Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

27.10.1978 - 

Prozeßrechnereinsatz im Verbundbergwerk "Haus Aden" und "Grimberg 34":

Kumpel Computer überwacht und optimiert die Kohleförderung

BERGKAMEN - Computer machen auch vor Zechentoren nicht halt: Der Steinkohlebergbau - einst "Mitbegründer" des deutschen Wirtschaftswunders - ist heute aus Rentabilitätsgründen mehr denn je auf Rationalisierungsmaßnahmen angewiesen. Die Schließung von uneffektiv arbeitenden Bergwerken war ein erster Schritt. Die Vereinigung mehrerer profitabler Zechen zu sogenannten Verbundbergwerken mit vollautomatischer Steuerung und Überwachung ein weiterer. In den zu einem solchen Verbund zusammengeschlossenen Zechen "Haus Aden" und "Grimberg 3/4", Bergkamen, übernimmt ein Prozeßrechnersystem "Siemens 330" Steuerung und Optimierung des Fließfördersystems unter Tage sowie Stördatenerfassung, Betriebsprotokollierung und Sicherheitsüberwachung.

Das automatische Fördersystem wurde bereits 1974 realisiert - seinerzeit noch mit einer Zentraleinheit Siemens 320. Sie ist inzwischen durch ein Modell 330 ersetzt worden.

Seit dem Zusammenschluß der beiden Zechen wird die Rohkohlenmenge aus den beiden Grubenfeldern auf der

1000-Meter-"Sohle" auf Förderbandstraßen zum Schacht "Haus Aden" gefahren und dort zutage gefördert. Das System hat eine Gesamtlänge von 5,6 Kilometern und besteht aus sieben Bändern mit bis zu elf möglichen Kohle-Aufgabepunkten.

Meßstellen melden dem über Tage installierten Computer, aus welchen Stellen des Bergwerkes welche Kohle-Mengen zum zentralen Förderschacht transportiert werden. Um die Schachtkapazität optimal auszunutzen, also weder zuviel noch zuwenig Kohle bereitzuhalten,

befördert der Rechner die abgebaute Kohle entweder direkt zum Schacht oder zur Zwischenlagerung in sogenannte Bunker. Fällt weniger Kohle an, als für eine optimale Auslastung erforderlich wäre, zieht die

Siemens-Anlage automatisch eine entsprechende Menge aus den Bunkern ab. Diese ständigen Berechnungen mit unterschiedlichen Mengen und verschieden langen Transportzeiten für das weit verzweigte Streckennetz sind nach Angaben von Bergbauexperten so kompliziert, daß sie "von Hand", mit der für einen gleichmäßigen Betriebsablauf; notwendigen Schnelligkeit gar nicht durchgeführt werden könnten.

Neben der Steuerung und Optimierung des Kohletransportes hat der Prozeßrechner neuerdings auch die Funktion eines "Sicherheitscomputers". Er ist "zuständig" für die

- Stördatenerfassung und Betriebsprotokollierung durch Aufbereitung und Bereitstellung von jederzeit vom Bildschirm oder über Schnelldrucker abrufbaren, aktuellen Betriebsinformationen

- Brandfrüherkennung mit Alarmauslösung durch

Kohlenmonoxyd-Meßwertüberwachung mit selbsttätiger Tendenzanalyse, - Darstellung der Methan-Meßwertverläufe mit "Bewetterungsschema" auf Farb-Sichtgeräten; selbsttätige Tendenzanalyse mit

Grenzwert-Vorwarnung; automatische Ausgasungs-Nachberechnung,

- Darstellung des Frischwassernetzes auf Farbsichtgeräten mit selbsttätiger Rohrbruch-Überwachung an Arbeits- und Ruhetagen; Verbrauchs- und Durchflußmessungen an den Hauptentnahmestellen,

- Überwachung der Strombelastung der Arbeitsmaschinen.