier wirken die CIM-Komponenten unterstützend.

Das I ist das Wesentliche bei CIM. Bevor rechnergestützte Systeme eingesetzt werden können, sind Strategien zu entwickeln, die Organisation zu optimieren und um die Informationsflüsse durchgängig zu gestalten. Hier liegt der eigentliche Nutzen.

Nachdem Produktion und Informationsverarbeitung reorganisiert sind, kann das C angegangen werden. Der Rechner stellt erst dann ein wirksames Hilfsmittel dar und rechtfertigt die hohen Investitionskosten.

Dem finanziellen Aufwand, den eine rechnerintegrierte Produktion mit sich bringt, steht die Produktivitätssteigerung gegenüber. Zeit läßt sich auf allen Ebenen des Produktdurchlaufs einsparen. Kürzere Entwicklungszeiten können mit Hilfsmitteln wie CAD und CAM erzielt werden. CAP, PPS und Leitstände sowie moderne Produktionstechnologien wie Bearbeitungszentren und flexible Fertigungssysteme senken die Planungs- und Durchlaufzeiten im Betrieb.

Neben der Schnelligkeit ist auch die Qualität des Produktes ein Wettbewerbsfaktor; des weiteren ist die Fähigkeit zur Individualität zu nennen, das heißt die Flexibilität des Anbieters, auf Kundenwünsche einzugehen.

Diese Faktoren, die wettbewerbsentscheidend sein können, stellen die Ziele von CIM dar: Schnelligkeit, Genauigkeit und Individualität. Schon Anfang der 70er Jahre machte der Begriff CIM die Runde, weckte Hoffnungen und Erwartungen. Sie wichen jedoch schnell einer herben Ernüchterung, die aus den Problemen bei der Umsetzung erwuchs.

Für die erfolgreiche CIM-Einführung sind klare Unternehmensziele auf allen strategischen und operativen Ebenen wesentlich. Dazu gehören zum Beispiel die Kosten-, Flexibilitäts-, Qualitäts- und Zeitvorgaben.

Basierend auf den Faktoren, die für einen Markterfolg ausschlaggebend sind, läßt sich die Unternehmensstrategie entwickeln. Die Produktionsanforderungen werden dann von diesen Kriterien abgeleitet. Dabei ist es wichtig, diese Strategien ständig zu überarbeiten.

Bei der anschließenden Entwicklung von Lösungskonzepten treten dabei verschiedene Forderungen auf. Produktbezogen bedeutet dies zum Beispiel eine kundenorientierte Fertigung individueller Produkte sowie eine geschickte Variantenerzeugung aus Modulen. Im Bereich Organisation soll eine dezentrale und fertigungsnahe Planung und Disposition und eine der Ablauforganisation angepaßte Aufbauorganisation erfüllt werden. Für die EDV sind besonders dezentrale, aber einheitlich strukturierte sowie aktuelle Datenbestände zu realisieren.

Sind die Lösungskonzepte formuliert, folgt im nächsten Schritt die Umsetzung. Aufgrund des hohen Investitionsvolumens und der technischen und organisatorischen Komplexität von CIM-Projekten sind eine gründliche Planungsvorbereitung und die ständige Qualifizierung des Personals unumgänglich. Diesem Bedarf kann nur durch konsequente Weiterbildung der Mitarbeiter begegnet werden.

Bevor einzelne Teilprojekte zur Bearbeitung und Verwirklichung anstehen, ist zunächst ein Gesamtkonzept zu erstellen. Damit vermeidet man Insellösungen. Das Gesamtkonzept spiegelt die mittelfristigen Ziele wider und ist gemäß der Topdown-Strategie von oben nach unten aufgebaut. Die längerfristige Planung berücksichtigt dann ein Struktur- und Systemkonzept.

Das Strukturkonzept legt fest, welche von CIM betroffenen Bereiche reorganisiert und wie die verschiedenen CIM-Komponenten angepaßt werden sollen.

Das Systemkonzept beschreibt die mittel- bis langfristig geplante Rechnerorganisation. Dabei entspricht eine hierarchisch gegliederte, nicht eine zentrale DV den Anforderungen der einzelnen Ebenen.

In Verbindung mit einem zeitdeckenden Maßnahmen- und Investitionsplan können anschließend einzelne Teilprojekte durchgeführt werden. Im Gegensatz zur Erstellung des Gesamtkonzeptes ist es bei den Teilprojekten erforderlich, Bottom-up zu arbeiten, das heißt, von der Ist-Situation in den Soll-Zustand überzugehen.

Peter Kettner ist Geschäftsführer des CIM-Center Nordrhein-Westfalen in Aachen.