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27.10.1989 - 

Olivetti stellt heute in Brüssel EISA-RISC-Rechner CP486 vor

Krieg der Busse geht weiter: EISA-Bande contra MCA-Kartell

MÜNCHEN (CW) - Olivetti stellt in Brüssel eine EISA-Maschine vor, die im Gegensatz zu den bisher gezeigten PCs auf Extended Industry Standard Architecture-Basis zusätzlich mit dem RISC-Koprozessor i860 von Intel ausgestattet werden kann.

Der Olivetti-Rechner stellt für PCs damit ein Leistungspotential zur Verfügung, das in den Bereich von Hochleistungsworkstations mit der Verarbeitungskapazität eines Großrechners reichen wird. Olivetti ist das einzige europäische Mitglied der "Neunerbande", die mit ihrer Busstruktur IBM den Buskrieg erklärt hat.

Stand der Dinge: Neben ALR, HP, Tandon und Copam gibt es jetzt mit Olivetti bereits fünf Hersteller, die einen EISA-Rechner präsentieren konnten. Verschiedene Hersteller von Erweiterungskarten haben bereits im Vorfeld der SYSTEMS Produkte für die neue Bus-Architektur angekündigt.

3COM etwa will eine 32-Bit-Netzwerkkarte im ersten Quartal 1990 bringen. Das Board soll nach Bob Metcalfe, General Manager der 3COM Distributed Processing Division, die gleichen Leistungsmerkmale aufweisen wie die vom kalifornischen Netzwerkhersteller produzierte Netzwerkkarte für den Mikrokanal .

Von entscheidender Bedeutung für die Akzeptanz der EISA-Maschinen wird es nach allgemeiner Meinung der Fachleute sein, daß nicht nur die Rechner selber, sondern auch

Produkte von Kartenherstellern verfügbar sind. Hier scheint die Zeit zugunsten der EISA-Rechner-Hersteller zu laufen.

Western Digital will bis zum Ende des Jahres einen 16-Bit-ESDI-Kontroller für EISA-Systeme anbieten.

Weitere Unterstützung haben Distributed Processing Technology (DTP) mit einem 32-Bit-Hard-Diskkontroller, Proteon mit einer 32-Bit-EISA-Version ihres Pronet-Token-Ring-Boards und Adaptec mit einem 32Bit-SCSI-Controller angekündigt. Arnet mit einem Multiuser-Board, sowie Standard Microsystems, ebenfalls mit einer Netzwerkkarte, und Sunriver mit einem 32-Bit-Fiber-Optic-Board werden EISA-Rechner mit Erweiterungsprodukten kurzfristig unterstützen. Luigi Mercurio, CEO der Olivetti Systems & Networks (OSN), verwies darauf, daß der Olivetti-Rechner wegen der Abwärtskompatibilität der EISA-Rechner natürlich auch mit den etwa 6000 auf dem Markt befindlichen ISA-Karten bestückt werden könne.

Nach Aussagen von Vittorio Cassoni, Group Managing Director von Olivetti, handelt es sich beim CP486 um die erste echte Computing-Plattform, die je realisiert wurde: "Olivetti gehört wegen seiner Kompetenz und Erfahrung in Entwicklung und Vertrieb zu den wenigen Herstellern, die in der Lage sind, das neue Konzept der Computing-Plattform weltweit durchzusetzen."

Olivetti verspricht 15 MIPS für seinen EISA-Rechner und positioniert ihn als Bindeglied zwischen seine PC- und Minicomputerfamilien.

Luigi Mercurio von Olivetti Systems & Networks (OSN), wo der neue CP486 entwickelt wurde, meinte, das neue System verbinde Olivettis PC- und Minicomputer-Linie, womit die neue Maschine den gesamten Bereich bis hoch zu den LSX-Superminis abdecke. "Der CP486 steht im Leistungswettbewerb mit Minicomputern und technischen Workstations," meinte Mercurio bei der Vorstellung des EISA-Rechners.

Olivetti entwickelte den neuen PC in Cupertino, Kalifornien. Produziert wird er in den Olivetti-Werken in Scarmagno (Italien) und vertrieben über den Olivetti Systems & Networks Direktvertrieb, das Netz von Systempartnern und das Händlernetz der Olivetti Office. In der Bundesrepublik ist die TA Olivetti GmbH die Vertriebs- und Marketinggesellschaft der OSN.

Der neue Rechner CP486 ist auf Binärcode-Ebene vollständig kompatibel zu DOS-, OS/2 und SCO Unix System V-Software. Der CP486 ist in verschiedenen Konfigurationen verfügbar. Olivetti bietet für den EISA-Rechner Festplatten-Laufwerke mit 150, 300 oder 600 Megabyte mit mittleren Zugriffszeiten zwischen 13 und 19 Millisekunden an, die ein SCSI-Controller ansteuert. Alle Geräte werden sowohl mit 31/2- als auch mit 51/4Zoll-Laufwerken ausgeliefert.

Optional sind interne und externe optische Speichermedien erhältlich. Der Anwender kann zwischen einem internen CD-ROM-Laufwerk mit 550 Megabyte oder einem externen WORM-Speicher mit 400 Megabyte Kapazität wählen. Auch ein 5l/4-Zoll-Streamer mit 150 Megabyte steht zur Verfügung. Der CP486 enthält acht 32-Bit Erweiterungs-Steckplätze. Er wiegt 30,5 Kilogramm und mißt 21,2 mal 62 mal 62 Zentimeter.

Technische Spezifikationen des CP486 sind: 486-Prozessor mit 25-MHz-Taktung Sowohl ein Weitek-4167 als auch der Intel-RISC-Prozessor i860 können als Co- beziehungsweise Grafik-Prozessor die CPU unterstützen. Der Rechner ist für die

Verarbeitung von Bild-, Ton- und Standarddaten entsprechend dem neuen DVI-Multimedia Standard ausgelegt.

Der Arbeitsspeicher hat eine Kapazität von vier Megabyte und kann auf der Hauptplatine durch Simm-Module auf 64 Megabyte erweitert werden. Diese Module verwenden einen 64Bit-Datenbus. Der EVC-Grafikkontroller entspricht ebenfalls den EISA-Standards und ist zu sämtlichen marktüblichen Grafikstandards kompatibel .

Mercurio nannte Dezember 1989 als Termin für die Verfügbarkeit des Rechners. Der Listenpreis für die Basiskonfiguration mit vier Megabyte Arbeitsspeicher, 150-Megabyte-Festplatte, Tastatur und 12-Zoll-Monochrorn-Bildschirm wird bei 16 250 US-Dollar liegen. *

AU: Jan-Bernd Meyer, CW-Mitarbeiter