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19.11.1982 - 

Kärntner Chemiewerk spart Rohstoffe und Energie:

Kostenoptimierung bei Metall-Recycling

19.11.1982

KLAGENFURT (eks) - Einer der größten Industriebetriebe Kärntens, die Treibacher Chemischen Werke stellen unter anderem auch hochwertige Vorlegierungen im Recycling-Verfahren her. Aus Abfallprodukten der metallverarbeitenden Industrie (zum Beispiel Schrott, Schleifschlamm, Drehspäne) werden die für die Stahlindustrie notwendigen Produkte in Granulatform erzeugt. Durchschnittlich stehen 350 Rohmaterialien zur Verfügung. die Analysegrenzen von 15 bis 20 chemischen Elementen müssen eingehalten werden. Eine Kostenoptimierung ist nur mehr mit EDV-Unterstützung möglich.

In Zusammenarbeit mit dem Klagenfurter Softwarehaus Orga-Soft - das sich auf Optimierungs- und Simulationsprobleme im kommerziellen und technischen Bereich spezialisiert hat, wurde ein entsprechendes Programmsystem entwickelt.- Eingehende Rohmaterialien werden chemisch analysiert. Diese Werte werden zusammen mit Lagermenge, Bezeichnung und Preis in Materialdateien gespeichert, ebenso wie die vorgegebenen Analysewerte der Endprodukte.

Die Produktion erfolgt jeweils in Kampagnen, das heißt, daß eine Anzahl von Chargen desselben Produkts erzeugt wird. Zur Berechnung der kostengünstigsten Rohmaterialmischung dient ein modifiziertes Simplexverfahren (Lineare Programmierung). Nach der Angabe des gewünschten Endprodukts kann zunächst spezifiziert werden, in welchem Umfang bestimmte Materialien eingesetzt werden sollen. So scheidet das Programm diejenigen Rohmaterialien aus, die vordefinierte Analysegrenzwerte nicht einhalten (zum Beispiel werden für nickelarme Endprodukte Rohmaterialien mit zu hohem Nickelgehalt nicht berücksichtigt), oder solche, die in zu geringen Mengen lagernd sind oder Elemente in die Schmelze einbringen, die im Endprodukt nicht erwünscht sind. Nach Durchlaufen der Optimierung wird eine Liste der einzusetzenden Rohmaterialien und der erforderlichen Mengen ausgegeben. Eine theoretische Endanalyse erlaubt den Vergleich mit der Sollanalyse. Dies ist vor allem notwendig, wenn die Sollanalyse nicht exakt eingehalten werden konnte und die Analysegrenzen programmintern im zulässigen Spielraum versetzt wurden.

Wenn der Benutzer mit der ermittelten Rohstoffmischung arbeiten möchte, so werden die gewählten Rohmaterialien auf dem Lager reserviert. Nach der Produktion einer Charge werden sie endgültig abgebucht.

Alle Materialbewegungen stehen auch dem Verkauf und der Nachkalkulation zur Verfügung. Dadurch ist es möglich, innerhalb kürzester Zeit Informationen über einzelne Chargen, Kampagnen und Produktionszeiträume zu erhalten.

Das Programmsystem wurde auf einer PDP 11/34 mit 128 KB Hauptspeicher und 3 x 5 MB Wechselplatten realisiert. Den Benutz acht Terminals zur Verfügung. Die 15 Programme wurden mit dem Aufwand etwa eines Mannjahrs in Fortran geschrieben.

Informationen: Orga-Soft, 9020 Klagenfurt Dr. Arthur Lemisch Platz, Tel.: 0 42 22/7 07 15