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01.05.1992 - 

Quartalsergebnis deutet auf eine Situationsverbesserung hin

Kosten-Management bringt die IBM wieder in die Gewinnzone

ARMONK (CW) - Die IBM Corp. fuhr im ersten Quartal 1992 einen Nettogewinn von 595 Millionen Dollar ein und konnte ihren Umsatz auf 14,03 Milliarden Dollar schrauben. Damit liegt das Ergebnis zwar höher, als viele Analysten erwartet hatten, dennoch warnen Beobachter davor, die Aufwärtsbewegung in den ersten drei Monaten als Beweis für eine Trendwende bei der IBM zu werten.

Die Hardwareverkäufe von Big Blue sanken nämlich insgesamt um 2,7 Prozent unter das ohnehin schon schwache Vorjahresergebnis und beliefen sich auf 7,11 (1991: 7,31) Milliarden Dollar. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, konnten die Armonker bei den Mainframes und Midrange-Rechnern leichte Zugewinne und bei den Workstations solides Wachstum" vermelden. Wegen des rapiden Preisverfalls im PC-Bereich stagnierte das Personal-System-Geschäft der IBM, obwohl die ausgelieferten Stückzahlen um mehr als zehn Prozent zunahmen. Daß zum Peripherie-Umsatz nichts verlautete, der bei Big Blue normalerweise zur Hardware gerechnet wird, läßt auf ein schlechtes Abschneiden in diesem Bereich schließen.

Die Einkünfte aus dem Softwaregeschäft wuchsen um 4,1 Prozent auf 2,49 Milliarden Dollar, die Serviceumsätze legten mit einem Plus von 36,4 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar am kräftigsten zu, während das Wartungsgeschäft bei 1,9 (Vorjahr: 1,89) Milliarden Dollar praktisch stagnierte. Das Miet- und Leasinggeschäft kletterte um 19 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar.

Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres steigerten die Armonker ihren Gewinn - der ohne die außerordentliche Belastung von 2,62 Milliarden rund 556 Millionen Dollar betragen hätte - um sieben Prozent auf 595 Millionen Dollar. Der Gewinn pro Aktie war mit 1,04 Dollar um elf Cent höher, als ihn die Analysten voraussagten. Die Abweichung resultiere auch aus neuen Bewertungsansätzen für die Software-Einahmen, berichtete das Unternehmen.

Das Niveau von 1990 noch nicht wieder erreicht

Auch beim Umsatz lag die IBM 3,3 Prozent über den 13,54 Milliarden Dollar des Vorjahres. Obwohl seine Company damit weder beim Umsatz noch beim Gewinn wieder den Stand des ersten Quartals 1990 erreicht hat, (14,18 Milliarden Dollar-Umsatz, 1,03 Milliarden Dollar Gewinn), weiß sich Chairman John Akers auf dem richtigen Weg: "Wir freuen uns über das Ergebnis und glauben, daß wir unsere finanziellen Ziele in diesem Jahr erreichen können." Einem Unternehmenssprecher zufolge gehört dazu vor allem eine Umsatzsteigerung von mindestens fünf Prozent bis zum Jahresende. In den USA hat man diese Marke offenbar bereits überschritten: Nach eigenen Angaben konnte man hier fast zehn Prozent mehr einnehmen. Dafür scheinen aber die bisherigen Paradepferde Europa und Japan, die 50 bis 60 Prozent zum Umsatz beitragen, nicht mehr so schnell zu laufen wie bisher.

Das zweite erklärte Ziel ist die weitere Reduktion der Kosten und der Mitarbeiter. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres schafften es die Armonker, ihren Kostenzuwachs unter dem Umsatzplus zu halten. Die Ausgaben stiegen nur um 2,6 Prozent auf 12,86 Milliarden Dollar. Das lag zum einen sicher am Personalabbau um bisher 7000 Mitarbeiter und an den knapp fünf Prozent geringeren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Außerdem wurden die allgemeinen Kosten (Sales, General and administrative Expenses) um 3,5 Prozent gesenkt.

Für das nächste Quartal erwarten Beobachter pro Aktie einen Gewinn von 1,25 bis 1,50 Dollar. Doch Steve Milunovich, Analyst bei Morgan Stanley, sagte dem "Wall Street Journal": "Ich glaube, niemand schließt bereits jetzt, wo nur ein Quartalsergebnis vorliegt, hohe Wetten auf IBMs Aussichten ab."