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07.09.2001 - 

Fusion mit Belgacom gescheitert

KPN bleibt auf seinen Schulden sitzen

MÜNCHEN (CW) - Das niederländische TK-Unternehmen KPN findet keinen Hochzeitspartner. Nachdem im vergangenen Jahr Gespräche mit dem spanischen Ehekandidaten Telefónica gescheitert waren, musste das Unternehmen in der vergangenen Woche auch den Abbruch der Fusionsgespräche mit Belgacom bekannt geben.

Die Luft wird immer dünner für die Holländer. Der Schuldenberg des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf rund 23 Milliarden Euro. Damit nicht genug, schrieb der Konzern in seiner gerade veröffentlichten Halbjahresbilanz auch noch einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag das Defizit noch bei 19 Millionen Euro. In der gleichen Periode kletterte der Umsatz von 5,2 auf 6,2 Milliarden Euro.

Die schlechten Ertragszahlen gehen vor allem auf die Beteiligung an dem deutschen Mobilfunkunternehmen E-Plus, den Erwerb der teuren UMTS-Lizenzen sowie auf Abschreibungen und Finanzierungskosten zurück.

Ein Ausweg aus dieser Misere hätte die Zusammenlegung der Geschäfte mit dem belgischen TK-Anbieter Belgacom sein können. Das Unternehmen erwirtschaftete mit 2,6 Milliarden Euro nur einen Teil des KPN-Umsatzes, ist aber so gut wie schuldenfrei. Nach zweimonatigen Verhandlungen erklärten Vertreter beider Unternehmen nun jedoch, dass die Fusionspläne geplatzt seien. Gescheitert sei das Vorhaben an der schlechten Marktsituation, Unvereinbarkeiten im Mobilfunkgeschäft und nicht zuletzt an Machtfragen.

Zu Beginn der Gespräche im Frühjahr 2001 notierte die KPN-Aktie noch bei rund 40 Euro, und die beiden ehemaligen Staatsmonopolisten waren von einer Fusion unter Gleichen ausgegangen. Nachdem jedoch das holländische Papier im freien Fall auf unter zehn Euro stürzte, wendete sich das Blatt.

Zu viele HürdenAngesichts der niedrigeren Marktkapitalisierung sowie der anhaltend hohen Schuldenlast von KPN stellten die Belgier schärfere Bedingungen. Man sei zwar bereit gewesen, den Firmensitz nach Brüssel zu verlegen sowie einen belgischen CEO zu akzeptieren, so KPN-Chef Paul Smits, doch die Bedingung der Belgier, die Zusammensetzung des Managements zu bestimmen, sei zu weit gegangen.

Ein weiterer ungeklärter Punkt war die Vereinigung der jeweiligen Mobilfunksparten. Belgacom sei nicht bereit gewesen, die Synergien aus einem Merger zu nutzen, sprich Mitarbeiter zu entlassen. Zudem hält KPN-Konkurrent Vodafone ein Viertel an Belgacoms Mobilfunksparte Proximus; mit einem Veto von Seiten der Briten sei also zu rechnen gewesen.

Wie es nun mit KPN weitergehen soll, bleibt vorerst unklar. Der Konzern, der noch zu einem Drittel in staatlicher Hand ist, kündigte an, seinen Sparkurs zu forcieren. Die Entlassung von 8000 Mitarbeitern soll nun beschleunigt werden. Außerdem bemüht sich KPN weiterhin, Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft zählen, zu versilbern. Smits versicherte, dass es KPN gelingen werde, durch die Verkäufe die im Juni 2002 fälligen Verbindlichkeiten von mehr als drei Milliarden Euro zu begleichen. Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass der Ertrag nicht hoch genug sei, um die Schulden wie angekündigt in diesem Jahr um fünf Milliarden Euro verringern zu können.