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26.01.2001 - 

Analysten unter sich

Krise im PC-Markt führt zu wilden Übernahmegerüchten

"Der PC-Markt ist aufgrund seiner Überkapazität im Begriff auszufransen", warnt Neff. Auch die anhaltende Erosion der PC-Aktienwerte macht dem Marktspezialisten Sorgen. Anlass für seine Bedenken sind nicht zuletzt die Warnungen führender PC-Hersteller in den vergangenen Monaten. Der Weg aus der Sackgasse führt in seinen Augen ausschließlich über massive und sofortige Konsolidierungsmaßnahmen von Seiten der Branchenriesen.

Dabei hat Neff ganz konkrete Vorstellungen: So sollte sich etwa Dell zum Kauf von IBMs PC-Geschäft entschließen und bei dieser Gelegenheit auch gleich Gateway in den Warenkorb legen. Das Ziel: Erhöhung der Marktanteile und Ausbau der Präsenz im Ausland sowie der Aktivitäten im Consumer-Bereich. Falls IBMs PC-Sparte nicht zu haben sei, sollte sich der Direktanbieter auf eine Shopping-Tour nach Europa oder Asien begeben.

Für IBM wiederum sieht der Analyst vor, seine PC-Division entweder an Dell oder an Compaq abzutreten und als reiner Dienstleister weiter mitzuspielen. Hewlett-Packard legt Neff hingegen nicht weniger als die Akquisition von Compaq nahe. Gleichzeitig sollte sich das Unternehmen um den weiteren Ausbau seines profitablen Druckergeschäfts kümmern und in diesem Sektor an seiner Position als Marktführer basteln. Gateway rät der Analyst, sich entweder dem Konkurrenten Dell oder führenden Herstellern in Japan zum Kauf anzubieten. Dabei schweben ihm NEC, Toshiba oder Hitachi vor.

Design-König Apple schlägt der "PC-Spezialist" vor, künftig Systeme für den Wintel-Markt zu entwerfen. Bei dieser Gelegenheit sollte das Unternehmen die Power-PC-Architektur endgültig aufgeben und das neue Betriebssystem "Mac OS X" auf die Intel-Plattform portieren.

In Analystenkreisen riefen Neffs gewagte Vorschläge Befremden hervor. Für den "Gipfel der Dummheit" sowie eine durch den aktuellen Katzenjammer an der Börse hervorgerufene Überreaktion hält beispielsweise Charles Wolf, Analyst von Needham & Co., das Manifest seines Kollegen. Von einer Überkapazität im PC-Markt könne keine Rede sein. Zudem lasse sich Konsolidierung in einer Mischindustrie überhaupt nicht realisieren. Nach Ansicht des Merrill-Lynch-Analysten Steven Fortuna sind schwache Nachfrage sowie fallende Aktienkurse für die PC-Industrie in der Tat von Belang. Gerade das halte die Unternehmen aber von Konsolidierungsmaßnahmen ab, so Fortuna. Beide Analysten erwarten, dass sich der weltweite PC-Absatz in diesem Jahr wieder erholt.