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21.02.1986 - 

Bereits in der Fachhochschule auf technischen Wandel vorbereiten:

Kooperation von fhw und EDS bei CA-Technik

RÜSSELSHEIM (CW) - Mit der Spitzentechnologie wandelt auch der Maschinenbau sein Gesicht: Zum Alltag des künftigen Ingenieurs werden computerunterstützte Maschinen ebenso gehören wie ständige Weiterbildung.

Praxisorientierte Ausbildung über die Pflichtübtsgen hinaus - der notwendige Grundstock dazu - kann auch durch Eigeninitiative zustande kommen, wie die Fachhochschule Wiesbaden (fhw), Technischer Fachbereich Rüsselsheim, belegen kann.

Auf geänderte technische Anforderungen an den in der Praxis tätigen Ingenieur müssen sich die Ausbildungseinrichtungen, im besonderen die Fachhochschulen, einstellen. Die Fachhochschule Wiesbaden mit ihrem Technischen Fachbereich in Rüsselsheim hat dies erkannt und betreibt die Integration dieser neuen Technologie in die Lehrinhalte der Ingenieurstudiengänge, allen voran im Studiengang Maschinenbau. Für praxisorientierte Ausbildung an der Fachhochschule ergibt sich dadurch zwangsläufig, daß CAD-Arbeitsplätze für praktische Übungen zur Verfügung stehen müssen.

Solche CAD-Arbeitsplätze kosten allerdings Geld und können daher von der Fachhochschule nicht sofort eingerichtet werden. Vielmehr ist die Fachhochschule Wiesbaden auf ein Sonderprogramm des Landes Hessen zur CAD-Ausstattung aller hessischen Fachhochschulen angewiesen, das in diesem Jahr anlaufen soll. "Da die Fachhochschule Wiesbaden darauf bedacht ist, ihren Studenten eine moderne und praxisnahe Ausbildung zu garantieren, haben wir versucht, schon jetzt CAD-Plätze bereitzustellen", betont Professor Clemens Klockner, Rektor der Fachhochschule Wiesbaden.

Wie schnell sich der Arbeitsplatz eines Konstrukteurs durch den Einsatz neuer Technologien ändern kann, wird beispielsweise in der Fahr- und Triebwerkskonstruktion oder in der Betriebsmittelkonstruktion vieler Automobilhersteller deutlich. Mit Hilfe von rechnerunterstützten Konstruktionssystemen (Computer Aided Design, abgekürzt: CAD) können erstmals Produktivitätssteigerungen erreicht werden, wie sie bisher nur im Fertigungsbereich angetroffen wurden. So auch bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim, die seit Anfang dieses Jahres ihren gesamten Datenverarbeitungsbereich vom DV-Serviceunternehmen Electronic Data Systems (EDS) betreuen läßt.

Als ,.sehr erfreulich" erachtet der Rektor der fhw die Tatsache, daß die Fachhochschule Unterstützung durch EDS und durch die Gesellschaft zur Förderung des Ingenieurwesens erhält, indem der Fachhochschule die Möglichkeit gegeben wird, CAD-Arbeitsplätze von EDS zu Ausbildungszwecken zu nutzen. Die Kooperation zwischen Hochschule und Industrie hat in Rüsselsheim bereits Tradition: Seit Jahren besteht ein Kontakt zwischen Opel und der Wiesbadener Schule, der jetzt auch durch EDS weitergeführt wird.

Studenten des Fachbereichs Maschinenbau konnten bereits zu Beginn des Sommersemesters 1985 an fünf CAD-Arbeitsplätzen der Firma EDS in den Ausbildungsräumen von Opel praktische Übungen zur Vorlesung CAD-Technik durchführen.

"Dadurch konnten 18 Studenten im Sommersemester 85 und 30 Studenten im Wintersemester 85/86 mit dem CAD-System vertraut gemacht werden und Studien und Diplomarbeiten anfertigen", erklärte Professor Wolfgang Wagner, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau der Fachhochschule Wiesbaden, der im vergangenen Jahr bei der Adam Opel AG ein Industriesemester absolvierte und so die Kooperation einleitete.

Sowohl EDS als auch Opel haben ihre Mithilfe bei einer modernen Ingenieurausbildung auch für weitere Semester zugesagt. Ohne diese Unterstützung könnte im Fachbereich Maschinenbau bis heute kein praxisorientierter CAD-Unterricht angeboten werden, so die fhw.

Allerdings sind auch Vorteile für die Spenderfirmen nicht zu übersehen. So werden Absolventen des Fachbereichs Maschinenbau als Ingenieure bei EDS, Opel oder anderen Unternehmen mit

rechnergesteuerten Konstruktionssystemen arbeiten. Mit zeitgemäß ausgebildeten Ingenieuren können die innerbetriebliche Weiterbildung reduziert und die zukünftigen Probleme besser gelöst werden, kommentiert EDS.

Wie deshalb auch Jürgen Berg, EDS-Geschäftsführer der Electronic Data Systems (Deutschland) GmbH, betont, will sein Unternehmen die Zusammenarbeit mit der FH in Zukunft weiter festigen und ausbauen, denn "Ausbildung sollte stets die Aspekte hochmoderner Technologie berücksichtigen ".

Die Studenten nehmen die gebotene Möglichkeit zahlreich wahr, sich über die Pflichtlehrveranstaltungen hinaus weiterzubilden, um im Wettbewerb um moderne Arbeitsplätze bestehen zu können.