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03.03.1995

Kuerzere Entwicklungszyklen resultieren in Produktfehlern Viele Anwender haben Zweifel an der Effizienz von Betatests

SAN MATEO (IDG) - Die zunehmende Komplexitaet von DV-Produkten sowie der eskalierende Wettbewerbsdruck und die damit zwangsweise verkuerzten Entwicklungszyklen fuer Applikationen stellen die Effizienz von Betatests immer haeufiger in Frage. Anwender und Analysten geben sich mit den oberflaechlichen Fehlerbereinigungs- Konzepten mancher Unternehmen jedoch nicht mehr zufrieden. Software-Anbieter weisen die Schuld wiederum den Betatestern zu.

Die Berichte ueber fehlerbehaftete Produkte haeufen sich. Waehrend erst kuerzlich die IBM ihr Betriebssystem OS/2 Warp einer Revision unterziehen musste, wurde nun auch der "Team Enterprise Developer 2.0" vom Utility-Anbieter Symantec kurz vor der Auslieferung gestoppt. Nicht einer der zahlreichen

Betatester, sondern ein Leser der CW-Schwesterpublikation "Infoworld" machte Symantec allerdings auf die fehlende, und fuer den reibungslosen Ablauf des Programms notwendige DLL-Datei aufmerksam.

Solche und aehnliche Vorkommnisse regen zur Zeit die Diskussionen ueber den Sinn und Zweck von Betatests an. Durch den steigenden Konkurrenzkampf sind immer mehr DV-Anbieter dazu gezwungen, ihre Produkte schnellstmoeglich an den Mann zu bringen, erklaert Kip Fern, Director of Development bei der Portable Software Corp., Bellevue, Washington.

Hersteller: Anwender testen nicht ausgiebig

"Ironischerweise muessen jedoch viele Hersteller ihre Betatestzyklen im gleichen Atemzug reduzieren, waehrend sich die Komplexitaet der Produkte erhoeht", begruendet der Manager die steigende Fehlerhaeufigkeit von Produkten. Der Beweis: Alleine die Dezember-Ausgabe des US-Magazins "Bugnet Newsletter" konnte mit Informationen ueber Defekte, Fehler und Inkompatibilitaeten von Produkten ganze 16 Seiten fuellen. Selbst zusaetzliche, hausintern durchgefuehrte Betatests der einzelnen Anbieter bringen offensichtlich nichts. "Wichtig ist das Feedback der User", meint Scott Murchison, Betatester in Ottawa.

Herbe Kritik wegen fehlerbehafteter Produkte muss sich derzeit beispielsweise auch der kanadische Grafikspezialist Corel gefallen lassen. Dessen Applikationen seien notorisch mit Bugs behaftet - eine Folge von nur dreimonatigen Betatestreihen, folgert "Infoworld". "Mir waere es lieber, sie wuerden sich etwas mehr Zeit lassen, aber dafuer mehr Fehler eliminieren", kritisiert deshalb Wayne Kaplan, Desktop-Publisher und Corel-Betatester aus Huntington Beach, Kalifornien.

Manche DV-Produzenten wollen sich solche Vorwuerfe allerdings nicht gefallen lassen. Steve Guttman, Vice-President of Marketing bei der Fractal Design Corp. aus Aptos, Kalifornien, schlaegt zurueck: Von 125 Betatestern hatten lediglich 24 "Fractal Painter", ein Grafikprodukt seines Unternehmens, ausgiebig geprueft. Auch der Postscript-Anbieter Adobe schiebt den Schwarzen Peter seinen Betatestern zu. Nur 30 bis 50 von fast 500 Testern haetten erste Versionen des Bildverarbeitungspakets "Photoshop 3.0" intensiv unter die Lupe genommen.