Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.10.1992 - 

Fast nur Berater und Elektrobetriebe suchen DV-Spezialisten

Krisenbranchen: DV-Chefs sollen den Karren aus dem Dreck ziehen

MÜNCHEN (hk) - Krisengeschüttelte Branchen suchen DV-Manager, High-Tech-Industriezweige dagegen Systemanalytiker und Software-Ingenieure. Auf diese Formel läßt sich das Ergebnis einer von der COPUTERWOCHE in Auftrag gegebenen Stellenauswertung bringen.

Sicherlich bilden die Unternehmen, die im Augenblick zusätzliches Personal brauchen, eher die Ausnahme. Wenn man zum Beispiel Personalchefs darauf anspricht, wie sie ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darstellen würden, winken sie müde ab: "Wie das, wenn wir abbauen." In den meisten Branchen herrscht Katerstimmung, Krisen-Management ist gefragt.

Im Auftrag der COMPUTERWOCHE hat nun der EMC Datenservice, Hamburg, ermittelt, in welchen Industriezweigen Spezialisten dennoch Chancen haben unterzukommen. Ausgewertet wurden die DV-Stellenanzeigen in 19 Tageszeitungen für das erste Halbjahr 1992.

Bei den suchenden Branchen sind die Beratungsunternehmen und die Elektroindustrie mit Abstand am stärksten vertreten, die beide zusammen über 50 Prozent der Stellenangebote auf sich vereinen. Nennenswerte Bedeutung kommt noch den Banken und Versicherungen zu, deren Anteil am Stellenmarkt zusammen neun Prozent ausmacht, sowie dem Handel mit 4,9 Prozent und dem Maschienen- und Apparatebau mit 4,7 Prozent. Selbst Renommierbranchen wie Telekommunikation mit 2,2 Prozent, Chemie mit zwei und Verlage mit 1,8 Prozent des Stellenmarktvolumens haben bei der Suche nach DV-Personal die Bremse angezogen.

Generalist nicht mehr gefragt

Unternehmen sind bei der Personalsuche sehr wählerisch geworden. Für die Lösung ihrer Schwierigkeiten suchen sie dementsprechend gezielt nach dein richtigen Mitarbeiter. Die allgemeine Formel, wonach ein DV-Spezialist für alle Computerprobleme gebraucht wird, hat seine Gültigkeit verloren, wenn man der EMC-Auswertung folgt.

So hat der Systemanalytiker im Druck- und Verlagsgewerbe sowie in der chemischen Industrie im Augenblick Hochkonjunktur. 20 Prozent der DV-Stellenanzeigen für diese Branche richten sich an den Analytiker. Begehrt ist er aber auch bei Banken und Versicherungen sowie in der Elektroindustrie und im Maschinenbau.

Zweifellos von Interesse ist die Frage, welche Industriezweige überdurchschnittlich viele Führungskräfte gesucht haben. Es sind dies Branchen, in denen es schon seit Jahren kriselt und in denen über Umstrukturierung nicht mir nachgedacht wird.

Hier erhofft man sich von der Datenverarbeitung einen Rationalisierungsschub, weil dies wohl die letzte Chance ist am Markt mitmischen zu können. So galten in der Stahlbranche 21,4 Prozent der Anzeigen DV-Managern, in der Konsumgüterindustrie waren es 20 Prozent, bei Möbel 16 und bei Textil und Kleidung noch 14,6 Prozent.

Software- sowie Systemingenieure waren in der Telekommunikations, Elektrotechnik, bei Beratungsunternehmen sowie für Feinmechanik/Optik, stark gefragt. Sehr ruhig ist es dagegen um die Datenbank. und CAD/CAM/CIM-Spezialisten geworden. Während sich bei ersteren etwa ein bis zwei Prozent der Anzeigen je Branche auf dieses Berufsfeld beziehen, wurden C-Techniker nur noch im Baugewerbe sowie im Stahl- und Maschinenbau im ersten Halbjahr überdurchschnittlich, gesucht.