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18.01.2002 - 

Münchner Flughafen bietet den Passagieren ein öffentliches Funk-LAN

Kostenlos surfen bis zum Abheben

MÜNCHEN (ave) - Reisende können am Münchner Flughafen ihre Wartezeit verkürzen, indem sie im Web surfen oder E-Mails verschicken. Alles, was sie dazu brauchen, ist ein Laptop mit Funk-LAN-Karte. Über das öffentliche "Air-LAN" steht ihnen dann die weite Internet-Welt kostenlos offen.

Johann Götz, bei der Flughafen München GmbH (FMG) zuständig für Netzdienste, betreut das Funk-LAN. Er und sein Team arbeiten vor allem für die Flughafengesellschaft selbst, bieten aber auch Netzservices für kleinere Airlines und Unternehmen am Flughafen an. "Die Hauptaufgabe unserer IT ist die reibungslose Abwicklung des Flugverkehrs", erklärt Götz. Dies reiche von den Aufgaben rund um die Starts und Landungen der Flugzeuge über die DV-gestützte Koordination des Gepäcktransports und der Passagierabfertigung bis hin zur Betankung der Flieger.

Vom internen LAN getrenntDas Thema Funk-LAN ist nicht neu am Flughafen München: Schon seit drei Jahren befindet sich ein drahtloses Netz im betrieblichen Einsatz. Es dient beispielsweise dazu, Busse, Enteisungs- oder Tankfahrzeuge zu koordinieren. Die Autos haben Rechner an Bord, die mit den Backend-Systemen ständig drahtlos Daten austauschen, etwa über Tankfüllmengen oder verbrauchtes Enteisungsmittel. Etwa 400 mobile Clients sind dabei im Einsatz.

Das im Oktober 2001 in Betrieb gegangene öffentliche Funk-LAN ist davon komplett getrennt. Alle Komponenten befinden sich außerhalb der Firewall und sind nicht mit dem Netz der FMG verbunden. Hacker haben Götz zufolge keine Chance, auf die Rechner des Flughafens zuzugreifen.

"Wir haben seit etwa einem Jahr überlegt, einen öffentlichen Internet-Zugang via Wireless LAN anzubieten", erzählt der Spezialist. Nach reiflichen Überlegungen entschloss sich die FMG dann, im Terminal- und Zentralbereich insgesamt zehn Access-Points zu installieren, die eine Datenrate von 11 Mbit/s bieten. Die Zugangspunkte bilden ein virtuelles LAN (VLAN) und sind über einen Switch mit einem "Building Broadband Service Manager" (BBSM) von Cisco verbunden. Dieses System wiederum hängt an einem Router, der über eine 10-Mbit/s-Leitung direkt mit einem Internet-Zugangspunkt von Spacenet verbunden ist.

Um die Sicherheit der Daten auf ihren Rechnern müssen sich die Kunden selber kümmern. Das kann in Form von VPN-Tunneln geschehen, über die beispielsweise E-Mails verschlüsselt übertragen werden, oder über die Installation einer Personal Firewall auf dem Rechner. "Wir haben in dieser Hinsicht keine Maßnahmen getroffen, weil wir den Zugang so einfach wie möglich halten und unseren Kunden einen transparenten Zugang zum Internet bieten wollten", erklärt Götz.

Dafür verlangt der Flughafen aber auch keine Gebühr für den drahtlosen Internet-Zugang. Laut Götz sind die reinen Betriebskosten für das Air-LAN relativ gering. Würde die FMG eine Abrechnungslösung einführen, käme dies wesentlich teurer als der Internet-Zugang als solcher. Es wäre andererseits aber möglich, dass sich verschiedene Hot-Spot-Anbieter in Deutschland oder sogar Europa zusammentun, um gemeinsam ein Abrechnungssystem zu entwickeln.

"Der große Vorteil unserer Lösung liegt darin, dass der Kunde praktisch nichts an seinem Laptop einstellen muss", wirbt Götz für die Installation. Das System könne mit allen Client-Konfigurationen umgehen. Der BBSM sorgt dafür, dass dem Kunden, nachdem er den Browser in Gang gesetzt hat, eine Startseite eingeblendet wird. Auf dieser befindet sich ein Button, der bloß noch angeklickt werden muss.

Wer keine Funk-LAN-Karte hat, kann sich am Flughafen München eine Adapterkarte kaufen: Im Kiosk "Newspoint" (Zentralbereich, Ebene 03) werden Modelle des Herstellers Cisco für rund 200 Euro angeboten.

Ohne dass dafür besonders die Werbetrommel gerührt wurde, verzeichneten Götz und seine Mitarbeiter im November bereits 100 Zugriffe auf das Funk-LAN. Die Installation soll auf jeden Fall ausgebaut werden. In einem nächsten Schritt ist geplant, auch das Kempinski Hotel Airport mit Zugangspunkten auszustatten.