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27.02.1987 - 

Informatiker-Proteste fahren zum Erfolg:

Kriegselektronik-Tagung geplatzt

MÜNCHEN (ih) - Ein für den 16. Februar 1987 in München geplantes Seminar über "Anti-U-Boot-Kriegsführung" wurde in letzter Minute abgesagt. Aufgrund zahlreicher Proteste der Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIFF) lud die Hotelleitung des Hilton die Teilnehmer kurz vor Tagungsbeginn wieder aus.

Bereits seit einigen Jahren veranstaltet die Londoner Marketing-Gruppe "State-of-the-Art Limited" (SAL) Seminare, die sich vor allem mit neuen Technologien in der elektronischen Kriegsführung beschäftigen. Zielgruppe dieser Veranstaltungen die in fast allen Fällen von Beratern des US-Verteidigungsministeriums geleitet werden, sind bundesdeutsche Computerfirmen. München wurde von der SAL-Gruppe als Tagungsort gewählt, nachdem sie bei den Frankfurter Hotels" nicht mehr erwünscht waren". Aufgrund zahlreicher Proteste und Demonstrationen der Frankfurter Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung erklärten sich die Hotels nicht länger bereit, Räume für diese Art von Seminaren zur Verfügung zu stellen. Ähnliche Probleme kommen auf die "reisenden Rüstungsmanager" jetzt auch in München zu. Ein Sprecher der hiesigen FIFF-Gruppe: "Genau wie unsere hessischen Kollegen protestieren wir gegen jede Form von Kriegsvorbereitung. "Da die Computertechnik einen entscheidenden Anteil an neuen Waffensystemen habe, sehen die Informatiker es als ihre Pflicht an, die Öffentlichkeit auf die Gefahren dieser Militär-Seminare aufmerksam zu machen. Erste Reaktion: Die Hotelleitung des Münchner Hilton bestätigte den vor ihrem Haus demonstrierenden FlFF-Mitgliedern, sie hätten die Veranstaltung - der SAL-Gruppe "Anti-U-Boot-Kriegsführung" noch vor Seminarbeginn abgesagt. Auch künftig würden in ihrem Hause keine Kriegselektronik-Tagungen mehr stattfinden.