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12.10.2001 - 

Knapp 4000 Mitarbeiter müssen gehen

Krise bei Sun weitet sich aus

MÜNCHEN (CW/IDG) - Server-Spezialist Sun Microsystems musste vergangene Woche eine drastische Umsatz- und Gewinnwarnung für das erste Quartal aussprechen. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen Entlassungen an.

Demnach rechnet Sun nur noch mit Umsätzen zwischen 2,7 und 2,9 Milliarden Dollar; deutlich weniger, als die ursprünglich prognostizierten 3,3 Milliarden Dollar - und ein schwerer Einbruch gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres, als Einnahmen in Höhe von 5,04 Milliarden Dollar erzielt wurden. Ähnlich verhält es sich nach vorläufigen Zahlen beim Ertrag, wo man von einem Verlust je Aktie von fünf bis sieben Cent ausgeht.

Unter dem Strich dürfte damit ein völlig verhageltes Quartalsergebnis stehen, nachdem die Kalifornier bereits im vierten Quartal ihres Fiskaljahres 2001 (April bis Juni) erstmals seit zwölf Jahren nach US-GAAP einen Verlust in Höhe von 88 Millionen Dollar ausgewiesen hatten. Als erste Konsequenz kündigte das Management einen kräftigen Tritt auf die Kostenbremse an. Neun Prozent der Arbeitsplätze, also rund 3900 Stellen, sollen umgehend abgebaut werden. Entsprechende Restrukturierungsaufwendungen werden im zweiten Quartal mit zirka 500 Millionen Dollar zu Buche schlagen, hieß es. Gleichzeitig verspreche man sich aber, unter Umständen auch in Verbindung mit der Schließung der einen oder anderen Produktionsstätte, spätestens ab dem vierten Quartal Kosteneinsparungen pro Berichtsperiode zwischen 125 und 150 Millionen Dollar.

In seiner Begründung für den schwachen Geschäftsverlauf machte Chief Operating Officer (COO) Ed Zander neben der allgemeinen schlechten Konjunktur vor allem die Terroranschläge in New York und Washington geltend. Diese hätten das Business im sonst traditionell starken September "nahezu zum Erliegen gebracht". Viele Marktbeobachter zweifeln jedoch an dieser Interpretation (siehe Kolumne, Seite 7). Wie kaum ein anderer Server-Hersteller habe Sun vom einst boomenden Ausrüstergeschäft mit den Dotcoms und Internet-Service-Providern profitiert und müsse nun die Zeche für den Markteinbruch zahlen.

Web-Pleiten kosten UmsatzPlakativ festzumachen ist die Problematik an der Insolvenz zweier ehemals sehr "prominenter" Sun-Kunden, Exodus Communications und Excite At Home. Der Markt ist regelrecht überschwemmt mit zum Teil noch neuwertigen Sun-Rechnern, die aus der Konkursmasse gestrandeter Internet-Firmen stammen, heißt es. Darüber hinaus kämpfen die Kalifornier mit der zunehmenden Konkurrenz im Highend-Server-Markt durch IBM, HP, Dell und Compaq.

Vermutlich nicht ohne Grund kündigte COO Zander für die kommenden Wochen eine "Differenzierungskampagne" gegenüber IBM an, in der man die eigenen Maschinen als "offen und einfach bedienbar" darstellen wolle. Jedenfalls nach außen hin stellt sich für den Sun-Verantwortlichen die Situation nicht dramatisch dar. Sun habe, so Zander, nur zwei Konkurrenten: "IBM auf der Hardware- und Microsoft auf der Softwareseite." Beide habe man "im Griff" und werde das eigene Standing im Markt durch weitere Produktneuankündigungen untermauern. Die Tatsache, dass man kurzfristig Personal entlassen muss, bedeute nicht, dass an den Entwicklungskosten gespart werde.