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30.03.1979 - 

Anwenderbericht B. Braun Melsungen AG:

Kosteneinsparung durch benutzefreundliche ISAM-Testhilfen

Ein selbstgestricktes Utility hilft der Braun Melsungen AG aus einem Software-Dilemma: "AENDIS" erleichtert das Arbeiten mit ISAM-Dateien im Siemens-Betriebssystem BS1000, das mit der Version 1.5 gefahren wird. Im Rechenzentrum der Braun Melsungen AG steht eine Siemens 7.740 mit 768 KB und umfangreicher Peripherie.

Sowohl mit dem PBS als auch mit dem BS1000 von Siemens können indiziertsequentiell (ISAM) abgespeicherte Datensätze auf Großplattenspeicherdateien nur mit sehr großem Aufwand angedruckt werden. Großspeicherauszüge können nur mit dem Siemens-Hilfsprogramm REDIT erstellt werden. Hiermit ist es aber nicht möglich, Sätze auf Grund von KEY-Angaben auszuwählen. Der Nachteil des Programms REDIT ist der, daß nur ganze Spuren ausgedruckt werden können, welche per Parameterkarten mitgeteilt werden müssen. Somit ist der Ausdruck gewünschter ISAM-Sätze nur mit sehr großer Mühe und mit erheblichen Kosten zu vollziehen, da das Auffinden eines Satzes nur mit minimal drei REDIT-Läufen (Zylinder-Index, Spurindex, Spur) ermöglicht wird. Befindet sich der Satz im Überlaufbereich, kann sich die Anzahl der benötigten REDIT-Läufe um ein Vielfaches erhöhen (Verknüpfungsadressen).

Zeitverlust beim Testen

Da der Zeitverlust beim Testen im Closed-Shop-Betrieb nicht mehr vertretbar war, wurde es notwendig, ein Utility zu erstellen, um Großspeicherauszüge von ISAM-Dateien zeitlich optimaler und damit kostengünstiger zu erhalten. Das aus diesen Gründen entstandene Programm ISEDIT ist einsetzbar für alle Großplattenspeichertypen im PBS und allen Versionen des BS1000. Das Programm ISEDIT gibt den Inhalt eines Großspeicherbereichs in alphanumerischer und sedezimaler Form satzweise über Schnelldrucker aus. Benötigt werden Informationen über den Eingabegroßspeicher, die sich darauf befindende ISAM-Datei und die Kennbegriffe der auszugebenden Sätze. Diese Informationen werden vom Benutzer als Steueranweisungen über den Lochkartenleser (SYSRDR) zur Verfügung gestellt. Läuft das Programm unter Steuerung des Monitors ab, können die Steueranweisungen im Steuerkartenstapel liegen. Der Eingabegroßspeicher wird über die symbolische Gerätenummer in der VDC-Karte bestimmt. Weiterhin enthält die VDC-Karte den Dateinamen der auszuwählenden ISAM-Datei. Die anzudruckenden Sätze werden über die KEY-Angaben in der Parameterkarte ausgewählt.

Die Kennbegriffe werden auf der Karte so dargestellt, daß für jedes sedezimale Halbbyte (O-F) ein Byte in der Karte abgelocht wird. Die einzelnen Kennbegriffe sind durch Kommata voneinander zu trennen. Es können beliebig viele Sätze ausgewählt werden. Vorlaufende binäre Nullen dürfen entfallen. In diesem Fall muß der KEY mit dem Kennzeichen "*" in der Lochkarte beginnen. Ebenso dürfen binäre Nullen am Schluß des Kennbegriffes entfallen, wenn der KEY in der Lochkarte mit einem "*" endet. Eine gewünschte Schlüsselgruppe kann man erhalten, wenn zwei Kennbegriffe durch das Zeichen "-" getrennt werden. In diesem Falle wird vom ersten Kennbegriff bis zum zweiten Kennbegriff einschließlich ausgedruckt. Die Anzahl der Ausgabesätze einer Schlüsselgruppe kann man begrenzen. Ebenso kann die Anzahl aller auszudruckenden Sätze zusammen begrenzt werden.

Lange Laufzeiten

Vor weitere Probleme wurden wir beim Testen von Programmen mit ISAM-Dateien gestellt. Wegen der Gefahr, Originaldaten beim Testen zu verändern, und wegen der durch den großen Originaldatenanfall bedingten langen Laufzeiten, erstellen wir grundsätzlich Testdateien, welche nur die für den jeweiligen Test notwendigen Datensätze enthalten. Siemens bietet jedoch keine Software an, die von bestehenden ISAM-Dateien gewünschte Sätze auf Testdateien lädt und bei bereits aufgebauten Testdateien Sätze hinzufügt. Um optimal testen zu können, wurde von uns ein Programm zum Laden und Hinzufügen von Sätzen auf ISAM-Testdateien erstellt. Die Informationen über den Ein- und Ausgabegroßspeicher und die sich darauf befindenden ISAM-Dateien sowie die Kennbegriffe der auszugebenden Sätze werden dem Programm durch Parameterkarten mitgeteilt. Die Angaben in diesen Parameterkarten entsprechen denen vom Programm ISEDIT.

Für so erstellte beziehungsweise erweiterte ISAM-Testdateien war es notwendig, bestimmte Satzinhalte für weitere Tests zu verändern. Deshalb wurde ein universelles Änderungsdienstprogramm erforderlich.

Das Programm sollte gewünschte ISAM-Sätze mit beliebigen Inhalten ab bestimmten Satzadressen verändern. Diese Wünsche wurden von uns mit dem Programm AENDIS realisiert. Ebenso wie bei den zuvor beschriebenen Programmen benötigt auch dieses Programm Informationen, die den Eingabegroßspeicher, die sich darauf befindende ISAM-Datei und die Kennbegriffe der zu ändernden Sätze betreffen. Als weitere Angabe benötigt das Programm AENDlS noch Informationen über den neuen Satzinhalt. Über diese zusätzliche Parameterkarte wird der Inhalt ab der angegebenen Adresse bezogen auf den Satzanfang in der vorgegebenen Länge mit dem entsprechenden Datenformat (gepackt, sedezimal, alphanumerisch, binär) im gewünschten Satz verändert. Durch die wahlweise Angabe auf weiteren Parameterkarten ist es möglich, eine Änderung nur dann durchzuführen wenn ein Feldinhalt ab einem bestimmten Byte im Satz in der vorgegebenen Länge und dem vorgegebenen Datenformat mit dem in der Parameterkarte angegebenen Inhalt übereinstimmt oder nicht übereinstimmt. Die für den Vergleich angegebene Satzadresse muß mit der für die Änderung angegebenen Satzadresse nicht übereinstimmen. Ebenso ist es mit der Länge und mit dem Datenformat. Da Testdateien bei uns eine besondere Kennung haben (Dateinamen beginnen immer mit TEST) und diese Kennung abgefragt wird, ist es durch Falschzuweisung von Großplatten nicht möglich, eine Originaldatei ohne ausdrückliche Konsoleingabe zu verändern.

Durch Anwendung dieses von uns erstellten Programmsystems konnten wir eine erhebliche Kosteneinsparung bei Programmtests erreichen. Eine Überprüfung der Einsatzhäufigkeit in unserer Abteilung hat ergeben, daß diese Programme in jedem Monat über einhundertmal eingesetzt wurden und wir dadurch die Testkosten pro Monat um mehrere Tausend Mark verringern konnten. Da auf dem Software-Markt für Siemens-Anwender kein vergleichbares Programmpaket zu erwerben ist, bieten wir diese Programme zum Verkauf an.

*Dieter Nagel und Volker Nöding gehören zur Gruppe Programmierung und Systemprogrammierung bei der B. Braun Melsungen AG, Melsungen.