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02.07.1999 - 

IT in Versicherungen/Bei der Halleschen-Nationalen modelliert der Fachbereich am PC

Krankenversicherer beschleunigt die Produktentwicklung mit TAS

Von Christian Kvech* Während den Kompositversicherern bereits seit geraumer Zeit DV-Werkzeuge zur Vereinfachung und Beschleunigung der Produktentwicklung zur Verfügung stehen, verzichteten die Krankenversicherungen bisher darauf. Die Hallesche-Nationale Krankenversicherung, Stuttgart, arbeitet seit Anfang 1999 mit dem Tarifsystem "TAS". Dieses erlaubt, Tarife am PC zu modellieren.

Der entscheidende Vorteil des neuen Systems besteht darin, daß die Fachbereiche selbst Änderungen vornehmen können. Die DV-Abteilung ist nur noch für die Steuerung des Systems zuständig. Das verkürzt die Produktentwicklung. "Unser Ziel ist die möglichst flexible Tarifentwicklung und die Implementierung eines Produktes in kürzester Zeit", so Wiltrud Pekarek, Leiterin des Zentralbereichs Mathematik/Produktentwicklung der Halleschen-Nationalen. Dem kommt insbesondere zugute, daß alle produktabhängigen Informationen nun in einem zentralen System vorhanden sind.

Anpassung eines Standardprodukts

Das alte, in seinem Ursprung auf den Beginn der 80er Jahre zurückgehende Bestandssystem der Versicherung erlaubte aufgrund seiner vertragsorientierten Sicht nicht die nötige Flexibilität, um sämtliche Bestandsdaten auch für die Produktentwicklung nutzen zu können. In der neuen IT-Architektur steht der Produkt-Server im Mittelpunkt, in dem sämtliche produktabhängigen Informationen nur noch einmal und nicht wie zuvor in unterschiedlichen Programmen, Dateien oder Tabellen vorhanden sind.

Bei der technischen Entwicklung von TAS begann die Hallesche-Nationale, die mit rund einer Milliarde Mark Beitragseinnahmen auf Platz elf der privaten Krankenversicherungen in Deutschland liegt, allerdings nicht bei Null. Sie entwickelte zusammen mit der Alldata SDV GmbH, Düsseldorf, deren Produktentwickler-Arbeitsplatz "Allis Peap" weiter. Dieses System war ursprünglich für die Kompositsparten geschaffen worden.

Für die Produktentwicklung in der Krankenversicherung spielt die Annahme- und Risikopolitik eine entscheidende Rolle. Um TAS zu entwickeln, mußten auch die Tariflogik zentralisiert und die Daten historisiert werden. Regeln zur Steuerung aller tarifabhängigen Systeme waren DV-technisch abzubilden, Schnittstellen und Funktionen für alle Systeme, die auf TAS zugreifen, mußten festgelegt werden. Ziel war außerdem eine anwenderfreundliche Verwaltung und Pflege der Tarifdaten.

TAS besteht aus zwei Komponenten: dem Produkt-Server und der PC-Software "Peap". Die Anpassung der Alldata-Software erwies sich zunächst als unerwartet kompliziert. Das lag an den Beitragsberechnungsverfahren. Trotzdem konnte die Versicherung die Entwicklung termingerecht im Dezember 1998 abschließen. Insgesamt hat die Halleschen-Nationalen rund 20 Produktentwickler-Arbeitsplätze eingerichtet. Darüber hinaus nutzen rund 100 Beschäftige in den acht Regionaldirektionen die Funktionen des Produkt-Servers. Notwendige Änderungen im Regelwerk, die sich während der Tests ergeben hatten, konnte überwiegend der Fachbereich einführen.

Als nächstes plant die Versicherung ein dezentrales Leistungssystem, das an TAS angeschlossen werden soll. Die Pflege der produktabhängigen Leistungsdaten sollen dabei ebenfalls die Produktentwickler übernehmen.

*Christian Kvech ist von der Münchner Agentur Maisberger & Partner.