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26.09.1975 - 

Bankenterminal-Untersuchung der IDC Deutschland

Kostendruck und Wettbewerb erzwingen Banken-Automation

MÜNCHEN - "Unter zunehmendem Rentabilitätsdruck stehen auch die Banken heute vor der Aufgabe, den Weg zur vollen Automation zu gehen." Diesen Standpunkt vertraten die Referenten des Seminars "EDV im Kreditwesen", zu dem IBM Mitte September nach Edinburgh (Schottland) eingeladen hatte. Der Zwang zum Einsatz von Banken-Terminals ergebe sich - wie Herbert Lugmayr, Direktor bei der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien erklärte - allein dadurch, daß im "Konkurrenzkampf" um den Privatkunden die Schlagkraft der Banken am Point Of Sales (POS) immer bedeutender werde: "Wir haben es mit einem Mengenproblem zu tun, das mit den herkömmlichen Methoden nicht bewältigt werden kann. Dazu ist nur die EDV imstande."

Viel Schalterzerkehr und weitverzweigte Filialnetze

Daraus ergibt sich, daß Kreditinstitute mit starkem Schalterverkehr ein größeres Anwenderpotential für Online-Terminals darstellen als Banken mit geringem Publikumsverkehr. Des weiteren tritt ein hoher Rationalisierungsbedarf überall da auf, "wo Informationen zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Platz gebracht werden müssen" bei Kreditgesellschaften mit weitverzweigtem Filialnetz.

Wie aus der Studie "Der Markt für Banken-Terminals in der BRD bis 1980" der International Data Corporation Deutschland GmbH München, hervorgeht, stellen die Sparkassen das größte Anwenderpotential für Banken-Terminals dar, gefolgt von den großen Universalbanken, den Zentralkassen und den Teilzahlungs-Kreditinstituten.

10 000 Terminals für die Sparkassen

So gibt es nach IDC-Angaben in der Bundesrepublik rund 16700 Sparkassen-Institute mit etwa 13 700 hauptberuflich besetzten Schalterstellen, die für Online-Verkehr in Frage kommen. Da erst etwa 3800 Datenstationen - davon sind rund 500 Bildschirmgeräte - bei Sparkassen installiert sind, ergibt sich laut IDC eine Zahl von 6600 bis 10 800 Terminals, die bis zum Jahre 1980 bei dieser Gruppe zusätzlich installiert werden dürften. Dabei gingen die IDC-Marktforscher davon aus, daß etwa 60 bis 80 Prozent der "hauptberuflich verwalteten" Sparkassenfilialen mit durchschnittlich 1,5 Terminals ausgestattet werden.

1980 bereits 25 000 Banken-Terminals

Bei den Großbanken sehen die Schätzungen so aus: Möglicher Zuwachs bis 1980 rund 3300 Terminals (durchschnittlich 1,5 Datenstationen in 60 Prozent der Zweigstellen) oder 4400 Installationen, wenn die höhere Prozentzahl 80 zugrundegelegt wird. Insgesamt - 80 nimmt IDC an - wird der Bestand an Banken-Terminals in der BRD bis 1980 auf 25000 Systeme anwachsen. Bereits für 1977 rechnet das Münchner Marktforschungsunternehmen mit einem Wert der Installierten Banken-Terminals von rund sechs Milliarden Mark. Die Studie zeigt, daß sich bei Banken-Terminals der Trend zur Modularität und Intelligenz durchsetzt. Die angebotenen Systeme verfügen in der Regel über einen Minicomputer als Prozessor und sind frei programmierbar.

Zur Standardausrüstung der meisten Terminals gehören Floppy Disks oder Kassetten, fast alle sind dialogfähig. Es ist kaum anzunehmen, daß sich bei der Hardware dieser Anlagen in den nächsten Jahren etwas Revolutionierendes tut.

Individual-Beratung oder Robot-Banking

Anders sieht es dagegen im Markt für automatische Bankschalter aus. Ob sich das "Robot-Banking" in der Bundesrepublik durchsetzen wird, ist - so IDC - abhängig von der Philosophie nach der Dienstleistungsunternehmen wie Banken geführt werden. Bei den Großbanken ist man der Meinung, daß auf die individuelle Bedienung nicht verzichtet werden könne. Vom "24-Stunden-Service" wird ohnehin kaum mehr gesprochen. Es mehren sich jedoch die Stimmen, nach denen auch die Kassen-Leistungen als kostenintensivste Dienste über kurz oder lang automatisiert werden müssen. Ungeklärt sei allerdings noch das Sicherheitsproblem, denn hinter jedem "stummen Kassierer" steht ein Computer. Im übrigen sind sich Branchenkenner darin einig, daß voreilige Schritte einzelner Banken nur den Herstellern der Automaten und nicht den Geldinstituten nützen.

Einen Konkurrenzvorteil können sich Geldinstitute, die mit der totalen Automation durch Bank-Roboter Ernst machen, ohnehin nur kurzzeitig erhoffen, - alle anderen Banken müssen "wohl oder übel" nachziehen.

Momentan sieht es allerdings nicht so aus, als ob uns hierzulande der Kassenautomat als Kassierer-Ersatz vor 1980 ins Haus stünde.