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Schuler-Pressen: Pilot-Anwender für IBM's Costing 70 DOS

Kostenrechnung für 845 Mark

01.08.1975

GÖPPINGEN - Die Louis Schuler GmbH, Göppingen, weltweit bekannt als "Schuler-Pressen", kennt keine Massenfertigung mit lange Zeit gleichbleibenden Kostenstrukturen. Jede Presse wird nach Kundenangaben individuell hergestellt Schuler-Organisator Rudolf Weingart umreißt das durch diese Einzelproduktion entstehende Problem für die Kostenrechnung: "Wir haben rund 6500 Stamm- und 116 000 monatliche Bewegungsdaten. Das gesuchte System soll Stücklisten und Beschaffungswesen ebenso einbeziehen wie die Lohn- und Gehaltsverteilung."

Das geplante Kostenrechnungsverfahren soll 25 Budget-Bereiche und 250 Kostenstellen mit je rund 25 Kostenarten durchleuchten. Die Bewegungsdaten belaufen sich monatlich auf rund

- 65 000 Lohn und Gehalt,

- 35 000 Material (Lager),

- 2000 Wareneingänge,

- 9000 Positionen in Eingangsrechnungen,

- 5000 sonstige Belege (Kasse und Buchungen)

"Wir mußten das System Schuler-spezifisch abwandeln"

Weingart: "Unsere Entscheidung für das IBM-Paket Costing 70 DOS fiel wegen des modularen Aufbaus und der Flexibilität von Ein- und Ausgabe. Allerdings konnten wir das Kalkulations-Schema nicht übernehmen. Wir haben es Schuler-spezifisch abgewandelt. Die vorhandenen Datenträger wurden dabei behalten. Wir bringen sie durch ein eigenes Umsetz-Programm auf das Costing 70 DOS-Eingabeformat."

Ziel des Projektes, die Kostenrechnung auf die EDV zu übernehmen, war es, Vor- und Nachkalkulation durchführen zu können und dabei zugleich aus der Verknüpfung alle wesentlichen Daten für Teilbereiche (Material, Lager, Löhne und Gehälter, Bestand in Arbeit usw.) zu gewinnen. Das System druckt Listen für Kostenträger, Kostenstellen und Kostenarten aus, die jeweils alle benötigten Angaben aufgeschlüsselt enthalten, beispielsweise bei Kostenträgern die Grobkalkulation pro Auftrag, pro Empfängerland and pro Typ des zu liefernden Produkts. Der jeweilige Auftrag wird außerdem detailliert durchkalkuliert.

Auch für Nigeria und Nepal

Die Firmenleitung kann also sofort beurteilen, ob eine Produktion noch lohnend ist oder ob Preisanpassungen vorgenommen werden müssen, sie kann die gleiche Entscheidung hinsichtlich eines angestrebten Auftrags treffen und sie kann sogar - aus der Ausgabe "Kalkulationsübersicht pro Land" - beurteilen, wie sich Lieferungen nach Nigeria oder Nepal kostenrechnerisch entwickeln.

In den Kostenstellen-Listen werden die Rechnungen Kostenstelle, Budget- und Geschäftsführungsbereich ausgegeben. Auch hierbei liefern Übersichten den jeweils aktuellen Stand.

Bei den Kostenarten gibt das System neben Fremdleistungen, Material und Anlagen, Löhnen und Gehältern unter anderem Erlöse und den Bestand in Arbeit aus.

Anpassung: Sechs Mannjahre

Das IBM-Paket Costing 70 DOS (monatliche Lizenzgebühr: 845 Mark) ist bisher in der Schweiz rund 60 und in der Bundesrepublik rund 10 mal installiert. Um es einzuführen und dazu die erwähnten firmenspezifischen Abwandlungen mit Umsetzprogramm zu erarbeiten, setzte Schuler ein Projektteam aus zwei Organisationen und zwei Programmierern ein, denen Mitarbeiter der jeweiligen Fachabteilungen assistierten. Zeitbedarf: schätzungsweise sechs Mannjahre.

Genaue Vorstellungen darüber, was die eigene Kostenrechnung bisher kostete und künftig kosten wird, hat die Firma offenbar noch nicht. EDV-Leiter Dipl.-lng. Gunter Stocker zur CW: "Wir rechnen eben erst nach."