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26.11.1976

Kritik am IuD-Programm nicht gerechtfertigt

MARBURG - Auf dem Forum Philippinum, dem jährlich stattfindenden Treffen des Freundschaftskreises der Universität Marburg, setzte sich Regierungsdirektor Dr. F, Lohner, Bonn, mit der in der Öffentlichkeit geäußerten Kritik am Progamm der Bundesregierug zur Förderung der Information und Dokumentation - kurz IuD auseinander. Im Mittelpunkt des IuD-Programms steht bekanntlich der Aufbau von voraussichtlich 16 überregionalen Fachinformationssystemen.

Wie Lohner ausführte, sei ein großer Teil der Befürchtungen auf eine Fehlinterpretation des Programmtextes zurückzuführen:

- So werde es keine "staatlichen Superverlage" geben. Die geplanten Fachinformationszentren werden das bereits bestehende Informationssystem nicht antasten, sondern nur ergänzen: "Sie werden Orientierungshilfe und Wegweiser im Umgang mit Literatur sein." Die Tätigkeit der Verleger wird nicht angetastet und die Funktion der Bibliotheken nicht eingeschränkt. - Die privaten Dienste werden nicht abgeschafft. Vielmehr sollen die Wirtschaftsverbände und Verleger zu einem stärkeren Engagement ermutigt werden.

- Die bestehenden Schutzrechte werden durch gesetzgeberische Maßnahmen zurückgedrängt werden. "Vielmehr hat die Bundesregierung in ihrem Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der beruflichen und sozialen Lage der Publizisten vom 2. Juni 1976 vorgesehen, eine Vergütungspflicht für das urheberrechtlich zulässige Vervielfältigen geschätzter Werke auch dort einzuführen, wo die Vervielfältigung nicht gewerblichen Zwecken dient." . Die IuD-Dienste werden nicht auf Kosten der Steuerzahler verschenkt. Nach einer Anlaufphase sollen den Benutzern die Kosten der individuellen Dienstleistung (Output-Kosten) zuzüglich eines angemessenen Gemeinkostenzuschlages berechnet werden.

- Die Sekundär-Informationen der Zentren werden nicht mit der gedruckten Primärliteratur in Wettbewerb treten. "Die IuD-Vermittlungsdienste werden vielmehr zu einer allgemeinen Feleeeeeebung der Informationsnutzung und damit zu einer stärken Nachfrage nach Büchern und Zeitschriften führen."

- Eine der wichtigen Aufgaben der Organisation der Informationszentren wird es sein, die Benutzernähe sicherzustellen.

Benutzernähe und Meinungspluralität können - so Dr. Lohner -'weitgehend durch organisatorische Trennung der Fachinformationszentren von den privaten und öffentlichen Trägern sowie durch den Benutzerrat, ein kontrollierendes und mitgestaltendes Organ der jeweils betroffenen Fachwelt, garantiert werden.

Der Datenschutz schließlich spiele beim Aufbau der Fachinformationszentren nur eine untergeordnete Rolle, da nur allgemein zugängliche Informationen gespeichert werden: "Soweit diese Daten personenbezogen sind, wie die Literaturdaten oder die Eintragung in Expertendateien, liegen die Eintragung und Speicherung gerade im Interesse des Betroffenen selbst."

Datenschutzrelevant werden hingegen die Informationen sein, die durch das individuelle Suchverhalten entstehen und zu Protokoll gelangen. Aus diesem Grunde mußten für alle Daten über Interessenprofile, Auftraggeber und Themen von Recherchen Vorkehrungen des persönlichen Datenschutzes sowie des betrieblichen Geheimnismschutzes getroffen wer eh., Lohner: "Der Erfolg, des IuD-Programmes der Bundesregierung hängt letzten Endes davon ab, ob der potentiellen Benutzer der Vermittlungsdienste die neuen Kulturwerkzeuge akzeptiert.

*Konrad Utiller-Christiansen ist freier Wissenschafts-Journalist.