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26.08.2010

KORREKTUR: Tengelmann zeigt sich für 2010 optimistisch

(In der um 12.33 Uhr gesendeten Meldung "Tengelmann zeigt sich für 2010 optimistisch" muss der Name des Geschäftsführers und persönlich haftenden Gesellschafters im 2. Satz des 1. Absatzes korrekt "Karl-Erivan Haub" heißen und nicht "Karl-Evian Haub". Es folgt die korrigierte Fassung.)

Tengelmann zeigt sich für 2010 optimistisch

MÜLHEIM (Dow Jones)--Die Unternehmensgruppe Tengelmann hat eine positive Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres gezogen und sich optimistisch über das weitere Geschäft geäußert. Im laufenden Jahr wolle das Unternehmen Umsatz und Gewinn steigern, sagte der Geschäftsführer und persönlich haftende Gesellschafter Karl-Erivan Haub am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz der Unternehmensgruppe in Mülheim an der Ruhr. Der Umsatz soll dabei stärker als 2009 zunehmen.

So habe Tengelmann 2010 bislang insbesondere in Deutschland eine "ausgesprochen gute" Umsatzentwicklung erzielt. Auch im Ausland erholten sich die Geschäfte.

2009 betrug das EBITDA 330 Mio EUR, der konsolidierte Umsatz stieg im vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 2,6% auf 11,34 Mrd EUR. Aufgrund des Rumpfgeschäftsjahres 2008, welches 8 Monate umfasste, sind die Zahlen aber nur bedingt vergleichbar. Tengelmann betreibt unter anderem die Supermärkte Kaiser's Tengelmann, den Textil-Discounter KiK sowie die OBI-Baumärkte. Insgesamt betreibt die Unternehmensgruppe 4.519 Filialen und beschäftigt 84.516 Mitarbeiter.

Tengelmann ist außerdem als größter Einzelaktionär mit rund 41% an der börsennotierten US-Supermarktkette The Great Atlantic and Pacific Tea Company (A&P) beteiligt. Das Unternehmen befinde sich derzeit in "schwerem Fahrwasser" erklärte Haub. Der US-Einzelhandel stehe zudem unter Druck. Langfristig wolle Tengelmann daher A&P in einen größeren Unternehmensverbund einbringen aber selbst weiter beteiligt bleiben.

Für Tengelmann zog Haub für 2009 das Fazit: "Die Weltwirtschaftskrise hat bei uns nicht stattgefunden". Das Unternehmen habe im Gegenteil nicht nur Umsatz und Gewinn gesteigert sondern auch Liquidität aufgebaut und sei nettoschuldenfrei, berichtete der Manager. "Wir sind nicht abhängig von Finanzmärkten und den Banken".

Zwar setzt Tengelmann auf organisches Wachstum, will aber auch weiter zukaufen, insbesondere im noch recht jungen Geschäftsfeld E-Commerce. Hier hat sich das Unternehmen etwa Minderheitsbeteiligungen an dem Online-Schuhladen Zalando.de oder brands4friends oder baby-markt.de aufgebaut.

2009 habe Tengelmann erstmals größere Zukäufe getätigt, so Haub, der die Investitionssumme für das vergangene Jahr auf rund 100 Mio EUR bezifferte. Neben dem E-Commerce hat das Unternehmen Häuser der insolventen Warenhauskette Woolworth übernommen. Das neue Konzept soll in der zweiten Oktoberhälfte vorgestellt werden. Dabei zeigte sich Haub zuversichtlich, Woolworth wieder auf Kurs zu bringen. "Wir trauen uns das zu." In diesem Zusammenhang schaut der Manager auch aufmerksam Richtung Karstadt und die dortige Hängepartie beim Verkauf des Unternehmens. Eine mögliche Liquidierung Karstadts und daraus folgende Leerstände wären "ein Desaster für die Innenstädte", betonte er.

Das Geschäftsfeld Supermärkte bezeichnete Haub weiter als Herausforderung. Das defizitäre Geschäft von Kaiser's Tengelmann befindet sich derzeit im Umbau. Die Märkte im Rhein-Main-Neckar-Gebiet etwa hat das Unternehmen in diesem Jahr abgegeben. Ganz trennen will sich der Konzern jedoch nicht von dem Geschäft. "Wir haben den Ehrgeiz, dass alle Geschäftsfelder schwarze Zahlen schreiben", so Haub. Der Umsatz betrug 2009 2,58 Mrd EUR und lag in etwa auf Vorjahresniveau, blieb aber hinter den Erwartungen zurück.

Tengelmann strebt derzeit einen "Zukunftssicherungsplan" an und verhandelt dabei derzeit mit den Gewerkschaften. Dabei gehe es nicht um Personalabbau, betonte Haub. Im Mittelpunkt stünden Fragen um das Weihnachts- und Urlaubsgeld. In der Presse kolportierte geplante Einsparungen von bis zu 40 Mio EUR nannte er falsch.

Die Baumarktkette OBI soll im laufenden Jahr weiter expandieren. Für 2010 sind rund 30 Neueröffnungen geplant, im vergangenen Jahr waren es 24. Nach Berechnungen von Tengelmann ist OBI damit der "expansivste Baumarkt in Europa". Im laufenden Jahr rechnet Geschäftsführer Haub mit weiteren Zugewinnen beim Marktanteil in Deutschland. Im Gegensatz zu anderen Baumärkte wie etwa Praktiker hat OBI 2009 den Umsatz steigern können - um 2,1% auf 5,9 Mrd EUR.

Der Textil-Discounter KiK profitierte von der Krise und erhöhte den Umsatz auf 1,63 Mrd EUR, ein Plus von mehr als 7%. KiK war zuletzt erheblich in die Kritik geraten: etwa durch das Ausspionieren von Mitarbeitern oder die Arbeitsbedingungen im Produktionsland Bangladesch. Hier räumte Geschäftsführer Haub Fehler ein, die dem "stürmischen Wachstum in der Vergangenheit" geschuldet seien: "Diese werden konsequent bereinigt."

Für KiK hatte Tengelmann in dieser Woche außerdem einen Basislohn von 7,50 EUR die Stunde angekündigt. Forderungen nach einem gesetzlichen Mindestlohn in der Branche will das Unternehmen jedoch nicht unterstützen.

Webseite: www.tengelmann.de -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 119, natali.schwab@dowjones.com DJG/nas/ebb/has

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