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21.09.2001 - 

Bedrohung für Open-Source-Dienst Samba?

Kritik an Microsofts Cifs-Plänen

MÜNCHEN (CW) - Mit seinen undurchsichtigen Plänen zur Unterstützung des Protokolls Cifs (Common Internet File System) hat Microsoft Kritik ausgelöst. Die unter anderem für das Open-Source-System "Samba" erforderlichen Spezifikationen sollen in Produkten wie "Exchange 2000" nicht mehr unterstützt werden, so der Vorwurf.

Über Cifs können Windows-Clients Datei- und Druckdienste auf Unix- und Linux-Servern in Anspruch nehmen. Insbesondere das Open-Source-Projekt Samba nutzt die Spezifikationen. Hinter der "konfusen" Strategie Microsofts in Sachen Cifs stecke die Angst vor Linux und der Versuch, über die Marktmacht bei Desktop-Produkten die Verkäufe von Windows-Servern zu schützen, mutmaßt Samba-Entwickler Jeremy Allison.

Zuvor hatten bereits Vertreter des Speicheranbieters Network Appliance ihrem Ärger Luft gemacht. Sie bezichtigten den Softwareriesen öffentlich der "Gewalt". Die Entscheidung, Cifs in Schlüsselanwendungen wie Exchange nicht mehr zu berücksichtigen, sei "motiviert durch Paranoia und Gier".

Cifs ist eine Erweiterung von Microsofts Protokoll Server Message Block (SMB) auf Basis von TCP/IP. Es diente ursprünglich dazu, Windows-Clients mit Windows-Servern zu verbinden. Linux-Spezialisten modifizierten das System via Reverse Engineering, um es Windows-Clients zu ermöglichen, File- und Print-Dienste auch auf Unix- und Linux-Servern zu nutzen. Das Samba-Projekt stellt die Lösung als Open-Source-Software zur Verfügung. Nach Schätzungen des Samba-Teams sind 15 bis 30 Prozent aller Unternehmens-PCs über die gleichnamige Software mit Unix- oder Linux-Servern verbunden.

Entscheidend für den Einsatz der Samba-Software ist zwar, dass Windows-Clients auch weiterhin Cifs unterstützen. Microsoft hat bisher keine Hinweise darauf gegeben, dass sich dies ändern könnte. Kritiker werfen dem Konzern aber vor, diesbezüglich keine klare Strategie zu verfolgen. Ursache dafür seien nicht zuletzt interne Grabenkämpfe. Dem Branchendienst "Computerwire" erklärte Allison: "Es kann gut sein, dass sie ihrem SQL-Server-Team auftragen, Cifs zu vernachlässigen, und gleichzeitig ihr Cifs-Team zur Weiterentwicklung auffordern."

Auf seiner Website hatte Microsoft angekündigt, man werde künftig auf die Cifs-Unterstützung in Exchange 2000 verzichten, weil das Protokoll es erfordere, Daten über den Client Network Stack zu schleusen. Dadurch entstünde ein leistungshemmender Engpass. Zu den Vorwürfen von Network Appliance hat der Hersteller bislang nicht Stellung genommen.