Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.11.1979 - 

Profiteure:

Kopfjäger im EDV-Dschungel

"Ausbildungs-Selbsthilfe" fällt den Großen leichter als den Kleinen, den Herstellern leichter als den Anwendern, im Hardwarebereich leichter als im Softwarebereich. Jakob Schwab von der Systor AG, Zürich, die als eines der wenigen Softwarehäuser Ausbildungs-Selbsthilfe betreibt, prangert die schmarotzenden "Profiteure" im Abwerbegeschäft im folgenden als "Profit(eur)-Softwarehäuser" an.

Was wird gejagt?", fragen Sie. "Lesen Sie keine Stelleninserate?", fragen wir zurück. Natürlich. Sie haben ja selbst auch inseriert und suchen Mitarbeiter. Selbstverständlich sprechen Sie nur junge DV-Aspiranten an. In Ihrem fortschrittlichen Betrieb haben Sie ja längst erkannt, daß die Zukunft der Branche in der Eigenausbildung liegt und nicht in der gegenseitigen Abwerbung von DV-Spezialisten.

"Zukunftsvision!", sagen Sie mit Recht. Nur wenige Anwender und Softwarehäuser haben wie wir von der Systor zur Ausbildungs-Selbsthilfe gegriffen. Wenn wir die Umsatzzunahmen unserer Mitbewerber von über 30 Prozent und Jahr lesen, bleibt ein ungutes Gefühl: Mehrumsatz kann in unserer Branche nur mit mehr Personal realisiert werden. Und wenn nun dieses qualifizierte Personal ausschließlich mit übersetzten Salärangeboten abgeworben wird und das Softwarehaus selbst keine Mitarbeiter an der Basis ausbildet, dann kann in zweierlei Hinsicht von profitieren gesprochen werden: Erstens wird profitiert von Primär-Investitionen, die andere gemacht haben, und zweitens durch den Einsatz dieser abgeworbenen Mitarbeiter im Markt. Die Rechnung bezahlt in jedem Fall der Anwender.

Hier sind unseres Erachtens die Grenzen der Seriosität erreicht. Wir wagen nicht zu glauben., daß solche "Profit(eur)-Softwarehäuser" in Zeiten von Auftragsstagnation eine hohe soziale und moralische Verpflichtung gegenüber ihren Mitarbeitern empfinden werden. Der Schlüssel zur Eliminierung dieser unguten Entwicklung liegt beim Anwender selbst. Bei der Vergabe von Aufträgen an externe Softwarehäuser (solche Aufträge können in einer Vielzahl von Fällen sinnvoll und wirtschaftlich sein) sollten auch solche Kriterien in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden. Ein Entscheid für einen Profiteur läßt den Anwender sonst selbst zum Profiteur werden.