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10.06.1994

KPMG sammelt erste Erfahrungen SAP oeffnet die R/3-Software fuer individuelle Kundenanpassungen

FRANKFURT/M (CW) - In das neueste Release 2.1 der betriebswirtschaftlichen Standardsoftware R/3 von der SAP AG, Walldorf, lassen sich kundenspezifische Erweiterungen implementieren, ohne dass die Funktionsfaehigkeit in Gefahr geraet. Erste Erfahrungen hat die KPMG Unternehmensberatung, ein SAP- Partner aus Frankfurt, in einem Pilotprojekt gemacht.

SAP-Kunden, die sich fuer eine tiefgreifende Modifikation interessierten, hatten bisher gravierende Probleme zu bewaeltigen. Veraenderten sie den mitgelieferten Sourcecode, traten beim Releasewechsel Schwierigkeiten auf, weil die Modifikationen nachvollzogen werden mussten. Trotz unterstuetzender Tools war ein Releasewechsel mit erheblichem Aufwand und einem Restrisiko verbunden - etwa wenn durch auftretende Fehler Daten verlorengingen.

Probleme entstehen nach Ansicht der KPMG auch heute noch dann, wenn mit Hilfe der R/3-Entwicklungsumgebung eigene Transaktionen geschaffen werden. Aus Benutzersicht komme es zu einem Dialogbruch zwischen SAP-Standardanwendungen und kundenspezifischen Zusatztransaktionen.

Um diese Probleme zu umgehen, haben die Walldorfer in das im Maerz 1994 freigegebene R/3-Release 2.1 eine neue Basiskomponente fuer Kundenerweiterungen implementiert. Aus SAP-Anwendungen heraus lassen sich nun individuell definierte Komponenten aufrufen, die der Kunde selbst entwickelt. Verwaltung und Dokumentation erfolgen durch besondere Customizing-Funktionen.

Fuenf Typen von Kundenerweiterungen sind zu unterscheiden:

- Menueerweiterung: In R/3 werden vordefinierte Menuepunkte sichtbar gemacht und mit eigenen Texten versehen.

- Funktionserweiterung: Funktionsbausteine, die im SAP-Standard aufgerufen werden, lassen sich mit Programmen versehen.

-Kundenmasken-(Dynpro-)Erweiterung: Der Kunde definiert auf bestehenden Dynpros eingeblendete Subscreens.

- Feldbezeichner: Die auf den Dynpros sichtbaren Feldbezeichner (Feldtexte) lassen sich mit eigenen Texten versehen.

- Feldhilfe: Hilfetexte werden durch eigene Texte ergaenzt.

KPMG waehlte als Versuchsobjekt ein gemeinsam mit der SAP entwickeltes Branchenmodul fuer Banken und Versicherungen (Darwin), dessen kundenspezifische Anpassungen fuer einen Pilotkunden erstmals mit dem Konzept der Erweiterungen durchgefuehrt wurden. Zunaechst analysierten die Berater, welche Kundenanforderungen noetig sind, um anschliessend die Aufrufe - nach Absprache mit der SAP - im Walldorfer R/3-Entwicklungszentrum zu implementieren. Die aufzurufenden Einheiten schuf der Kunde selbst.

So entstanden zusaetzliche Kundenmasken, die in den Standarddialog des Darlehensgeschaefts eingebaut wurden. Pull-down-Menuepunkte mit kundenspezifischen Texten wurden Bestandteil der Partnerverwaltung. Der Pilotkunde schuf gemeinsam mit dem Beratungshaus zusaetzliche Felder auf bestehenden R/3- Standarddynpros in den Grunddaten sowie geaenderte Feldtexte auf den Kundenmasken im Bereich Buchhaltung.