Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

13.08.1976 - 

Projekt ohne Management

Kosten: 6000000, Ergebnis: 0

AACHEN - Scharfe Kritik übt der nordrhein-westfälische Landesrechnungshof in seinem Jahresbericht an einem Projekt der Technischen Hochschule Aachen: 6 Millionen Mark Personalkosten nicht gerechnet - wurden unnütz für die inzwischen abgebrochene Entwicklung eines Krankenhausinformationssystems (KIS) ausgegeben. Das Vorhaben wurde inzwischen gestoppt, weil - so ein Sprecher des Düsseldorfer Wissenschaftsministeriums - "eine Überprüfung ergeben hat, daß keine Ergebnisse zu erwarten sind".

Ziel: Die Kosten steuern

Mit dem Ziel, die Kostenentwicklung bei Krankenhäusern besser steuern zu können, wurde das Projekt 1970 gestartet, Fünf Jahre später mußte der Lehrstuhl für medizinische Statistik und Dokumentation an Wissenschaftsminister Johannes Rau berichten, daß von der - ursprünglichen - Konzeption integrierter KIS mit zentraler Datenbank allerorten abgegangen werde: "Der Trend geht zu kleinen Systemen lind der Automation von Teilbereichen. "

"Schon im Stadium der Planung wurden die fundamentalen Voraussetzungen für eine effiziente Projektentwicklung mißachtet", kommentiert der Landesrechnungshof. "Mangels präziser Vorstellungen über das Gesamtkonzept fehlte von Anfang an die sachgemäße Feststellung des organisatorischen Ausbaues sowie des personellen und sachlichen Bedarfes."

Auf dem Sündenregister, das die Prüfer zusammenstellten, steht unter anderem: Für die ohne Ausschreibung beschaffte Klimaanlage wurde schon Miete bezahlt, als sie noch gar nicht vorhanden war. Für den Rechner, eine Siemens 4004/151, wurde ein fester Liefertermin vereinbart, obwohl ungewiß war, wann das Gebäude für das KIS-Zentrum fertig werden würde. Die erarbeiteten Programme mußten doppelt geschrieben werden, da sie nicht maschinenunabhängig erarbeitet waren. Und der Abbau der zuletzt 30 KIS-Planstellen dauert noch bis Ende 1976.

Ärzteblatt. Stümperhaft

Kommentar des Berliner Ärzteblattes zu dem von Rau zwar geförderten, aber nicht überwachten Projekt: "Ein Beweis dafür, wie stümperhaft heute wissenschaftliche Fragen von Politikern behandelt werden."

Übrigens: Im Münchener Großklinikum Großhadern läuft mit Erfolg ein DV-System vergleichbarer Ausgangskonzeption - auf derselben Siemens-Hardware, wie sie in Aachen inzwischen abgemietet wurde. -py