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28.01.2008 - 

IT-Chef Karl Tucholski über Samsung und den Markt

Koreanischer Sportgeist

Über bereits Erreichtes und weitere Ziele in den Bereichen Drucker, Notebooks und Displays hat Karl Tucholski, IT-Chef bei Samsung Deutschland, ChannelPartner-Redakteur Klaus Hauptfleisch in einem sehr offenen Gespräch Auskunft gegeben.
Wir ‚ÄöKoreaner‚Äò lieben es eben sportlich, erklärt Karl Tucholski, Business Director IT bei Samsung Deutschland.
Wir ‚ÄöKoreaner‚Äò lieben es eben sportlich, erklärt Karl Tucholski, Business Director IT bei Samsung Deutschland.

Wie hat sich Samsung 2007 entwickelt?

Karl Tucholski: Sehr positiv. Wir haben unsere Ziele erfüllt. Mit Notebooks haben wir ein phänomenales Jahr hinter uns und es laut GfK unter die Top Fünf geschafft. Bei Druckern und Drucklösungen im Unternehmenssegment sind wir um 71 Prozent gewachsen und haben damit die Positionierung im B2B-Markt erreicht. Bei Displays haben wir unsere Marktführerschaft im B2B-Segment gehalten und auch im Gesamtmarkt über dem durchschnittlichen Marktwachstum zugelegt.

Wo sehen Sie das größte Wachstumspotenzial im neuen Jahr 2008?

Tucholski: Das größte Wachstum sehen wir im Notebook-Bereich. Der Gesamtmarkt soll laut GfK um 30 Prozent wachsen. Wir wollen 2008 den B2B-Anteil steigern, der derzeit bei über 20 Prozent liegt, und auch im Retail unsere führende Position halten. Bei den Druckern wollen wir im Bereich Schwarz-Weiß-Drucker von Platz vier auf Platz drei aufrücken und unsere führende Position bei Farblasern weiter ausbauen. Bei den Displays wächst der Markt eher verhalten. Wir gehen aber davon aus, dass das Segment der Widescreen-Monitore, in dem wir gut positioniert sind, sehr stark wächst - auch im B2B-Bereich.

Warum so viel Druck auf die Druckersparte, wo bei den Geräten doch kaum noch Margen zu holen sind?

Tucholski: Wir verdienen ja nicht nur an der Hardware, sondern auch an Verbrauchsmaterial, Lösungen und Services. Den Fachhändlern bieten sich hier gute Margen, wenn sie das gesamte Output-Management einschließlich Multifunktionsgeräten adressieren. Wir werden rund 20 neue Produkte überwiegend für den B2B-Bereich vorstellen.

Wie man hört, kommt der Druck vor allem auch aus Korea...

Tucholski: Sicher, wir setzen uns ehrgeizige Ziele. Wir werden aber auch die nötige Unterstützung durch höhere Budgets und zusätzliche Ressourcen haben. Geplant ist zum Beispiel, die Mitarbeiterzahl von derzeit 80 bis Ende des Jahres auf 115 zu erhöhen. Das wird auch unsere Fachhandelsunterstützung verbessern.

Wie ist es mit dem Druck, der auf den Mitarbeitern lastet? Schließlich haben Sie ja auch Top-Leute verloren...

Tucholski: Das ist richtig, aber wir haben auch schnell wieder neue, exzellente Leute gefunden. Die Beispiele Jürgen Krüger als neuer Head of Printing und Jürgen Reinhard als Nachfolger von Herrn Klavehn als Produktmanager für Displays zeigen das. Dass Herr Klavehn (zuletzt IT-Marketingchef) gegangen ist, tut mir persönlich sehr leid, aber ich kann ihn auch verstehen, dass er die Chance ergriffen hat, bei einem deutschen Traditionsunternehmen ein neues Geschäftsfeld aufzubauen (seit Oktober 2007 arbeitet Klavehn bei Zeiss für den neuen Bereich Videobrillen, Anm. der Red.).

Wie weit sind Sie im Printer-bereich, und wo wollen Sie hin?

Tucholski: Wir sind insbesondere mit Farblasern innerhalb von zwei Jahren sehr gut in den Markt gekommen. Auch zur CeBIT 2008 werden wir neue Farblaserdrucker präsentieren. Der Fokus liegt bei uns aber auf dem B2B-Segment. Wir werden die Vertriebsmannschaft und die Fachhandelsunterstützung ausbauen. Außerdem werden dieses Jahr sechs neue Leute für die Systemhaus-betreuung eingestellt. Wir wollen Key- und Large-Account-Sales-Mannschaften einrichten, die das Geschäft mit den großen System-häusern wie Bechtle, Ada und Computacenter vorantreiben.

Apropos CeBIT: Mit 70 Prozent der Standfläche voller Druckerlösungen ist Samsung unter den Großen so ziemlich allein auf weiter Flur in dem Bereich. Wie erklären Sie das Engagement?

Tucholski: Wir halten an der CeBIT als wichtige Plattform für IT-Entscheider fest. Druckerlösungen brauchen viel Fläche, und die erhalten sie bei uns in Halle 26. Nachdem es die Halle 1 nicht mehr gibt, haben wir allerdings unsere Standfläche auf rund 2.000 Quadratmeter reduziert. Notebooks, Displays, Mobiltelefone und Kameras werden natürlich ebenfalls gezeigt und vielleicht auch TV-Neuheiten, die direkt von Südkorea mitgebracht werden.

Wie begegnen Sie Vorwürfen einiger Fachhändler, dass die Retailer teilweise früher bedient werden?

Tucholski: Wir versuchen, die Produktportfolios für Retail und Fachhandel so gut es geht zu trennen. Das gelingt uns im B2B-Bereich gut. Es kann aber auch passieren, dass wir Überschneidungen bekommen. In dieser Grauzone ist es punktuell zu Engpasssituationen gekommen, die wir bedauern.

Welchen Stellenwert haben bei Ihnen die Retailer und die E-Tailer?

Tucholski: Die E-Tailer sind für uns sehr wichtig, aber eher für das B2C- als im B2B-Geschäft. Wir versuchen, für alle Produktbereiche spezielle E-Tail-Produkte bereitzuhalten. Es gibt zwar immer wieder Probleme mit Grauimporten, aber wir versuchen, das durch europaweite Strategien in den Griff zu bekommen. Wir wollen auf jeden Fall unsere Position im Retail halten, aber der Fokus liegt auf dem Fachhandel. Unser Ziel ist es, bei Notebooks im B2B-Segment auf 25 Prozent zu kommen, bei Druckern auf 80 Prozent und bei Displays den hohen Anteil von 80 Prozent zu halten.

Wie sehen Samsungs Note-book-Pläne aus? Wird es eine Antwort auf Toshibas und Apples Leichtgewichte geben, mit denen Sie zuletzt überholt wurden?

Tucholski: Bei Notebooks wollen wir unter anderem Akzente in puncto Design und Funktionalität setzen. Sicher wird es auch eine Antwort auf die Leichtgewichte mit LED-Back-light geben. Wir "Koreaner" lieben es eben sportlich. Wichtig ist für uns, im B2B voranzukommen. Dazu gehört der Ausbau des Portfolios und der Vertriebsmannschaft von der-zeit drei auf acht Leute. Es gibt auch einen neuen Mann für den technischen Support. Aus dem neuen Trendthema Low-Cost-PCs oder -Notebooks werden wir uns heraushalten. Denn wir wollen Premium-Brand bleiben.

Wie sind Ihre Erwartungen für das Monitorgeschäft, wo sich viele Unternehmen mit Widescreen noch zurück-halten?

Tucholski: Es gibt tatsächlich noch viele Projektanfragen für Standard-monitore im 4:3-Format, die in der ersten Jahreshälfte sicherlich noch zunehmen werden. Wir gehen aber für 2008 auch von einem starken Wachstum bei 16:9-Geräten aus. Mit Large-Format-Displays und Thin-Client-Monitoren bewegen wir uns auch immer mehr in vertikalen Märkten. Die Verknüpfung mehrerer Monitore per USB mit unserer UbiSync-Technologie wird auch weiter ein Thema sein. Auch für Unified-Communications-Anwendungen wollen wir gerüstet sein: Wir werden zum Beispiel demnächst eine Dual-Monitor-Lösung mit einem großen und einem angesetzten kleinen Display vorstellen - in dem man zum Beispiel Präsenzinformationen oder einen Instant Messenger einblenden könnte.

Auch das Trendthema Design werden wir 2008 vorantreiben. Mit der sogenannten Black Campaign schaffen wir für alle Produktgruppen eine einheitliche Linie. Denn Konvergenz findet auch im Wohnzimmer statt, der Drucker muss zum TV-Gerät passen. Auf der CeBIT 2008 wollen wir unter anderem auch zeigen, dass die Welten weiter zusammenwachsen.

Herr Tucholski, vielen Dank für das Gespräch.