Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

12.03.1982

Kostenanalyse bringt hochfliegende Druckerpläne auf den Boden zurück:Kompromißbereitschaft bei der Druskqualität

ZÜRICH - Geschwindigkeit ist zwar keine Hexerei, aber nicht immer ein sinnvolles Kriterium bei der Anschaffung eines Druckers. außerdem geht Geschwindigkeit ins Geld. Reinhard Skorczyk* gibt einige Tips. um die Verwirrung des Anwenders bei der Druckerauswahl etwas zu mildern.

Wenn ein zukünftiger Anwender heutzutage seine Hardware aussucht, ist er nicht mehr gezwungen, genau den Drucker zu kaufen, den der Hersteller der Zentraleinheit dafür anbietet. Auf dem Markt haben sich eine Reihe von Firmen angesiedelt, die mit Preisargumenten die von ihnen vertriebenen OEM-Drukker anstelle der vom Hersteller vorgesehenen zu plazieren.

Leider kann der Anwender im unteren und mittleren Bereich der DV von sich aus selten beurteilen, welcher Drucker für ihn der richtige ist. Es hilft ihm auch nicht, daß der Verkäufer der Zentraleinheit ihn hinter der mehr oder weniger vorgehaltenen Hand darauf hinweist, daß er natürlich den Drucker seiner Firma nicht zu nehmen braucht.

Exponentieller Zusammenhang

Das Hauptverkaufsargument ist bei einem Drucker immer seine Geschwindigkeit. Als Auswahlkriterium hat diese jedoch nur begrenzten Wert. Zwischen der Geschwindigkeit und dem Preis eines Druckers besteht nämlich immer noch ein nahezu exponentieller Zusammenhang. Daher muß die richtige und als erstes zu stellende Frage lauten:

Wie viele Druckzeilen fallen täglich an, wie oft ist eine Systembelastung des Druckers durch gelegentliche Aktionen zu erwarten (zum Beispiel Versand von Werbebriefen)?

Die zweite Frage muß lauten:

Wie gut soll das Gedruckte aussehen?

und die dritte:

Welcher Druckertyp ist der geeignete?

Durch die Beantwortung der letzten Frage ergibt sich automatisch ein Preisrahmen, in dem sich der Anwender dann nur noch bewegen kann, sofern er nicht, durch die Preisklasse erschreckt, bereit ist bei Frage 2 kompromißbereiter zu sein.

Welches sind nun die wesentlichsten Eigenschaften der gängigen Druckertypen?

Preislich sind Matrixdrucker sicherlich die interessantesten. Man kann schon ab 1500 Mark sehr ordentliche Geräte bekommen. Als Zeichendrucker ist ihre Geschwindigkeit begrenzt, übliche Modelle bewegen sich in einem Bereich von 40200 Zeichen pro Sekunde. Ihr Hauptnachteil besteht in einem geradezu häßlich zu nennenden Schriftbild.

Es gibt Modelle, wie den IBM 4975 der allerdings kein OEM-Drucker ist die diesen Nachteil durch zweimaliges Drucken mit versetzter Druckmatrix ausgleichen. Dieser Trick halbiert aber auch die sowieso nicht gerade berückende Schnelligkeit. An bestimmten Arbeitsplätzen kommt noch ein anderer Nachteil zum Tragen:

Auch bei guter Schalldämpfung ist das Arbeitsgeräusch unangenehm, da die Ansteuerung der feinen Nadeln ziemlich hohe Frequenzen erzeugt.

Wer aber nur wenig Papier in seiner Anwendung zu erzeugen gedenkt, für den ist der Matrixdrucker genau die richtige Wahl.

Der Typenraddrucker ist das geeignete Gerät für die Freunde eines schönen Schriftbildes. Die untere Preisgrenze für diese Geräte liegt bei rund 3000 Mark. Für 10 000 Mark erhält man dann schon ein Spitzenmodell.

Leider darf man es nicht eilig haben, denn die Druckgeschwindigkeiten liegen in der Regel unter denen der Matrixdrucker. Dafür kann man die Schiftart wechseln, so daß man auf demselben Drucker schön anzuschauende Briefe schreiben und anschließend Belege für Klarschriftleser erstellen kann. Einige Geräte haben auch noch eine Tastatur und können daher noch als Notterminal benutzt werden.

Für extreme Schönschriftfetischisten kann natürlich der Tintenstrahldrucker in Betracht kommen, aber er ist sehr teuer und ein Dataproducts D50 etwa schreibt praktisch genauso schön, genauso langsam und ist viel billiger.

Zeilendrucker sind aufgrund der andersartigen Technik natürlich viel schneller, viel komplizierter und damit auch viel teurer. Als untere Preisgrenze müssen hier etwa 15 000 Mark angenommen werden. Die Qualität des Schriftbildes wird durch die zwei verschiedenen Grundtypen beeinflußt.

Kettendrucker lassen keine absolut einheitlichen Buchstabenabstände zu und Trommeldrucker lassen die einzelnen Druckzeilen etwas wellenförmig erscheinen. Wer jedoch einen entsprechenden Druckzeilenanfall pro Tag hat, muß eben tief in die Tasche greifen und darf kein gestochen scharfes Druckbild erwarten.

An zwei Beispielen aus der Praxis soll nun noch der Einsatz der verschiedenen Druckerarten erläutert werden. Es handelt sich dabei um Projekte in zwei Branchen mit unterschiedlichen Anforderungen, die Polydata, Zürich, in der Schweiz durchgeführt hat:

Das Apothekenpaket SIP und eine Individuallösung für ein Photogroßlabor.

Apotheke

Druckanfall:

Täglich zirka 600 Verordnungsetiketten, 30 Lieferscheine, Sofortfakturen und Versandetiketten.

Monatlich zirka 1000 Seiten Krankenkassenabrechnung und 100 Monatsrechnungen.

Als Rechner ist eine IBM Serie /1 eingesetzt. Krankenkassenabrechnung, Lieferscheine und Fakturen werden auf einem Matrixdrucker gedruckt, der bis zu 120 Zeichen pro Sekunde schafft. Nur für die Kassenabrechnung lohnte sich kein Zeilendrucker, man hilft sich, indem die sechs Stunden Druckzeit in die Nacht verlegt werden.

Die Versandetiketten werden auf einem Matrixdrucker erstellt. Es handelt sich um ein Billigstmodell für 1500 Mark, das 30 Zeichen pro Sekunde langsam ist.

Verordnungsetiketten und Barverkaufsquittungen werden auf einem Typenradmodell gedruckt. Nebst einem annehmbaren Tempo (120 Zeichen) besticht er durch sein Schriftbild. Außerdem kann er die Trägerfolie vorwärts und rückwärts transportieren und schwarz und rot schreiben.

Fotolabor

Druckanfall:

Täglich bis zu 12 000 Rechnungen und 8000 Kundenetiketten.

Periodisch 300 000 Adressen für Werbeaktionen.

Täglich oder periodisch Statistiken.

Als Rechner sind zwei gekoppelte IBM Serie /1 eingesetzt.

Für den Rechnungsdruck sind zwei Zeilendrucker (Trommel) mit 600 Zeilen pro Minute eingesetzt. Für die Statistiken dient ein Typenraddrukker, der allerdings mit 30 Zeichen pro Sekunde betrieben wird. Sein Schriftbild ist aber nur als hervorragend zu bezeichnen.

Je nach Art der Werbeaktion schreibt er auch Adressen, womit er dann allerdings wochenlang Tag und Nacht beschäftigt ist. Ein ebenfalls angeschlossener Matrixdrucker dient als Systemdrucker und zur Erstellung von Listen für Buchhaltung etc.

Die Kundenetiketten werden auf Matrixdruckern (Einzelpreis 2000 Mark) erstellt. In dieser Installation werden sie als Hardcopydrucker an Bildschirmen betrieben.

*Dr. Reinhard Skorczyk, Polydata AG, Zürich.

Mißverständnisse gab es schon bei der Begriffsdefinition: Was ist ein druckendes Terminal? In dieser Marktübersicht werden darunter nur Drucker mit integrierter Tastatur verstanden. Mischformen, wie sie bereits vereinzelt angeboten werden, wurden ebenfalls nicht in diese Übersicht aufgenommen. Dazu gehören Bildschirme mit integriertem Drucker, wie sie beispielsweise von Hewlett-Packard angeboten werden, oder auch Bildschirm-Drucker-Kombinationen. Dies bedeutet, daß entweder jedem Bildschirmarbeitsplatz ein Drucker zugeordnet wird oder ein Drucker einer größeren Anzahl von Sichtgeräten zur Verfügung steht. Obwohl kommerzielle Anwender in der Regel wenig Bedarf an druckenden Terminals haben, existieren doch genügend Anwendungen vor allem im technisch-wissenschaftlichen Bereich, die den Einsatz solcher relativ preiswerten Geräte rechtfertigen. Gegenstand dieser Übersicht waren gleichfalls nicht Spezialterminals, wie sie von Kienzle beispielsweise zur Tankdatenerfassung angeboten werden. schließlich blieben 22 Modelle von zwölf Anbietern übrig, deren Unterlagen rechtzeitig in der Redaktion eingingen. Doch auch nach Redaktionsschluß trafen noch Unterlagen ein. In einer der nächsten Ausgaben der COMPUTERWOCHE werden diese Produkte nachgetragen. KSR = Sende- und Empfangsterminals