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13.10.2008

Krise streift IT-Branche nur am Rande

Professor August-Wilhelm Scheer, Präsident des ITK-Verbands Bitkom, sorgt sich angesichts der aktuellen Marktturbulenzen wenig.

CW: Noch Mitte September haben Sie die Ansicht vertreten, dass sich die Hightech-Industrie in Deutschland gegen die abflauende Konjunktur widerstandsfähig zeige. Wie schätzen Sie nun die Auswirkungen der Finanzkrise auf die IT-Industrie ein?

SCHEER: Daran hat sich im Grundsatz nichts geändert. Die Privatkunden werden ihr Konsum-, Telefonie- und Internet-Verhalten nicht wesentlich ändern. Auch die öffentliche Hand - die ja überwiegend in Mehrjahreszeiträumen plant - wird stabil in ITK investieren.

Damit ist die Hälfte des Marktes gut gestellt. Im Geschäftskundenbereich werden wir sicherlich Auswirkungen spüren. Bei Softwareunternehmen hat ein Einbruch bei Neulizenzen sofort Einfluss auf die Gewinnsituation, da Umsatzverluste quasi eins zu eins auf das Ergebnis durchschlagen. Aber auch hier gilt: Ein erheblicher Teil der Umsätze wird auf Basis dauerhafter Lizenzvereinbarungen und Serviceverträge erzielt. Wir haben also berechtigte Hoffnung, dass die ITK-Branche vergleichsweise stabil durch die konjunkturellen Turbulenzen kommt.

CW: Wie steht es um die IT-Beschäftigten - müssen sie mit Einschnitten bei den Gehältern oder Arbeitsplatzverlust rechnen?

SCHEER: Im Jahr 2008 sind noch keine größeren Auswirkungen der Krise auf den IT-Arbeitsmarkt spürbar. Für das Jahr 2009 besteht allerdings eine gewisse Unsicherheit insbesondere bei jenen Unternehmen, die besonders stark betroffene Branchen beliefern: Banken, Versicherungen und wohl auch die Automobilbranche. Einige Unternehmen werden ohnehin fällige Umstrukturierungen energischer angehen oder vorziehen und sich dabei von Mitarbeitern trennen, die die Anforderungen nicht erfüllen.

Diese Anpassungen bedeuten, dass die Unternehmen gestärkt aus der gegenwärtigen Situation hervorgehen. Unabhängig davon sind die Gehälter vertraglich festgelegt. Dabei müssen variable Bestandteile jedes Jahr neu verdient werden. Aber auch das ist ja nicht ungewöhnlich.

CW: Wird es wegen der Finanzkrise in der Branche verstärkt zu Konkursen, Beteiligungen und Übernahmen kommen?

SCHEER: Eine Konsolidierung, zum Beispiel im Softwaremarkt, findet unabhängig von der Finanzkrise längst statt. Dies ist schon seit Jahren so und wird sich auch künftig nicht ändern. Neu ist, dass Unternehmen mit geringer Eigenkapitaldecke in der gegenwärtigen Lage günstiger zu akquirieren und damit im Sinne mehr oder weniger feindlicher Übernahmen leichter anzugreifen sind. Wer jetzt mit gefüllter Kasse auf Einkaufstour geht, hat gute Chancen. (mb)