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14.04.2000 - 

Wegen Domain-Umzug sind viele Kunden offline

Kündigungswelle verschärft die Problemebeim Web-Hoster Strato zusätzlich

MÜNCHEN - Da Kunden unzufrieden sind mit dem Provider Strato, steigt die Zahl der Kündigungen stark an. Für Wechselwillige verschärfen sich dadurch die Probleme: Wegen der derzeitigen Ausstiegswelle kann der Domain-Umzug Monate dauern.Von CW-Mitarbeiter Wolfgang Miedl

Viele Kunden haben Probleme mit Strato, vielen ist längst der Geduldsfaden gerissen - sie wollen nur eins: weg von Strato. Dennoch zögern zahlreiche Anwender vor diesem Schritt, weil sie befürchten, vom Regen in die Traufe zu geraten. Und diese Ängste sind berechtigt, wie viele Leserbriefe an die COMPUTERWOCHE belegen. Offenbar wird der Hoster derzeit von einer Kündigungswelle überflutet, der das Unternehmen nicht gewachsen ist.

Die Bearbeitung der für den Domain-Umzug nötigen KK-Anträge (KK = Konnektivitäts-Koordinierung) dauert nach Angaben einiger Leser bis zu zwei Monate. Wer einen Web-Shop oder eine populäre Site betreibt, riskiert im schnelllebigen Internet schon bei einem mehrtägigen Ausfall seine Existenz.

Umzug erst nach acht WochenKK-Anträge sind selbst bei einem reibungslosen Ablauf ein eher lästiger bürokratischer Akt. Die Denic als Registrierungsstelle für die de.-Domains schreibt eine Abwicklung auf Papier vor, um unautorisierte Domain-Wechsel zu unterbinden. Ein KK-Antrag wird in der Regel vom neuen Provider an die Denic geschickt. Diese holt sich die Zustimmung des alten Providers ein, bei Wiederverkäufern auch die von dessen Denic-Kontakt. Außerdem muss der Admin-C einer Domain, der in der Regel mit dem Domain-Inhaber identisch ist, zustimmen. Dieses Verfahren führt in der Praxis oft zu Verzögerungen. Besonders ärgerlich für Domain-Inhaber: Meist schieben sich die beteiligten Parteien den Schwarzen Peter gegenseitig zu, in den bürokratischen Wirren ist es sehr schwierig, den Beweis für Schlamperei oder mutwilliges Verzögern zu erbringen.

Im Fall Strato scheinen viele KK-Anträge zwischen dem Vertragspartner, der die Kündigung erhält (Strato) und seinem Denic-Kontakt (Xlink) unterzugehen. Dem Kunden kann es passieren, dass zwar auf seine Kündigung hin fristgerecht sein Server-Platz gesperrt wird, der KK-Antrag aber wegen einer fehlenden Unterschrift irgendwo zwischen Strato, Xlink und der Denic versandet. Die Domain hängt dadurch in der Luft, weil sie auf keinem Name-Server mehr eingetragen und so nicht mehr im Web erreichbar ist. Wie uns aus Unternehmenskreisen mitgeteilt wurde, gebe es nicht einmal eine gemeinsame Datenbank. Kundeninformationen werden via E-Mail oder File Transfer Protocol (FTP) hin- und hergeschoben, teilweise seien Bearbeitungsstände nicht nachzuvollziehen.

Eine unrühmliche Rolle spielt auch die Denic. Sie ist die zentrale Stelle für Registrierung und Verwaltung von Domains. Gebetsmühlenhaft weist sie immer wieder darauf hin, dass sie sich aus Streitigkeiten um Domains heraushält. Im Falle einer Domain-Blockade kann die Hotline der Karlsruher einem Domain-Inhaber nur selten weiterhelfen. Dabei gäbe es durchaus einen Geheimtipp für den Fall eines verschleppten Domain-Umzugs: den so genannten Zwangs-KK. Auf Veranlassung des Inhabers kann die Denic den alten Hoster auffordern, innerhalb einer Woche dem Umzug zuzustimmen. Verweigert dieser, wird die Domain auch ohne Zustimmung des alten Hosters dem neuen übertragen.