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07.04.2000 - 

Über Konfiguration von Metadaten

Kostengünstige Individualsoftware durch programmierfreie Entwicklung

MÜNCHEN (CW) - Trotz des Angebots von Standardsoftware bleibt ein erheblicher Bedarf an Individualprogrammierung. Zwei deutsche Anbieter setzen auf das Konzept, mittels Konfiguration von Metadaten den Weg aufwendiger Codierung abzukürzen.

Mit diesem Ansatz verfolgen sowohl die Scopeland GmbH (http:// www.scopeland.de) als auch die Ibykus AG (http://www.ibykus.de) das paradox klingende Anliegen, eine Standardsoftware für Indiviuallösungen anzubieten. Erreicht werden soll dies, indem generische Module über Metadaten parametrisiert werden. Die Entwicklung von Anwendungen erfolgt dabei durchgängig mittels visueller Werkzeuge, die alle Eigenschaften des Programms in Form von Konfigurationsinformationen in einer relationalen Datenbank hinterlegen. Die Software liest zur Laufzeit diese Metadaten aus und konfiguriert sich auf Basis dieser Informationen selbst, unter anderem kommt so auch die Benutzeroberfläche dynamisch zustande.

Auch wenn die beiden Anbieter sehr ähnliche technische Konzepte benutzen, so unterscheiden sich ihre Produkte doch bei den in Frage kommenden Einsatzgebieten. Während Scopeland seine gleichnamige Software generell für alle Arten interaktiver Datenbankanwendungen vorsieht, spezialisiert sich Ibykus auf die Erstellung von Front-Office-Anwendungen, besonders auf das Customer-Relationship-Management.

Diese unterschiedliche Ausrichtung spiegelt sich in den Produkten wider. Während der Anwender von Scopeland mit Tabellen als elementaren Einheiten zu tun hat, bewegt sich Ibykus auf einer höheren Abstraktionsebene. Das Entwicklungswerkzeug "Ibykus AP/Config" bietet dem Benutzer eine Reihe von vordefinierten Entitäten an, die regelmäßig in Front-Office-Lösungen benötigt werden und von denen sich bestimmte Ausprägungen ableiten lassen. Dazu zählen beispielsweise "Person", "Anruf" oder "Reklamation".

Aufgrund dieser unterschiedlichen Konzepte benötigt der Entwickler bei Scopeland gerade bei komplexeren Projekten ein solides Verständnis des relationalen Modells. Deshalb setzt das Berliner Softwarehaus auf Partner wie beispielsweise SBS, die entsprechende Kenntnisse mitbringen sollen. Demgegenüber schirmt Ibykus den Anwender stärker von den Einzelheiten des Datenmodells ab. Der Preis dafür ist eine geringere Flexibiltät. Wenn der bestehende Katalog an vorgegebenen Objekten nicht ausreicht, muss der Hersteller für die gewünschten Erweiterungen beauftragt werden. Die Definition von solchen Entitäten durch den Anwender selbst soll erst eine spätere Version erlauben. Einschränkungen mutet Ibykus im Gegensatz zu Scopeland dem Anwender derzeit auch bei der Wahl der Datenbank zu, unterstützt wird nur Oracle. Dieses Manko soll mit der Portierung von "Ibykus/AP" auf Java entfallen, weil dann alle Datenquellen in Frage kommen, für die ein JDBC-Treiber existiert. Flexibel zeigen sich beide Produkte, wenn es um Anpassungen von Programmen geht. Änderungen der Benutzerführung oder das Einfügen von zusätzlichen Eingabefeldern erfordern keine weitergehende Kenntnis der Anwendungsarchitektur.

Beide Hersteller sehen ihre Software als Ergänzung zu Standardprodukten und propagieren sie für Einsatzgebiete, die sich durch letztere nicht abdecken lassen. Aufgrund dieser komplementären Funktion müssen derartige Individuallösungen zumindest mit den großen Standardpaketen kommunizieren können. Scopeland kündigte Konnektoren für die führenden ERP-Programme schon vor längerer Zeit an, diese harren aber noch ihrer Fertigstellung. Ibykus setzt bei der Back-Office-Integration mit dem Modul "XML-Link" auf die Extensible Markup Language für den Datenaustausch zwischen heterogenen Sytemen. Allerdings ist die XML-Unterstützung bei betriebswirtschaftlichen Anwendungen entweder noch sehr frisch oder noch gar nicht vorhanden.

Beide Hersteller unterstützen die Entwicklung von Web-fähigen Anwendungen. Scopeland beschränkte sich bisher auf eine zweistufige Architektur mit einem fetten Client, der die ganze Anwendungslogik ausführt. Die kürzlich freigegebene Version Scopeland 2000 bietet im Rahmen eines dreistufigen Modells zusätzlich einen schlanken Windows-Client an und lässt auch XML-fähige Browser zu. Ibykus sieht für den Web-Zugriff ein eigenes Modul namens "Anywhere" vor. Weitere Add-ons erweitern das System um Reporting-Funktionen ("E-Retrieve"), erlauben die Darstellung geografischer Daten ("Graphics") und die Integration von vorgangsbezogenen Dokumenten ("Document-Option"). Scopeland verkauft neben der "Standard Edition" eine "Enterprise Edition", die zusätzlich den "Process Server" umfasst. Dieser erlaubt die Automatisierung von Anwendungen über Makros sowie Batch-Verarbeitung und eignet sich besonders für die Manipulation von großen Datenmengen in der Datenbank.