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01.11.1985 - 

Technische Fachhochschule Berlin seit Sommersemester:

Künstliche Intelligenz als Pflichtfach

BERLIN (CW) - Die Anwendung von Künstlicher Intelligenz nimmt zu. Dieser Tendenz will der neu eingerichtete Studiengang Allgemeine Informatik an der Technischen Fachhochschule Berlin (TFB) gerecht werden, so Professor Dr. Werner Brecht, vom Fachbereich Informatik. Für bereits berufstätige Ingenieure steht weiterhin ein Aufbaukurs Informatik auf dem Lehrplan.

Neben den bereits vorhandenen informatikorientierten Studiengängen Technische Informatik und Mathematik bietet die Technische Fachhochschule Berlin den neuen Studiengang Allgemeine Informatik an. Das erste Semester - es startete mit rund 40 Studenten - beginnt mit einer Lehrveranstaltung "Grundbegriffe der Informatik", außerdem wird das Fach "Algorithmen und Datenstrukturen" gelehrt und ein dreisemestriger Kurs "Strukturiertes Programmieren (Pascal)" begonnen. Im zweiten Semester folgt das Fach "Betriebssysteme", in dem auch der Umgang mit der Systemsoftware der TFB-Rechner geübt wird. In diesem zweiten Semester beginnt dann auch ein dreisemestriger Kurs "Software Engineering", in den die Anfertigung einer Studienarbeit integriert ist. Im dritten beziehungsweise vierten Semester sind die Fächer "Datenbanksysteme", "Operations Research" und "Maschinenorientierten Programmierers" vorgesehen sowie die im technischen beziehungsweise kommerziellen Bereich noch immer weit verbreiteten Sprachen FORTRAN und COBOL. Mit dem vierten Semester ist das Grundstudium abgeschlossen.

Im Hauptstudium (fünftes und sechstes Semester) sind pflichtgemäß vorgesehen: LISA, Fortführung des "Maschinenorientiertes Programmieren", "Systemprogrammierung ", "Daten- und Rechnernetze", "Compilerbau",

"Grafische Datenverarbeitung" und "Künstliche Intelligenz".

Die Veranstaltung "Künstliche Intelligenz" (sie gehört in das sechste Semester) ist im Studienplan nicht isoliert, sondern wird durch die beiden Pflichtfächer "Prädikatenlogik" (im vierten Semester) und "Programmieren in LISP" (im fünften Semester) unterstützt und vorbereitet.

Als Pflichtfach im Studienplan hat die Ausbildung in "Künstlicher Intelligenz" an der TFB einen hohen Stellenwert erhalten. Damit soll der Entwicklung dieser Disziplin Rechnung getragen werden, die in den letzten Jahren mit zunehmender Tendenz zur praktischen Anwendung gelangt und damit für die Absolventen von Informatik-Studiengängen von Bedeutung ist.

Überlegungen an der TFB zur Bedeutung der Informatik in den zukünftigen Arbeitsbereichen der Ingenieure hat dazu geführt, daß ein Vorschlag für einen Aufbaustudiengang "Ingenieurinformatik" erarbeitet wurde, der zur Zeit diskutiert wird. Er soll in einer dreisemestrigen Tages- beziehungsweise einem fünfsemestrigen Abendforum bereits fertige und eventuell schon im Beruf stehende Ingenieure in Informatik ausbilden.

Auch in diesem Studiengang ist eine Veranstaltung "Künstliche Intelligenz" als Pflichtfach vorgesehen, die durch eine zweisemestrige

"Mathematische Logik" vorbereitet wird. Aus zeitlichen Gründen konnten Programmierübungen in LISP nicht eigens ausgewiesen werden, sondern mußten in die Lehrveranstaltung integriert werden.

Der Gehalt der Veranstaltung "Künstliche Intelligenz" wird ausgesprochen anwendungsbezogen sein: Die Lehrveranstaltung (4 Semesterwochenstunden) besteht zu einem großen Teil aus Übungen im Umgang mit vorhandener - zugänglicher - ausgewählter Kl-Software, eventuell auch KI-Hardware. Bei den Software-Übungen werden Bedienung, Anwendung, Implementierung, Änderung und Erweiterung behandelt. Theoretische Fragestellungen können nicht vertieft werden, jedoch wird ein Überblick über die Teilgebiete der Künstlichen Intelligenz, über ihre Methoden und Techniken sowie über ihre Problembereiche gegeben.