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08.12.2000 - 

Tatsächlicher Umsatz nur halb so hoch

Kreative Buchführung bei Metabox

MÜNCHEN (CW) - Die Hildesheimer Metabox AG muss ihre Jahresbilanz für 1999 revidieren. Wie der Anbieter von Settop-Boxen per Ad-hoc-Meldung mitteilte, waren fälschlicherweise die Ergebnisse aller 1999 übernommenen Firmen für das volle Kalenderjahr und nicht wie vorgeschrieben erst ab dem Zeitpunkt der Übernahme konsolidiert worden.

Entdeckt wurde das Debakel im Rahmen der Vorprüfung für den diesjährigen Jahresabschluss durch den neuen Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen. Besonders massiv wirkte sich die freizügige Bilanzierung bei der erst am 6. Dezember 1999 akquirierten Amstrad Distribution GmbH aus, deren gesamter Jahresumsatz von 24,2 Millionen Mark einfach mitgerechnet wurde. Ebenso nachlässig verfuhren Metabox und deren damaliger Wirtschaftsprüfer, die Kanzlei Möller und Partner GbR aus Göttingen, mit den übrigen gekauften Firmen. In korrekter Form liest sich das 1999er Ergebnis nun erschreckend: Von den ursprünglich ausgewiesenen Einnahmen in Höhe von 42,9 Millionen Mark bleiben nur noch 17,5 Millionen Mark übrig. Allerdings verringert sich der Jahresfehlbetrag um 132 000 auf 5,5 Millionen Mark. Metabox-Chef Stefan Domeyer erklärte dazu in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz: "Das war ein reiner Konsolidierungsfehler, für den wir die Verantwortung übernehmen und uns entschuldigen müssen."

Doch damit nicht genug: Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres meldet Metabox 32 Millionen Mark Umsatz und einen Verlust von elf Millionen Mark. Das Minus begründet der Hersteller mit dem hohen Entwicklungsaufwand für eine "komplett neue Produktgeneration" der "Metabox 1000" und "2000" ("Phoenix"). Diese Geräte kann Metabox jedoch nicht wie ursprünglich geplant noch in diesem Jahr ausliefern, sondern erst Anfang kommenden Jahres.