Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.05.1999 - 

Newcomer in Deutschland: Tria AG

Kräftig im Geschäft der ganz Großen mitmischen

Von Andrea Goder* FRANKFURT/M. - Mit der Tria Software AG hält ein weiterer IT-Dienstleister am Neuen Markt Einzug. Basierend auf einer breiten Angebotspalette wollen sich die Münchner Consultants mit diesem Schritt für ihr weiteres Wachstum rüsten - und das in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld.

"Wir sehen uns als klassischer Neuer-Markt-Wert", betont Vorstand Hans-Jürgen Gralert, der 1996 gemeinsam mit Richard Hofbauer die Tria AG in München gründete. Der von Beginn an von den beiden Firmenchefs forcierte Wachstumskurs spiegelt sich zumindest bis jetzt in den Bilanzen wider. Bereits im zweiten Jahr seines Bestehens erzielte das Startup-Unternehmen 13,5 Millionen Mark Umsatz. Im Geschäftsjahr 1998 kletterten die Einnahmen dann um weitere 70 Prozent auf 23,5 Millionen Mark (siehe Abbildung). Seit dem Start schreiben die Newcomer schwarze Zahlen - auch nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit für einen weiteren eventuellen Highflyer an Frankfurts "Zockerbörse". Vergangenes Jahr betrug der Nettogewinn der Tria AG rund 1,4 Millionen Mark.

Unter dem Dach der Münchner Holding operieren drei 100prozentige Tochtergesellschaften: Tria EDV-Consulting GmbH, Tria Communication Consulting GmbH und Tria EDV- und Management Training GmbH. Stärkster Umsatzträger war 1998 mit 68 Prozent die Sparte "EDV-Consulting" - bei der es primär um IT-Beratung in den Bereichen Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Projekt- und Organisations-Management geht. Nach der Jahrtausendwende rechnen die Tria-Berater hier vor allem bei Internet-basierten Applikationen wie Online-Banking sowie anderen E-Commerce-Tools mit kräftigen Zuwächsen.

Im Geschäftsbereich "Communication Consulting" liegt der Schwerpunkt auf den Themen Netze beziehungsweise Internet. Er umfaßt Angebote wie LAN- und WAN-Projektierung, Sicherheitslösungen sowie System- und Netz-Management. Abgerundet wird die Tria-Servicepalette durch die dritte Business Unit, die für Trainings von IT-Professionals sowie SAP-, Oracle- und Peoplesoft-Schulungen verantwortlich zeichnet. Einen "Mehrwert" versprechen sich die Münchner durch integrierte Services, den sogenannten "One-Stop-Supply," wie Gralert das Konzept des Unternehmens vor der Presse in Frankfurt beschrieb.

Damit will sich Tria bereits jetzt von den zahllosen kleinen Service-Anbietern im Markt distanzieren. "Wir sind kein Nischen-Player, der zwangsläufig immer wieder an seine Grenzen stößt", gibt sich der Tria-Chef selbstbewußt. Was nichts daran ändert, daß das Wettbewerbsumfeld der Münchner - vorsichtig formuliert - nicht ganz einfach ist. Große Namen wie Andersen Consulting, Debis oder EDS fallen einem da ein, und natürlich Plenum, Heyde und AC-Service - Firmen, deren Vertreter man im Zweifel nicht nur bei der Kundschaft trifft, sondern mit denen man sich künftig auch in Sachen Neuer-Markt-Performance messen lassen muß.

Mit dem Kapital aus dem Börsengang wollen die beiden Vorstände jetzt die Weichen für weiteres Wachstum stellen. Das ist gewissermaßen auch ein Muß. "Für die zukünftige Entwicklung von IT-Dienstleistern wie Tria wird insbesondere von entscheidender Bedeutung sein, daß es gelingt, eine bestimmte Umsatzgröße, verbunden mit einer bundesweiten beziehungsweise mittelfristig internationalen Präsenz zu erreichen, um gegenüber den großen Konkurrenten wettbewerbsfähig zu bleiben", heißt es im Emissionsprospekt. Eine Analyse, der nichts hinzuzufügen ist.

"Größe" demonstrieren die noch kleinen Consultants bereits heute, indem sie sich auf Branchen mit hohen IT-Budgets wie Banken und Versicherungen sowie TK-Unternehmen konzentrieren und fast ausschließlich sogenannte Blue Chips auf ihrer Referenzliste führen, beispielsweise die Allianz, die Münchner Rückversicherung oder die Deutsche Telekom. "Der Mittelstand wird auch in Zukunft nicht unser Ziel sein", gibt Gralert die Richtung vor. Zumindest für eine Company ihres jetzigen Kalibers haben die Münchner mit ihren derzeit rund 50 Mitarbeitern somit doch eine Art Alleinstellungsmerkmal - und besagte Konzentration auf zukunftsweisende Komplettlösungen sowie Anwendungen im unternehmenskritischen ERP-Bereich soll es auch in Zukunft richten. Die nächsten konkreten Wachstumsschritte sind schon geplant: Neben den derzeitigen Standorten in München, Stuttgart und Nürnberg sollen noch in diesem Jahr weitere Geschäftsstellen in Deutschland eröffnet werden. Die beiden Vorstände planen außerdem zwei kleine Akquisitionen, genauere Angaben dazu gibt es allerdings noch nicht.

Mit einem Umsatzplus von jeweils über 50 Prozent will Tria auch in den nächsten Jahren stärker als der Markt wachsen. Für 1999 erwarten die Analysten des Bankhauses Robert Fleming - ohne in der Konzernbilanz berücksichtigte Akquisitionen - Einnahmen in Höhe von 36,2 Millionen Mark. Der Gewinn nach Steuern soll bei 2,5 Millionen Mark liegen.

*Andrea Goder ist freie Hournalistin in München.