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19.01.1996 - 

Noch fehlt es an zahlender Kundschaft

Kostenlose Schnupperangebote sollen Online-Nutzer koedern

So reagiert auch Europe Online S.A. (EOL) auf Anfragen wenig auskunftsfreudig, denn bis 31. Januar 1996 koennen User das EOL- Angebot im Internet noch kostenlos testen. Ebenso bedeckt haelt sich die AOL Bertelsmann Online GmbH, Hamburg. Dort verweist man lieber auf Zielgroessen, die im Jahre 2000 erreicht werden sollen: eine Million America-Online-Kunden in Deutschland.

Waehrend in Unterschleissheim bei der deutschen Dependance des Microsoft Network die Zahlen ebenfalls ein gut gehuetetes Geheimnis darstellen, beziffert der aelteste deutsche Online-Anbieter, die Deutsche Telekom, die Nutzer ihres T-Online mit rund 900000.

Wer mittelfristig jedoch mit welchen Angeboten die meisten Kunden in Europa gewinnt, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Klarheit herrscht bei den Anbietern bisher nur in einem Punkt: 1996 ist das Jahr der Vorentscheidung ueber den kommerziellen Erfolg. Dabei gelten AOL, Microsoft und EOL mit ihren jeweiligen strategischen Allianzen als die massgeblichen Wettbewerber auf dem europaeischen Online-Massenmarkt von morgen. AOL/Bertelsmann kooperieren - vorbehaltlich der Zustimmung durch die Kartellbehoerden - mit der Telekom und dem Axel Springer Verlag. Bei EOL ist neben dem Burda Verlag in Deutschland die europaeische Mutter Europe Online S.A. mit an Bord.

Noch umwerben die Online-Provider potentielle Nutzer mit Schnupperangeboten, bei denen meist zehn Stunden kostenlos sind. Doch ob dies reicht, um auf Dauer zahlende Kunden zu gewinnen, bezweifeln manche Marktbeobachter, zumal erste Kostenvergleiche zeigen, dass die derzeit unterschiedlichen Preise der Anbieter nur als Versuch zu werten sind, die Reaktion des Marktes zu testen. Neben den Kosten bestimmen zwei Faktoren, ob die User nach den Schnupperangeboten bei der Stange bleiben. Zum einen kommt der Uebertragungsgeschwindigkeit, hier offerieren die Dienste zwischen 2400 Bit/s und 28800 Bit/s, eine grosse Bedeutung zu, da bei entsprechender grafischer Gestaltung der Inhalte mit langsamen Transferraten die Online-Kosten enorm steigen. Ein weiterer Punkt, der in Zukunft die Wahl des Online-Anbieters beeinflussen duerfte, ist die Durchlaessigkeit zu anderen Angeboten und damit auch der Konkurrenz.